Trilaterale Forschungskonferenzen: Freiheit der Kunst (Villa Vigoni)
Geschichte – Praktiken – Theorie / La liberté de l'art. Histoire – Pratiques – Théorie / Libertà dell'arte. Storia – Pratiche – Teoria
2026 – 2028
Gefördert durch DFG, Fondation Maison des Sciences de l‘ Homme (FMSH) und Villa Vigoni
Die meisten Verfassungen der freiheitlichen Staaten in Europa werden durch umfangreiche Grund- und Freiheitsrechte eröffnet, deren politische wie ideengeschichtliche Wurzeln teils in die Aufklärung, teils bis in die Antike zurückreichen. Neben der Freiheit der Religion oder Freiheit der Meinungsäußerung stellt dabei die Freiheit der Kunst ein zentrales Grundrecht dar.
Dennoch ist die Freiheit der Kunst – ästhetische Autonomie – keine Selbstverständlichkeit und dies weniger denn je, wie die restriktive Kunst- und Literaturpolitik autoritärer oder totalitärer Regimes zeigt. Gerade heute wird die Freiheit des künstlerischen Ausdrucks von Menschen, Institutionen oder sozialen Gruppen gefordert, diskutiert oder neu definiert: vor Gericht, in der öffentlichen Debatte über Medien und soziale Netzwerke oder im künstlerischen Bereich selbst. Das wirft Fragen auf: Wie weit reicht die Freiheit der Kunst und wo liegen ihre Grenzen?
Die Tagung will die gesellschaftlichen, politischen und moralischen Hintergründe einzelner Fälle ausloten und die bestehende Auseinandersetzung mit dem Thema in der Forschung aufarbeiten. Vor dem Hintergrund ethischer Vorgaben sollen Praktiken freier Kunstausübung beschrieben und Theorien einer Freiheit der Kunst formuliert werden.
Projektkoordination und Leitung:
Prof. Dr. Jörg Robert, Universität Tübingen
Prof. Dr. Gisèle Sapiro, EHESS und Senior Researcher am CNRS Paris
Prof. Dr. Antonino Falduto, Università degli Studi di Ferrara
Trilaterale Forschungskonferenzen
Tagung 1 (2026): Die Freiheit der Kunst historisch
4. - 5. September 2026
Tagung 2 (2027): Kunst als Befreiung. Werke, Ereignisse und Praktiken
3. - 4. September 2027
Tagung 3 (2028): Freiheit der Kunst. Neue Theorien
1.- 2. September 2028
Die Freiheit der Kunst und ihre Einschränkungen sind in Deutschland, Frankreich und Italien von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Beim ersten Treffen geht es um die europäische Geschichte der Freiheit der Kunst seit der Vormoderne. Beim zweiten Treffen werden der ästhetische Selbstausdruck von Unterlegenen und deren Werke und Praktiken der Befreiung analysiert. Beim dritten Treffen sollen auf dieser Basis neue Ansätze zu Theorien einer Freiheit der Kunst entwickelt werden.
La liberte de l'art et ses restrictions sont d'une grande importance sociale en Allemagne, en France et en Italie. La premiere rencontre portera sur l'histoire europeenne de la liberte des arts depuis l'epoque pre-moderne. La deuxieme session s'interessera a l'art en tant que moyen d'expression des minorites, et analysera les oeuvres,evenements et pratiques esthetiques liberatrices. Le troisieme atelier vise ensuite a developper de nouvelles approches sur la theorie d'une liberte de l'art.
La liberta dell'arte e le sue restrizioni sono molto importanti per la societa in Germania, Francia e Italia. Il primo incontro si concentrera sulla storia europea della liberta artistica fin dall'epoca premoderna. Il secondo incontro analizzera l'autoespressione estetica degli emarginati e le loro opere e pratiche di liberazione. Sulla base dei risultati ottenuti nei primi due incontri, nel terzo verranno sviluppati nuovi approcci alle teorie della liberta artistica.