Lehrstuhl für Literaturgeschichte der Frühen Neuzeit

Prof. Dr. Jörg Robert

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Universität Tübingen
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SCHEINE
Schein-Ausgabe im Sekretariat (Raum 357) zu den angegebenen Sprechzeiten.
Bitte wenden Sie sich bei organisatorischen und technischen Fragen ebenfalls an meine Administration.

Sprechstunde im Wintersemester 2018/19

Dienstags 12-13 Uhr

Bitte tragen Sie sich in der Liste an der Tür zu Raum 354 ein.


Aktueller Artikel

Poetische Naturwissenschaft. Martin Opitz’ Lehrgedicht Vesuvius (1633).
In: Daphnis (46/2), 188-214.

Der Artikel beschäftigt sich mit Martin Opitz' didaktischem Gedicht Vesuv (1633) und versucht, seine grundlegenden poetischen und erkenntnistheoretischen Fragen zu klären. In seinem Buch von der Deutschen Poeterey (1624) stellt Opitz ein Regelwerk für das Genre Carmen Heroicum auf, das sowohl didaktische Poesie als auch erzählerische Epen umfasst. Besonders didaktische bzw. wissenschaftliche Poesie spielt in Opitz' Gesamtkonzept der Poesie eine entscheidende Rolle, da sie die Fiktion ("Erdichtung") leugnet und strenge Sachlichkeit beansprucht.

Die Vesuv-Katastrophe wird als deutlicher Hinweis Gottes für die Menschheit auf das Ende von moralischer Entbehrung und Bürgerkrieg interpretiert. Die Rolle des Dichters als Poeta vates bzw. poeta theologus soll somit der Vermittler / Übersetzer / Dolmetscher zwischen Gott und der Menschheit sein, eine Vermittlung, die eigentlich in Form von philologischer Interpretation und Kommentar erfolgt. Der Text des Druckes von 1633 spiegelt diese Konstellation wider, indem er Text und Paratext (Kommentar) zu einem einzigartigen Ensemble verwebt. Der Vesuv ist mit seiner besonderen Textgestaltung und seiner entmutigenden Komplexität symptomatisch für vormoderne Verhandlungen zwischen Naturwissenschaften, Religionswissen und Literatur.

Kurzfassung übersetzt aus Daphnis (46/2).