Philosophische Fakultät

Herzlich willkommen an der Philosophischen Fakultät

Zum Wintersemester 2018/19 begrüßen wir herzlich

Prof. Dr. Bernhard Tesch

Romanistische Fachdidaktik

Mein beruflicher und akademischer Werdegang ist eher untypisch für neuere fachdidaktische Professuren. Es ist selten geworden, dass Lehrende mit längerer schulischer Berufserfahrung den Weg zurück an die Hochschule und in die Hochschuldidaktik finden. In meinem Falle umfasst die Lehrtätigkeit an Schulen den Beginn des Referendariats 1983 bis zum Ausscheiden aus dem aktiven Schuldienst im Jahre 2005.

Nach meinem Studium der Romanistik, Geschichte und Politikwissenschaft in Mainz, Genf und Heidelberg unterrichtete ich zunächst an der Deutschen Schule in Madrid und kehrte 1991 als Gymnasiallehrer nach Deutschland zurück. Ich unterrichtete in Speyer am Rhein und in Bad Bergzabern Französisch, Spanisch und Geschichte. Parallel dazu begann ich mit ersten fachdidaktischen Veröffentlichungen. 2001 wurde ich Fachberater für den bilingualen Französischunterricht in Rheinland-Pfalz.

2005 wurde mir am gerade neugegründeten Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) in Berlin die Stelle eines Projektkoordinators für das Fach Französisch angeboten, die ich annahm. Im Zuge dieser Tätigkeit konnte ich nicht nur wertvolle Einblicke in die Nahtstelle von Bildungsforschung und Bildungspolitik (KMK) gewinnen, sondern auch meine wissenschaftlichen Grundlagen aktualisieren. Ich promovierte berufsbegleitend an der Freien Universität Berlin und arbeitete in meinem Forschungsvorhaben zu den kompetenzorientierten Lernaufgaben im Fremdsprachenunterricht mit der Dokumentarischen Methode.

Im Frühjahr 2013 erhielt ich den Ruf nach Kassel auf den Lehrstuhl für die Didaktik des Französischen und Spanischen und 2018 den Ruf nach Tübingen für die Romanistische Fachdidaktik.

Meine derzeitigen Tätigkeitsschwerpunkte liegen schwerpunktmäßig in der  Unterrichtsforschung und der rekonstruktiven Fremdsprachenforschung mit Hilfe der dokumentarischen Methode; weitere Schwerpunkte bilden die Kompetenzorientierung und die Weiterentwicklung der fachdidaktischen Hochschullehre.
Bei aller Begeisterung für die Forschung: eine ebenso wichtige Aufgabe sehe ich in der Ausbildung und Persönlichkeitsbildung von jungen Menschen, die einmal einen der wertvollsten Berufe ausüben werden, den es in unserer Gesellschaft gibt.

Prof. Dr. Carolin Führer

Fachdidaktik Deutsches Seminar

Carolin Führer ist seit Oktober 2018 Tenure Track-Professorin für Deutsche Philologie und Didaktik der deutschen Literatur. Sie ist 1985 im Erzgebirge geboren, verheiratet und hat 2 Söhne.
Sie absolvierte ihr 1. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Deutsch, Italienisch und Geschichte in Dresden und Siena und war danach Lehrkraft für besondere Aufgaben am Lehrstuhl für Neueste deutsche Literatur und Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der TU Dresden, wo sie mit einer qualitativen Studie zu den Auswirkungen gesellschaftlicher Transformationsprozesse auf den Deutschunterricht promovierte. Parallel dazu absolvierte sie ihren Vorbereitungsdienst im Freistaat Sachsen, welchen sie 2013 mit dem 2. Staatsexamen abschloss.

Anschließend lehrte und forschte sie u.a. zur Rezeption grafischer Literatur an der TU Dresden, darüber hinaus schloss sie ein weiteres Staatsexamen im Fach Deutsch als Zweitsprache ab. An der Bergischen Universität Wuppertal arbeitete sie als Akademische Rätin für Literaturdidaktik u.a. zu rezeptionsseitigen Prozessen ästhetischer Erfahrung im Umgang mit Literatur. Bücher liegen neben der o.g. Dissertation inzwischen zur Theorie von Erinnerungskulturen und ihren Didaktiken, zur Didaktik von Autorschaft im Literaturunterricht, zur Balladendidaktik und zur fachdidaktischen Professionalisierungsforschung vor.

Seit Beginn ihrer akademischen Tätigkeit führt Führer praxisbegleitende Lehre durch, weshalb sie sich intensiv um eine eigenständige Profilierung einer wissenschaftlichen Fachdidaktik bemüht, in der das Lesen, Schreiben und Verstehen von Literatur und Medien in einem relationalen Verhältnis zu aktuellen Bildungs- und Erziehungsansprüchen steht.

