Lehre
Übersicht der Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2026/27
Prof. Dr. Martina Thiele
BA G1: Vorlesung: Einführung in die Medienwissenschaft
Zeit: Dienstags, 12-14 Uhr,
Beginn: 20.10.2026
Raum: Neue Aula, Hörsaal 9
Inhalt: Die Vorlesung sowie das sie begleitende Tutorium sind Pflichtveranstaltungen für alle Erstsemester der Medienwissenschaft. Die Vorlesung dient der Einführung in das Studium der Medienwissenschaft (Untersuchungsgegenstände, Forschungsbereiche, Theorien und Methoden) und soll den Studierenden einen Überblick über die zentralen Inhalte des Faches geben, um eine intensive Mitarbeit im Verlauf des Studiums zu ermöglichen und zu fördern. In der Vorlesung „Einführung in die Medienwissenschaft“ werden folgende Themen vorgestellt:
- Traditionen der Fachgeschichte, Ausdifferenzierung der Disziplin (Zeitungskunde, Publizistik, Journalistik, Medien- und Kommunikationswissenschaft);
- Paradigmen, Basistheorien, Methodologie und Methoden (wissenschaftstheoretische Grundlagen);
- Verhältnis von Medienwissenschaft und Medienpraxis; spezifische Berufsfelder und Kompetenzanforderungen;
- Kommunikationsmodelle und Kommunikationstheorien;
- Ethik der Medien und des Journalismus;
- Öffentlichkeits- und Medientheorien;
- Typologie und Transformation von Mediensystemen; aktuelle Dimensionen des Medienwandels;
- Medienrezeptions- und Medienwirkungsforschung.
Eine Vertiefung der Vorlesungsinhalte sowie die Einführung in wissenschaftliche Arbeitstechniken/Propädeutik erfolgen in den Tutorien und werden durch verbindliche Schulungsangebote der Universität ergänzt (Bibliotheksführungen, Software-Schulungen etc.).
Die Tutorien/Übungen zur G1-Vorlesung finden zu folgenden Zeiten statt:
- Kurs A: Dienstag, 14-16 Uhr, R 127, Tutor: Julian Wälder
- Kurs B: Dienstag, 18-20 Uhr, R 127, Tutor: Julian Wälder
- Kurs C: Mittwoch, 16-18 Uhr, R 206, Tutorin: Liisa Schilling
- Kurs D: Mittwoch, 18-20 Uhr, R 206, Tutorin: Emily Kratz
- Kurs E: Donnerstag, 14-16 Uhr, R 127, Tutorin: Hannah Fuss
- Kurs F: Donnerstag, 16-18 Uhr, R 127, Tutorin: Anouk Krafft
BA G3: Vorlesung: Medienwandel und Medienkonvergenz: Strukturwandel der Öffentlichkeit
Zeit: Donnerstags, 12-14 Uhr
Beginn: 22.10.2026
Raum: Neue Aula, Hörsaal 9
Inhalt: Öffentlichkeit ist für die Medien- und Kommunikationswissenschaft ein zentraler Begriff; Jürgen Habermas‘ Werk „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ (1962) zählt zu den kanonischen Texten, auf die immer wieder Bezug genommen wird. Habermas selbst sprach 2022 wie schon zuvor z.B. Kurt Imhof (2003) vom „Neuen Strukturwandel der Öffentlichkeit“ (Habermas 2022) – doch was ist tatsächlich neu und was hat sich nicht verändert, wenn wir auf Medienbesitzverhältnisse, -inhalte, Produktions- und Rezeptionsbedingungen, Journalismus, PR und Werbung, Medienpolitik und Debatten über Digitalisierung und KI, Meinungsfreiheit und Zensur schauen?
In der Vorlesung werden wir diese unterschiedlichen Themenfelder unter Berücksichtigung der aktuellen Forschung zum Strukturwandel der Öffentlichkeit sowie der Forschung zu Neuen sozialen (Protest-)bewegungen und Medien bearbeiten und z.T. mit Gästen diskutieren. „Protest!“ wird zudem das Oberthema der im Zusammenhang mit der G3-Vorlesung stehenden Tübinale 2027 sein.
BA G3: Übung zur Vorlesung: Medienwandel und Medienkonvergenz: Strukturwandel der Öffentlichkeit
Zeit: Dienstags, 16-17 Uhr
Beginn: 27.10.2026, Die Aufteilung der Arbeitsgruppen erfolgt zuvor in der G3-Vorlesung
Raum: R 127, Brecht Bau
Inhalt: In der Übung zur Vorlesung werden Vorlesungsinhalte vertieft, etwa durch die Diskussion von Basistexten, weiterführender Literatur oder aktuellen Ereignissen und Debatten. Das dient zum einen der Vorbereitung auf die Klausur, zum anderen der Themenfindung für diejenigen Studierenden, die ein Filmprojekt zu „Protest!“ planen. Sie erhalten Feedback auf ihre Ideen und Hilfestellung bei der Umsetzung.
Master-KO: Kolloquium für Masterstudierende
Zeit: Montags, 16-18 Uhr, 14-täglich
Beginn: 26.10.2026, die erste Sitzung wird via Zoom stattfinden, später R 128a, Brecht Bau. Anmeldung per Email bis zum 5.10.2026.
