Institut für Medienwissenschaft

Herzlich willkommen am Institut für Medienwissenschaft

Das Institut für Medienwissenschaft zum Wissenschaftstag #4genderstudies

Angesichts andauernder Diskussionen um die Relevanz von Gender Studies an deutschen Hochschulen, beziehen wir, das Institut für Medienwissenschaft, hiermit Stellung:

Das Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen steht mit seinen Lehr- und Forschungstätigkeiten in der Tradition einer kultur- und gesellschaftstheoretisch fundierten Medien- und Kommunikationsforschung. Diese gründet auf dem Einbezug vielfältiger theoretischer Ansätze und Methoden. Geschlechtertheorien und die international etablierten Gender Media Studies betrachten wir als selbstverständlichen und wichtigen Bestandteil unserer wissenschaftlichen Arbeit und der akademischen Qualifizierung der Studierenden.

Denn wir leben in einer Mediengesellschaft, in der Facebook schon 2014 verkündete, dass allein die Geschlechterkategorien ‚Mann‘ und ‚Frau‘ nicht ausreichen, um es Nutzer*innen zu ermöglichen, ihre Identität auszudrücken. Das Bundesverfassungsgericht verfügte im November 2017 die Zulassung einer behördlichen Registrierung jenseits von Männlichkeit und Weiblichkeit. Serien des so genannten Quality-TV präsentieren über Streamingdienste mit „Transparent“, „How to get away with murder“ oder „Modern Family“ schon seit Jahren, dass Normalität und Familie auch lebbar ist jenseits traditioneller Vorstellungen.

Zugleich zeigt eine aktuelle Studie: Männer erklären uns im deutschen Fernsehen die Welt. Im Bereich der Information gibt es deutlich mehr männliche Journalisten und Moderatoren. Auch die Experten sind überwiegend männlich: 79 Prozent in der Information, 69 Prozent in Unterhaltungsprogrammen. Die journalistische Berichterstattung über Politikerinnen sieht deutlich anders aus als über Politiker: Das ‚Gendering‘ von Führungspositionen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in der Medienkommunikation ist vielfach belegt. Aus guten Gründen also kämpft ‚ProQuote Medien‘ als Vereinigung von Journalistinnen und Journalisten seit Jahren für eine paritätische Besetzung von Führungspositionen in Medienhäusern. Auch die Welt in Filmen hinkt der Realität hinterher: 40% aller Frauen sind berufstätig, in fiktionalen Rollen sind es nur 20%, davon nur 1% als Managerinnen, Politikerinnen oder Wissenschaftlerinnen. Und die Studie „Gender Bias Without Borders“, in der die zehn erfolgreichsten Filme unterschiedlicher Länder untersucht werden, ergab: Im Bereich der sexualisierten Darstellung von Frauen liegt Deutschland an der Spitze.

Im Institut für Medienwissenschaft beschäftigen wir uns mit solchen Phänomenen und greifen sie im Dialog mit den Studierenden auf – auch damit wir uns auf der Höhe des internationalen Forschungsstands zu bewegen und der Verantwortung in unserer Lehre als Beitrag für ein demokratisches Zusammenleben gerecht zu werden.

Die Bachelor- und Masterstudiengänge des Instituts für Medienwissenschaft (IfM) bieten den Studierenden eine enge Verflechtung von Theorie und Praxis, von Medienkompetenz und Reflexionsfähigkeit, Methodenwissen und aktueller Forschung.

Das gesamte Medienspektrum wird abgebildet

Das Rückgrat des Instituts bilden eng vernetzte Lehrstühle, die das komplette Medienspektrum von Print- und Onlinemedien über Radio, Film und Fernsehen, Medienwandel und Medieninnovation bis hin zu Werbung, Marketing und Unternehmenskommunikation abbilden. Forschung und Lehre sind interdisziplinär orientiert: Die Produktion und Rezeption von Medieninhalten wird unter technischen und wirtschaftlichen ebenso wie unter politischen, sozialen, psychologischen und ästhetischen Aspekten behandelt. Die Tübinger Wissenschaftler sind im internationalen Diskurs präsent und unterhalten zahlreiche Kontakte zu medien- kommunikationswissenschaftlichen Lehrstühlen und Forschungseinrichtungen weltweit. Innerhalb der Universität Tübingen werden ihre Lehrangebote auch außerhalb der Medienwissenschaft von zahlreichen Fächern nachgefragt.

Theorie und Praxis „auf Augenhöhe“

Wenn Sie in Tübingen Medienwissenschaft studieren, lernen Sie eine hochmotivierte Forschung kennen, die darauf zielt, die Gesetze der Medienwelt auszuleuchten und aktuelle Trends im Journalismus, in der Werbung, in der Film- und Fernsehbranche zu entschlüsseln. Die Praxis steht der Theorie gleichberechtigt zur Seite: Schreib- und Interviewtrainings, TV- und Radioseminare, Übungen zur digitalen Mediengestaltung und zum Produktionsmanagement vermitteln Ihnen wichtiges Handwerkszeug, Kontakte mit Praktikern geben Ihnen wertvolle Einblicke in mögliche Berufsfelder.

Auf den folgenden Netz-Seiten finden Sie alle relevanten Informationen rund um das Studium. Sie lernen die Lehrenden kennen, bekommen einen Einblick in die Inhalte von Forschung und Studium und erfahren, wie man sich bewirbt.