Philosophische Fakultät

Nachrichtenarchiv

22.09.2014

Wie Sprache unser Denken beeinflusst

300 Wissenschaftler diskutieren Fragestellungen der Kognitionswissenschaft im Kupferbau der Universität Tübingen

Alle zwei Jahre tagt die Gesellschaft für Kognitionswissenschaft (GKev). Nach Potsdam (2010) und Bamberg (2012) empfängt in diesem Jahr Tübingen den Kern der deutschen wie internationalen Forschungscommunity: Vom 29. September bis 2. Oktober treffen sich etwa 300 Forscher im Kupferbau der Universität (Hölderlinstr. 5) und diskutieren aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen.

Kognitionswissenschaft – wie wir denken, lernen zu denken, Dinge verstehen und mit der Welt interagieren – ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das Informatiker und Forscher der Künstlichen Intelligenz in seinen Bann ebenso zieht wie Psychologen, Linguisten, Neurowissenschaftler, Mediziner, Erziehungswissenschaftler, Anthropologen und Philosophen. Die Tagung hat das Leitthema „Wie Sprache und Verhalten unser Denken bedingen“, also wie unsere Gedanken stark von unserer Sprache, aber auch von unseren einfachen und komplexen motorischen Fähigkeiten beeinflusst werden.

Zu diesem Thema sprechen renommierte internationale Forscher: Natalie Sebanz (Zentrale Europäische Universität in Budapest, Ungarn) erforscht, wie wir unser Verhalten miteinander koordinieren und aufeinander abstimmen. Harold Bekkering (Donders Institute in Nijmegen, Niederlande) untersucht, wie wir andere Personen wahrnehmen und wie dies stark von unserem sprachlichen Wissen beeinflusst wird. Neurowissenschaftler Karl Friston (University College London, England) spricht über grundlegende Informationsverarbeitungsprinzipien, die unser Gehirn anwendet, um die Welt zu verstehen und mit ihr zu interagieren. Henrik Ehrsson (Karolinska Institutet Stockholm, Schweden) beschäftigt sich damit, wie wir unseren eigenen Körper wahrnehmen und welche Probleme neuropsychologische und neuropsychiatrische Patienten dabei haben. Gregor Schöner (Institut für Neuroinformatik, Ruhr-Universität Bochum) stellt anhand eines Modells vor, wie höhere Kognition und Sprachverstehen aus unseren Fähigkeiten, mit der Welt zu interagieren, entstehen können. Wayne Gray (Rensselaer Polytechnic Institute, Troy, USA) spricht über seine Forschung zur Gedankenwelt und Andersartigkeit von „extremen Experten“.

Auf dem Programm stehen weitere Vorträge, Symposia zum Leitthema der Konferenz und zu angewandten kognitionswissenschaftlichen Themen (zum Beispiel Interaktion mit Smartphones und Tablets oder Sicherheit beim Autofahren durch intelligente Hilfestellungen und Warnsysteme), Tutorials zu aktuellen kognitionswissenschaftlichen Themen, eine Poster-Präsentationsrunde und viele Diskussionsrunden. Das Rahmenprogramm beginnt am Montag, den 29. September, um 17.40 Uhr im Hörsaal 21 des Kupferbaus mit dem ersten eingeladenen Vortrag, einem Stehempfang und einem Science Slam.

Die Tagung steht allen Interessierten offen. Eine Registrierung ist sowohl auf der Konferenz selbst im Tagungsbüro (Kupferbau) möglich, bis dahin aber auch online unter:
https://www.regonline.com/builder/site/?eventid=1536126

Weitere Informationen und Programm unter:

http://www.ccs.uni-tuebingen.de/kogwis14

Kontakt:

Prof. Dr. Martin V. Butz
Lokales Team: Dr. Anna Belardinelli, Dr. Elisabeth Hein & Dr. Jan Kneissler
Universität Tübingen
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Cognitive Modeling
Department of Computer Science / Department of Psychology
Telefon +49 7071 29-70429
Fax +49 7071 29-5719
martin.butz[at]uni-tuebingen.de

http://cm.inf.uni-tuebingen.de/

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