Zum Sommersemester 2018 begrüßen wir herzlich:

Prof. Dr. Hanno Ehrlicher

Professur für Romanische Philologie mit dem Schwerpunkt Iberoromanische Literaturen

Hanno Ehrlicher (geb. 1968) ist im April 2018 auf die Professur für Romanische Philologie mit dem Schwerpunkt Iberoromanische Literaturen an der Philosophischen Fakultät berufen worden. Er kommt von der Universität Augsburg, wo er die Professur für Romanische Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt Iberoromania inne hatte und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Spanien-, Portugal- und Lateinamerikastudien (ISLA) war.
Hanno Ehrlicher hat an den Universitäten Würzburg und Salamanca sowie an der Freien Universität Berlin studiert, wo er seinen Magister in Neuerer Deutscher Literatur und Spanischer Philologie abschloss. Dort wurde er in Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft mit einer Arbeit zu Manifestationspraktiken und Gewaltphantasien europäischer Avantgarden promoviert. Er war an der Universität Heidelberg tätig, wo er sich 2008 habilitierte. Er hatte Lehrstuhlvertretungen an den Universitäten Mannheim, Gießen und an der LMU München inne, bevor er 2011 an die Universität Augsburg berufen wurde.
Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der Literatur und Kultur der Frühen Neuzeit, der Avantgardeliteratur und des spanischsprachigen Films des 20. Jhdts. und der Gegenwart. Er leitet derzeit ein DFG-Forschungsprojekt zu Literarischen Modernisierungsprozessen und transnationaler Netzwerkbildung im Medium der Kulturzeitschrift und interessiert sich für den methodischen Brückenschlag zwischen tradierten Verfahren der Literaturwissenschaft und neuen computergestützten Ansätzen der Digital Humanties.
(Antje Karbe)

Prof. Dr. Sigrid Köhler

Professur für Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts

Sigrid G. Köhler ist seit Februar 2018 Professorin für Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts an der Philosophischen Fakultät. Sie kommt von der Universität Siegen, an der sie seit 2016 eine Vertretungsprofessur am Germanistischen Seminar innehatte.

Sigrid G. Köhler studierte Germanistik und Romanistik an der Ruhr-Universität Bochum und der Université Libre de Bruxelles und absolvierte ein Promotionsstudium der Germanistik, Romanistik und Ethnologie an der Universität Münster. Dort wurde sie 2002 im Bereich Neuere deutsche Literatur promoviert. Sie forschte an der Yale University in New Haven (USA) und am Germanistischen Institut der Universität Münster. 2010 wurde ihr ein Dilthey Fellowship der VolkswagenStiftung verliehen, ein Format, das exzellente Forscherinnen und Forscher in der Frühphase ihrer wissenschaftlichen Karriere unterstützt, bevor sie 2013 die Vertretungsprofessur „Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Medienästhetik“ an der FernUniversität Hagen übernahm. Im Jahr 2016 war sie zudem für vier Monate als Max Kade Distinguished Visiting Professor an der University of Cincinnati in Ohio (USA) tätig.

Ihre Forschungsinteressen liegen unter anderem in den Bereichen kulturwissenschaftliche Materieforschung, Recht und Literatur, Post/Colonial Studies, Critical Race Theory, nationale Identitäten und Gender Studies. In ihrem Forschungsprojekt „Recht als Kulturtechnik“ erforscht sie welchen Anteil das Recht an der Formierung des modernen Menschen hat. In dem Projekt „Die transnationale Abolitionsbewegung, das populäre deutschsprachige Theater und der europäische Kommunikationsraum um 1800“ arbeitet sie auf, wie die transnationale Debatte um den Kampf gegen den Sklavenhandel in der deutschsprachigen Literatur verarbeitet wurde.

Antje Karbe

Prof. Dr. You Jae Lee

Professur für Koreanistik

You Jae Lee wurde im April 2018 auf die Professur für Koreanistik an der Philosophischen Fakultät berufen. Er forschte und lehrte bereits seit 2010 als Juniorprofessor für Koreanistik an der Universität Tübingen. Seit Oktober 2016 hatte er die Vertretung der jetzigen Professur inne.

