Institut für Sportwissenschaft

18.08.2026

Unterhaltungswert im europäischen Fußball trotz Dominanz von Topclubs hoch

Studie der Universität Tübingen und der Universität Zürich misst Unterhaltungswert in fünf europäischen Topligen – Spiele mit Topclubs sind oft weniger spannend, liefern aber dennoch Überraschungen.

Die Attraktivität von Fußballspielen für Zuschauerinnen und Zuschauer gilt als eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg professioneller Sportligen. Entsprechend beschäftigen sich Ligaverantwortliche mit der Frage, wie Wettbewerbe möglichst interessant gestaltet werden können. Aber wie kann man Attraktivität von Spielen und Wettbewerben messen?

Eine verbreitete Annahme lautet: Je geringer die Leistungsunterschiede zwischen den Teams und je schwieriger der Ausgang eines Spiels vorherzusagen ist, desto attraktiver ist das Spiel. Ob sich der Unterhaltungswert von Fußballspielen tatsächlich über die Vorhersagbarkeit von Ergebnissen erklären lässt, haben Forschende der Universität Tübingen und der Universität Zürich gemeinsam untersucht anhand von über 25.000 Spielen der Premier League, Bundesliga, La Liga, Serie A und Ligue 1.

Die Ergebnisse zeigen, dass er sich genauer beschreiben lässt, wenn statt einer einzigen Kennzahl zwei unterschiedliche Aspekte des Zuschauererlebnisses betrachtet werden: Spannung (Suspense) und Überraschung (Surprise) tragen zur Attraktivität eines Spiels bei, fallen jedoch oft unterschiedlich aus. Die Studie ist im European Journal of Operational Research erschienen.

  • Paper: Raphael Flepp, Tim Pawlowski, Travis Richardson: Suspense and surprise in European football. European Journal of Operational Research, 2026, https://doi.org/10.1016/j.ejor.2026.07.017
  • Pressemitteilung der Universität Tübingen: Link