Prof. Dr. Sarah Dessì Schmid

Forschung

Forschungsschwerpunkte

Synchrone und diachrone Sprachwissenschaft des Französischen, des Italienischen, des Spanischen und des Katalanischen:

Laufende Forschungsprojekte

Verbale und nominale Aspektualität zwischen Lexikon und Grammatik (Projekt C7-N)

SFB 883: Bedeutungskonstitution - Dynamik und Adaptivität sprachlicher Strukturen

Das romanistische Projektvorhaben C7 untersucht die diatopische und diachrone Variation romanischer Sprachen und romanisch basierter Kreolsprachen im Bereich der verbalen und nominalen Aspektualität. Dabei wird insbesondere die Interaktion zwischen Grammatik und Lexik in den Blick genommen und ein besonderes Augenmerk auf deren Aufgabenverteilung in der Emergenz und Konstitution aspektualer Bedeutung gerichtet. Das Projekt widmet sich zwei eng miteinander verbundenen thematischen Schwerpunkten, die für die Frage der Bedeutungskonstitution von Aspektualität besonders relevant sind: Im verbalen Bereich liegt der Fokus auf Imperfektivität und Progressivität, besonders auf den progressiven Verbalperiphrasen, der nominale Bereich beschäftigt sich mit der Interaktion von Nominalaspekt und den an der Schnittstelle zwischen count und mass angesiedelten superordinate object mass nouns.

Abgeschlossene Forschungsprojekte (Laufzeit 2013-2017)

Ambiguitätsphänomene in der Diachronie und im typologischen Vergleich: Existenz und Lokalisierung (Projekt C4)

SFB 883: Bedeutungskonstitution - Dynamik und Adaptivität sprachlicher Strukturen

Das Projekt untersucht dynamische Aspekte der Bedeutungskonstitution bei Existenz- und Lokativkonstruktionen im Hinblick auf das Spannungsverhältnis zwischen universalen Prinzipien und einzelsprachlichen Parametrisierungen. Aus der Verbindung von Studien zur Makrovariation / Typologie und Mikrovariation (Korpusanalysen, psycholinguistische Experimente) sowie der Verbindung von synchronen und diachronen Analysen sollen Rückschlüsse auf kognitive Prinzipien der Verarbeitung der semantischen Kategorie der EXISTENZ sowie der kompositionalen Natur von Informationsstruktur, Definitheit und Individuenprädikation gezogen werden.

Romanische Verbalperiphrasen: synchrone und diachrone Bedeutungskonstitution

(Anschubprojekt SFB 883: Bedeutungskonstitution - Dynamik und Adaptivität sprachlicher Strukturen)

Das Projekt untersucht die semantischen Schnittstellen zwischen aspektualen, diathetischen und modalen Bedeutungskomponenten in den romanischen Verbalperiphrasen. Im Zentrum der Untersuchung steht die Konstruktion VENIRE + Partizip Perfekt, im Vergleich einerseits mit der häufigeren romanischen passivischen Konstruktion ESSE + Partizip Perfekt, andererseits mit einigen resultativen Verbalperiphrasen.
Dabei wird nicht nur den Grammatikalisierungsprozessen der jeweiligen Hilfsverben und der Entwicklung ihrer Kombinationsmöglichkeiten mit Verben, die das zweite Glied der Periphrasen darstellen, nachgegangen, sondern auch die Rolle des im Partizip ausgedrückten Verballexems analysiert, die nicht zuletzt mit seinen verschiedenen möglichen (z.B. nominalen und adjektivischen) Funktionen zusammenhängt.

Die aus älteren Sprachstufen gewonnenen Daten liefern bessere Voraussetzungen für eine Modellierung der Bedeu­tungs­konstitution der Verbalperiphrasen im Hinblick auf die Frage ihrer Kompositionalität, was ein weiteres wichtiges Ziel des Projektes darstellt.

Existenz und Lokalisierung

BMBF-Verbundprojekt Computational Historical Semantics

Existenz und Lokalisierung (Teilprojekt I innerhalb des BMBF-Verbundprojekts ComHisSem) untersucht langfristige Veränderungen, die bei der Entstehung und Verbreitung neuer lexikalischer Bedeutungen – und damit verbundener Konstruktionen, v.a. im Bereich der Verbvalenz – zu beobachten sind. Dabei geht es insbesondere um die varietätenbezogene und diskurstraditionelle Verortung von Innovationsprozessen sowie um die Identifikation von Diffusionsprozessen über diskurstraditionelle und varietätenspezifische kommunikative Praxisbereiche hinweg. Im Zentrum der Betrachtung stehen Veränderungen in den kognitiv-semantischen Bereichen EXISTENZ und LOKALISIERUNG und in den diesen kognitiven Konzepten zugeordneten sprachlichen Ausdrücken und Konstruktionen.
Weitere durchführende Forschungseinrichtungen im Verbundprojekt sind: Goethe-Universität Frankfurt, Historisches Seminar und Fachbereich für Mathematik und Informatik, vertreten durch Prof. Dr. Bernhard Jussen und Prof. Dr. Alexander Mehler; Universität Bielefeld
, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, Abteilung Romanistik, vertreten durch Prof. Dr. Barbara Job; Universität Regensburg, Institut für Romanistik, vertreten durch Prof. Dr. Maria Selig.

Betreute Arbeiten