Prof. Dr. Dorothee Kimmich

Wintersemester 2018/19

Leitfaden für Prüfungsleistungen

Den Leitfaden für Prüfungsleistungen - dieser betrifft insbesondere auch die formale Gestaltung der Hausarbeit - können Sie hier herunterladen.

Die Frist für die Einreichung der Hausarbeiten im Wintersemester 2018/19 ist der 15. April 2019.

Aktuelle Lehrveranstaltungen

OS: Kultur. Geschichte eines Konzepts

Wenn von ‚Kultur‘ gesprochen wird, dann ist damit keinesfalls ein konkretes oder gar eindeutiges Konzept apostrophiert. Vielmehr sind damit stets verschiedene historische, räumliche, ideologische und gesellschaftliche Implikationen verbunden. Meist wird damit auch eine ebenfalls problematische Dichotomie und Natur und Kultur aufgerufen, deren Funktionsverlust in den letzten Jahren ausführlich diskutiert wurde.

Ähnlich verhält es sich mit Kulturtheorien. Es gibt nicht die Kulturtheorie, sondern Theorien verschiedener Disziplinen wie der Psychologie, der Soziologie, der Philosophie, der Ethnologie und der Literatur, die in ihrer Gesamtheit einen kulturtheoretischen Korpus bilden, der nach der Bedeutung, der Funktion und der Entwicklung von Kulturen und von Kultur fragt.

Der Beginn der modernen Auseinandersetzung mit Kultur liegt im 18. Jahrhundert: Gianbattista Vico ersetzt Naturerkenntnis durch Geschichtskenntnis, Physik durch Kulturgeschichte und installiert die Geschichte damit als eine Form der Kulturtechnik. Kultur als theoretisches Konstrukt erscheint aus dieser Perspektive als relationaler Begriff im Zusammenspiel mit Natur, Technik und Gesellschaft. In einem weiteren Schritt entwickelt sich Kultur zu einem Leitbegriff des Fortschrittsdenkens im Kontext der europäischen Aufklärung. Im Zuge des Entstehens der Sozialwissenschaften Ende des 19. Jahrhunderts wird daraus ein normativer Kulturbegriff, der hegemoniale Ansprüche eurozentrischer Kulturvorstellungen begründen soll.

Ausgehend von diesem relationalen Kulturbegriff sollen im Seminar die Genealogie des Kulturbegriffs (oder vielmehr: der Kulturbegriffe) nachvollzogen und die Wirkung von Kulturtheorien als Kultur(begriffs)produktionen herausgearbeitet werden.

 

 

OS: Eroberung, Ausbeutung, Abenteuer: Kolonien in der Literatur von Christoph Martin Wieland bis Uwe Timm

In diesem Seminar soll es einerseits darum gehen, zeitgenössische literarische Texte auf ihre Teilhabe an kolonialen und exotistischen Diskursen sowie imperialistischen Ideologien, aber auch auf ihre Kritik und Problematisierung kolonialer Praktiken hin zu befragen. Hierbei wird vorwiegend maßgeblich sein, wie sich die deutschsprachige Literatur in einem internationalen postkolonialen Diskurs positioniert, insbesondere vor dem Hintergrund einer politischen und historischen Verharmlosung des deutschen Kolonialismus. Dabei geht es vor allem darum, auch eine historische Dimension des Themas zu erarbeiten und zu untersuchen, inwieweit koloniale Imaginationen, ökonomische Phantasien, aber auch Rassismus und eine europazentrierte Geschichtsphilosophie auch in Texten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts eine Rolle spielen. Auch wird zu untersuchen sein, wie zentrale Themen des Kolonialismus in der gegenwärtigen Literatur überdauert haben.