Philosophische Fakultät

Nachrichtenarchiv

07.07.2014

9. Forum des Projekts „Wertewelten“ zu „Vertrauen“

Vom 10. bis 12. Juli sprechen der Schriftsteller Hans Christoph Buch, der Publizist Avi Primor und weitere Gäste an der Universität Tübingen – Forum im Hölderlinturm

Vom 10. bis 12. Juli 2014 findet an der Universität Tübingen das 9. internationale Symposium des Projekts „Wertewelten“ statt, Thema ist in diesem Jahr das „Vertrauen“. In Zeiten des umfassenden „controlling“ und weltumspannender Abhörtechnologie, wenn also Verrat und Bespitzelung in globalem Maßstab in der Luft liegen, wird erkennbar besonders insistent an Vertrauen appelliert: Ein Versuch mit Begriffen wie Urvertrauen, Gottvertrauen unsere Weltbilder zu stabilisieren. Denn ohne ein gewisses Grundvertrauen würden unsere sozialen Strukturen nicht funktionieren. So stellt sich die Frage, ob dieses Vertrauen möglicherweise bloß eine gesellschaftsnotwendige Illusion darstellt, um eine Art Gemeinschaftsgefüge herzustellen. Darüber hinaus ist „Vertrauen“ nicht nur eine öffentliche, sondern auch eine zutiefst individuelle, ja intime Kategorie. Vertrauen ist mithin der Stoff, aus dem die Träume gesellschaftlichen Arrangements sind. Die Fragestellung des Forums richtet sich auf interkulturelle Ähnlichkeiten, Differenzen und Gemeinsamkeiten der Vertrauenssysteme. Zu fragen ist nach den Zusammenhängen zwischen dem Vertrauensverhältnis und den jeweiligen sozialen, kulturellen, politischen, religiösen, ethischen Rahmenbedingen.

In den großen Abendveranstaltungen spricht zunächst der SchriftstellerHans Christoph Buch (Berlin) am Donnerstag, 10. Juli, um 20 Uhr im Kupferbau, Hörsaal 21, zum Thema „Trau, schau, wem? Krise Europas – Krise der Demokratie“. Am Freitag, 11. Juli, um 20 Uhr hält der israelische Diplomat und Publizist Avi Primor einen Vortrag über: „Misstrauen im Nahen Osten abbauen – Vertrauen entwickeln”, ebenfalls im Kupferbau, Hörsaal 22.

Das Wertewelten-Forum mit zahlreichen Vorträgen renommierter internationaler Literatur-, Kultur-, Politik- und Erziehungswissenschaftler sowie Juristen ist ebenfalls öffentlich. Es findet am 11. und 12. Juli ganztägig im Hölderlinturm (Bursagasse 6) statt.

Zum Projekt „Wertewelten“

Ziel des seit 2008 bestehenden Projekts „Wertewelten“ ist es, verschiedene, in ihrer charakteristischen Denkweise begründete Wertesysteme einander gegenüberzustellen und ihre Spezifika zu erkunden. Anstelle abstrakter Modelle und ethischer Wunschvorstellungen, die auf die Etablierung globaler Standards abzielen, liegt der Schwerpunkt auf der sprachlichen Vermittlung und Konstruktion von Werten und ihrer von Kultur zu Kultur sehr unterschiedlichen Gewichtung. Das Projekt wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert.

Nähere Informationen zur Tagung unter: www.wertewelten.net

Kontakt:

Prof. Dr. Jürgen Wertheimer

Universität Tübingen

Philosophische Fakultät

Deutsches Seminar

Telefon +49 7071 29-72907

juergen.wertheimer[at]uni-tuebingen.de

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