Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft

Sprachalltag II: Sprachatlas - Digitalisierung - Nachhaltigkeit

Vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg und von der Universität Tübingen getragen. Hinzu kommen Unterstützungen des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und des Fördervereins Schwäbischer Dialekt e. V.

Laufzeit 2015 - 2020
Leitung Prof. Dr. Reinhard Johler
Prof. Dr. Hubert Klausmann
Wiss. MitarbeiterInnen

Dr. Rudolf Bühler
Andreas Ganzenmüller, M.A.
Dr. Mirjam Nast

Von 2009 bis 2015 ist am Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft das von Hubert Klausmann und Bernhard Tschofen beantragte Projekt „Sprachalltag in Nord Baden-Württemberg“ durchgeführt worden. Nun hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gemeinsam mit der Eberhard Karls Universität Tübingen und dem Förderverein „Schwäbischer Dialekt“ die Verlängerung des Projektes bis 2020 ermöglicht.

Ziele

1. Abschluss des Sprachatlas von Nord Baden-Württemberg:

Im Vorgängerprojekt wurden in über 160 Ortschaften Nord Baden-Württembergs Aufnahmen der sogenannten Grundmundart durchgeführt, um ein möglichst homogenes Sprachmaterial als Ergänzung des für den Süden Baden-Württembergs an der Universität Freiburg bereits vor 30 Jahren erstellten „Südwestdeutschen Sprachatlas“ zu erhalten. In den kommenden Jahren werden nun ca. 200 Karten zur Lautgeografie, zur Grammatik und zum Wortschatz erstellt werden, die auf der Homepage des Projekts veröffentlicht werden. Die Fertigstellung dieses Projektteils ist für das Jahr 2020 vorgesehen. Dann wird auch die letzte Lücke in der Erforschung der Basisdialekte des gesamten süddeutschen Raumes geschlossen sein.

2. Anfertigung des Sprechenden Sprachatlas:

In Anlehnung an den digitalen Sprachatlas von Bayern sollte auch für Baden-Württemberg ein digitaler Sprachatlas erstellt werden. Der Ende 2017 fertiggestellte Sprechende Sprachatlas enthält Aufnahmen aus 57 Ortschaften auf 103 Karten. Der fertige Sprechende Sprachatlas ist HIER online zu finden.

3. Digitalisierung des gesamten Arno-Ruoff-Archivs:

Dieses umfasst für Baden-Württemberg, Bayerisch-Schwaben, Vorarlberg, und Liechtenstein über 1.600 von Arno Ruoff (anfänglich auch von Hermann Bausinger) gemachte Tonbandaufnahmen aus den Jahren 1955-2005 sowie die hierzu erstellten Umschriften im Umfang von über 20.000 Textseiten. Nach der Sicherung aller Tonaufnahmen werden die Umschriften mit einer zusätzlichen hochsprachlichen Version ergänzt. Alle Aufnahmen werden mit Suchbegriffen versehen, die sowohl für die sprachwissenschaftliche (etwa: Suche nach bestimmten Konjunktionen) als auch für die kulturwissenschaftliche Forschung (etwa: Erster Weltkrieg, Schule, Krankheiten, Arbeit) verwendbar sind. Das gesamte Archiv wird spätestens ab 2020 vollständig digital zur Verfügung stehen.

Der Prozess der Digitalisierung wird von bilanzierenden Workshops begleitet. Gleichzeitig soll das Spracharchiv in Lehrveranstaltungen genutzt sowie in weiteren Projekten kulturwissenschaftlich ausgewertet werden. Damit wird im Projekt aber nicht nur ein großer und bedeutender Archivbestand zugänglich gemacht, sondern auch ein produktiver Weg für eine kulturwissenschaftliche Dialektforschung aufgezeigt.

Lehre

Aktuelle Lehrveranstaltungen zu Dialekt am LUI: