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23.06.2026
Internationale Spitzenforschung in Tübingen: Ein Rückblick auf die Hector Research Week 2026
Eine intensive Woche voller wissenschaftlicher Impulse, inspirierender Begegnungen und hochkarätiger Gäste geht zu Ende: Das Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung blickt auf eine rundum gelungene Hector Research Week 2026 zurück. Vom 15. bis 19. Juni 2026 kamen renommierte internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Tübingen zusammen, um aktuelle Fragen der Bildungsforschung und angrenzender Disziplinen zu diskutieren. Hier sind die Highlights:
Kreativität und die Kunst des wissenschaftlichen Schreibens
Mit Paul Silvia (University of North Carolina at Greensboro), dem Autor von „How to Write a Lot“, widmete sich die Research Week einem Thema, das alle Forschenden bewegt: nachhaltige Schreibroutinen. In einem offenen Workshop teilten die Teilnehmenden aller Karrierestufen ihre Herausforderungen im Schreiballtag. Am Nachmittag verlagerte Silvia den Fokus in seinem Vortrag „Everyday Creativity in Daily Life“ auf die Psychologie der Kreativität. Er zeigte eindrucksvoll, dass Kreativität kein seltener Geistesblitz ist, sondern ein dynamischer, alltäglicher Prozess, der sich wunderbar mittels Tagebuch- und Experience-Sampling-Methoden untersuchen lässt.
Kulturelle Perspektive: Formen der Zeugenschaft
Einen interdisziplinären Akzent setzte der Vortrag der renommierten emeritierten Literaturwissenschaftlerin Aleida Assmann (Universität Konstanz) zum Thema „Formen der Zeugenschaft“. Sie beleuchtete die zentrale kulturelle Bedeutung von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die insbesondere an Schulen zu einer primären Geschichtsquelle für Jugendliche geworden sind, und diskutierte die besonderen Potenziale dieser Form des Geschichtsunterrichts.
Ein Mythos auf dem Prüfstand: Wachsen an Krisen?
Den runden Abschluss der Woche bildete der Vortrag von HIB-Distinguished International Professor Brent Roberts (University of Illinois at Urbana-Champaign) zum Thema „Adversity and Growth in Self-Regulation“. Zwar entwickeln sich Selbstregulierung und Gewissenhaftigkeit im Laufe des Lebens stetig weiter, doch die weit verbreitete Annahme „Was dich nicht umbringt, macht dich härter“ hält der wissenschaftlichen Überprüfung oft nicht stand. Roberts und sein Team konnten in ihren Untersuchungen keine Belege dafür finden, dass sich Lebenskrisen und Widrigkeiten positiv auf die Entwicklung von Jugendlichen auswirken.
Das Hector-Institut bedankt sich ganz herzlich bei allen Gästen, Vortragenden und Teilnehmenden, die diese Woche zu einem so lebendigen und inspirierenden Erlebnis gemacht haben!