Inhalt: Die Teilnehmer:innen entwickeln im Austausch miteinander Ideen für ihre Masterarbeit. Dabei ist zu klären, was ein medienwissenschaftlich relevantes und in einem begrenzten Zeitraum zu bearbeitendes Thema ist, welche Theorien und Methoden weiter führen, wie die Arbeit aufgebaut und welche Literatur in welcher Form berücksichtigt werden sollte. Die Teilnehmer:innen berichten im Verlauf des Semesters über ihre Fortschritte und erhalten Feedback aus der Gruppe und von der Seminarleiterin. Ziel ist, am Ende des Semesters ein ausgearbeitetes Exposé inklusive Zeitplan oder bereits einzelne Kapitel der Arbeit vorlegen zu können. Zudem erhalten die Teilnehmer:innen Informationen über den Ablauf des Verfahrens von der Anmeldung bis Einreichung der Arbeit und lernen die Situation „mündliche Prüfung“.
Dr. Helena Atteneder
M6 II.1: Normen und Standards im Mediensystem: Kartographische Darstellungen als mediale Konstrukte – von Theorie, Kritik und Praxis zur neopragmatistischen Perspektive
Zeit: Mittwochs, 14-16 Uhr
Beginn: 28.10.2026
Raum: H 404, Rümelinstr. 19-23
Inhalt: Kartographische Darstellungen sind mehr als bloße Abbildungen der Welt – sie sind mediale Konstrukte, die Raum nicht nur repräsentieren, sondern aktiv mitgestalten. Als raumgenerierende Medien beeinflussen Karten maßgeblich, wie wir Räume wahrnehmen, aneignen und nutzen.
Aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen – etwa die COVID-19-Pandemie, die Klimakrise oder der Krieg in der Ukraine – zeigen eindrücklich, wie kartographische Visualisierungen Teil öffentlicher Deutungs- und Aushandlungsprozesse werden. Im Seminar beschäftigen wir uns mit diesen Zusammenhängen und untersuchen Karten als Instrumente der Wissensproduktion, politischen Kommunikation und Alltagsorientierung.
Die Lehrveranstaltung bietet einen Überblick über theoretische Grundlagen, historische Entwicklungslinien und gegenwärtige Praxen der Kartographie. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf kritischen Zugängen, etwa aus der Wissenschafts- und Medientheorie sowie der (post-)kritischen Kartographie. Die Studierenden reflektieren Machtverhältnisse und Interessen, die kartographischen Darstellungen zugrunde liegen – und erproben gleichzeitig eigene kartographische Projekte.
Das Seminar richtet sich an Master-Studierende der Medienwissenschaft und Geographie und ist bewusst interdisziplinär angelegt. Ziel ist es, Perspektiven beider Fächer zusammenzuführen, um Analyse-, Reflexions- und Gestaltungsfähigkeiten im Umgang mit kartographischen Medien zu fördern. Im Rahmen eines eigenständigen Projekts bearbeiten die Studierenden ein selbstgewähltes, gesellschaftlich relevantes Thema – theoriegeleitet und praxisorientiert.
M6 II.2: Verantwortung in Organisationen und Institutionen
Zeit: Mittwochs, 10-12 Uhr
Beginn: 28.10.2026
Raum: R 128a, Brecht Bau
Inhalt: Die zunehmende Erosion lokaler journalistischer Angebote wirft grundlegende Fragen nach der Verantwortung von Medienorganisationen, Politik und Zivilgesellschaft auf. Im Zentrum dieser Lehrveranstaltung steht das Phänomen der “News Deserts”. Das sind Regionen, in denen der Zugang zu verlässlichen, vielfältigen und unabhängigen lokalen Nachrichten gefährdet oder nicht mehr gegeben ist.
Wir untersuchen, wie kartographische Visualisierungen von Nachrichtenangeboten diese räumlichen Ungleichheiten sichtbar machen und dabei zugleich selbst Teil von Verantwortungsdiskursen werden. Denn Karten sind keine neutralen Abbilder, sondern mediale Konstrukte, die durch ihre Gestaltung, Klassifikationen und Nutzungszusammenhänge spezifische Wirklichkeiten hervorbringen.
Anhand europäischer Fallbeispiele (u.a. Wüstenradar, Local Media for Democracy) analysieren wir, wie kartographische Praktiken mit institutionellen Verantwortlichkeiten, Governance-Strukturen und demokratischen Teilhabechancen verwoben sind. Die Studierenden entwickeln ein kritisches Verständnis für die normativen Implikationen von Kartierungen: Welche Akteure werden sichtbar, welche bleiben unsichtbar? Welche Verantwortung tragen Kartenmachende für das Bild, das sie von lokalen Informationsökologien zeichnen?
In Kleingruppen erarbeiten die Studierenden eigene Kartierungsprojekte zu regionalen Nachrichtenangeboten, reflektieren methodische Entscheidungen und diskutieren deren Potenziale und Grenzen für verantwortungsvolles Handeln in Medienorganisationen und Institutionen.