Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung

Hector-Seminar

TALENT-Studie
TALENTentwicklung in der Sekundarstufe: Wissenschaftliche Begleitung des Hector-Seminars

Das Hector-Seminar bietet ein freiwilliges und ergänzendes Förderangebot für hochbegabte Gymnasialschüler:innen in der Region Nordbaden. Der Fokus der Förderung liegt auf einem vertiefenden Angebot im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik), beginnend in der Klassenstufe 6 bis hin zur gymnasialen Oberstufe.

Seit dem Schuljahr 2022/2023 begleitet das Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung das Hector-Seminar wissenschaftlich und führt eine längsschnittlich angelegte Evaluation des Programms durch. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt im Auftrag der Hector Stiftung II.

Unser Ziel

Das Ziel der Studie ist es, die Talententwicklung (hoch-)begabter Schüler:innen in der Sekundarstufe zu untersuchen und die Fördereffekte und Gelingensfaktoren des Hector-Seminars zu identifizieren. Leitfragen der Begleitstudie sind:

  • Welche Merkmale helfen dabei, besonders begabte Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe im MINT-Bereich zu erkennen?
  • Wie entwickeln sich (hoch-)begabte Schüler:innen in der weiterführenden Schule und was sind positive Entwicklungsfaktoren?
  • Welche Fördereffekte zeigen sich durch die Teilnahme am Hector-Seminar auf die Talententwicklung z.B. im Bereich fachlicher, kognitiver und sozio-emotionaler Kompetenzen?
  • Welche didaktischen Maßnahmen zur Förderung (hoch-)begabter Schülerinnen und Schüler können als erfolgreich identifiziert werden?
Die Herausforderung

Trotz der hohen bildungspolitischen Relevanz der Begabtenförderung ist bislang wenig darüber bekannt, wie sich Talent tatsächlich entwickelt und welche Bedingungen

langfristig zu exzellenter Leistung führen. Talent entsteht nicht allein durch hohe kognitive Fähigkeiten, sondern im Zusammenspiel mit Motivation, Kreativität, Persönlichkeit und sozialen Faktoren. Gleichzeitig ist unklar, welche Formen der Förderung langfristig wirksam sind. Viele bestehende Programme unterscheiden sich stark in Konzept und Qualität, werden selten systematisch dokumentiert oder wissenschaftlich evaluiert. Damit bleibt offen, welche Ansätze die Entwicklung (hoch-)begabter Schüler:innen tatsächlich unterstützen.

Unser Lösungsansatz

Mit der TALENT-Studie untersucht das Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung diese Fragen am Beispiel des Hector-Seminars – einem langfristigen MINT-Enrichment-Programm für besonders begabte Schüler:innen. Die Studie setzt auf ein umfassendes, multi-kohorten Längsschnittdesign, das die Entwicklung und Förderung der Teilnehmenden wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Indem sowohl kognitive als auch kreative und sozio-emotionale Kompetenzen regelmäßig erhoben werden, können zentrale Gelingensfaktoren identifiziert und die Qualität des Förderprogramms kontinuierlich verbessert werden. So liefert die Studie wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung der Begabtenförderung im MINT-Bereich.


Ablauf der Studie

Schüler:innen, die von ihren Lehrkräften im MINT-Bereich als besonders begabt eingeschätzt werden, werden in der 5. Klasse zu einer zentralen Auswahltestung für das Hector-Seminar eingeladen. Diese findet jährlich zu Beginn des 6. Schuljahres statt. Von circa 1000 Schüler:innen, welche an der Auswahltestung teilnehmen, werden ca. 80 Schüler:innen pro Schuljahr in das Hector-Seminar aufgenommen.

Um Aussagen über die allgemeine Entwicklung von (hoch-)begabten Schüler:innen sowie über die Wirksamkeit des Hector-Seminars zu treffen, wird angestrebt jährlich alle für das Hector-Seminar nominierten Schülerinnen und Schüler in die Stichprobe mitaufzunehmen.

Im Rahmen der Studie erfolgt alle zwei Jahre eine Wiederholung der Auswahltestung. Eine kürzere Kreativitätstestung wird jährlich in digitaler Form durchgeführt. Ebenfalls einmal jährlich bearbeiten die Schüler:innen sowie ihre Eltern einen Online-Fragebogen, mit dem unter anderem sozio-emotionale und motivationale Variablen erfasst werden.

Ein einmaliger zusätzlicher Online-Fragebogen findet im Januar des ersten Jahres der Studienteilnahme statt (sehen Sie hierzu Abbildung 1).