You Jae Lee studierte Geschichte, Koreanistik, Philosophie und Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin, an der Humboldt-Universität Berlin und an der Universität Seoul (SNU). 2009 absolvierte er ein Promotionsstudium an der Universität Erfurt, in seiner Promotion im Fach Geschichtswissenschaften widmete er sich den christlichen Missionen während der Kolonialzeit. Bevor er nach Tübingen berufen wurde, war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin und an der Universität Bonn tätig.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Kolonialgeschichte, die Geschichte des Kalten Krieges, Migrationsgeschichte und Alltagsgeschichte. Neuere Projekte beschäftigen sich mit Nordkoreaforschung und der Deutsch-Koreanischen Beziehungsgeschichte. In seiner Zeit als Juniorprofessor richtete Lee den internationalen Bachelor-Studiengang Koreanistik und einen Doppelmasterstudiengang mit der Seoul National University ein. Er gründete 2012 die Außenstelle „Tuebingen Center for Korean Studies at Korea University (TUCKU)“ in Seoul und ist Direktor des ebenfalls 2012 neu gegründeten King Sejong Institute Tübingen, das Kurse zur Sprache und Kultur Koreas anbietet. Zudem leitet er das Forschungsprojekt „Tübingen Global Korea Project“, das von der koreanischen Academy of Korean Studies gefördert wird. 2013 und 2014 war You Jae Lee Präsident der Vereinigung für Koreaforschung im deutschsprachigen Raum, die er mitbegründet hat.

Antje Karbe

Jun.-Prof. Dr. Stefan Krmnicek (Institut für Klassische Archäologie, Antike Numismatik)

Stefan Krmnicek wurde zum Sommersemester 2018 auf die W 1-Junior-Professur für Antike Numismatik berufen. Nach dem Studium in Wien, Frankfurt, Padova und Cambridge wurde er in Frankfurt promoviert; darauf folgten Stationen als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Archäologische Wissenschaften der Universität Frankfurt und als Leverhulme Trust Postdoctoral Research Fellow an der University of Leicester.
Als Leiter der Numismatischen Arbeitsstelle und als Kurator der Sammlung antiker und moderner Münzen und Medaillen des Instituts für Klassische Archäologie im Museum der Universität Tübingen MUT liegt Stefan Krmniceks wissenschaftlicher Schwerpunkt in der Erforschung der Funktion und Bedeutung von Münze und Geld in der griechisch-römischen Welt unter besonderer Berücksichtigung eines archäologisch geprägten kulturwissenschaftlichen Ansatzes an der Schnittstelle zwischen Archäologie, Anthropologie und Soziologie.

Zum Wintersemester 2017/18 begrüßen wir herzlich an unserer Fakultät:

Jun.-Prof. Dr. Matthew Gardner (Musikwissenschaftliches Institut, Akademie-Juniorprofessur)

Nach dem Studium im Fach Musik an Newcastle University (Großbritannien) mit den Schwerpunkten Musikwissenschaft, Cembalo und Orgel wurde Matthew Gardner 2007 an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit einer Dissertation über Handel and Maurice Greene’s Circle at the Apollo Academy: the Music and Intellectual Contexts of Oratorios, Odes and Masques promoviert. Anschließend war er von 2008 bis 2014 als wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt, zunächst als Assistent von Prof. Dr. Silke Leopold und anschließend mit eigener Stelle im DFG-Projekt „The Business of Singing in England, 1660–1760“ tätig. Von 2014 bis 2017 war er Arbeitsstellenleiter beim Forschungsprojekt „OPERA – Spektrum des europäischen Musiktheaters in Einzeleditionen“ an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, das von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz gefördert wird.
Gardners Forschungsschwerpunkte liegen in der englischen Musik, insbesondere Georg Friedrich Händel und dessen Zeitgenossen, englische Sängerinnen und Sänger von 1660 bis 1760, sowie Editionspraxis und Aufführungspraxis. Darüber hinaus forscht er zur Musik der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und deren intellektuellen Kontext aus Politik, nationaler Identität, Religion, Kunst und Literatur. Er ist Mitglied des Editorial Boards der Hallischen Händel-Ausgabe und in seinem neuen Amt an der Eberhard Karls Universität Tübingen arbeitet er auch bei der Neuen Ausgabe sämtlicher Werke Franz Schuberts mit.

Prof. Dr. Hong Yu Wong (Philosophie mit dem Schwerpunkt Kognitionswissenschaft)

Professor Hong Yu Wong wurde zum Wintersemester 2017 auf eine Professur für Philosophie mit dem Schwerpunkt Kognitionswissenschaft berufen. Wong ist in Singapur geboren und studierte in London Philosophie. 2009 machte er seinen Ph.D. in Philosophie unter dem Titel „The Intimate Connexion: Bodily Awareness and Bodily Agency“. Darin beschäftigte er sich mit Körperbewusstsein und Körper-Agency. Als Körper-Agency wird die individuelle Handlungsfähigkeit bezeichnet, die von persönlichen, sozialen oder technischen Möglichkeiten bestimmt wird.
Wong ist seit 2010 Nachwuchsgruppenleiter am Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) und forscht dort unter anderem an Phänomenen wie Bewusstsein, Wahrnehmung und Aktion, Körperwahrnehmung und Rationalität. In einem interdisziplinären Ansatz bringt er dabei philosophische und neurowissenschaftliche Perspektiven zusammen.
(Susanne Zahn)