Meldung
01.10.2026
Neu berufen: Professorin Dr. Karina Althaus
W2-Stiftungsprofessur für Hämostaseologie, Medizinische Fakultät
Dr. Karina Althaus hat am 1.September 2026 die W2-Stiftungsprofessur für Hämostaseologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen angetreten. Althaus studierte Humanmedizin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und promovierte dort über die Funktion von Thrombozyten in Thrombozytenkonzentraten in der Transfusionsmedizin. Ihre weitere klinische und wissenschaftliche Ausbildung führte sie über Mainz an die Universitätsmedizin Greifswald. Dort absolvierte sie ihre Facharztausbildung für Transfusionsmedizin und beschäftigte sich intensiv mit immunvermittelten thrombozytären Fragestellungen wie der Heparin-induzierten Thrombozytopenie sowie mit hereditären Thrombozytenerkrankungen. Seit 2018 ist sie in der Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Tübingen unter der Leitung von Professor Dr. Tamam Bakchoul tätig. Die neu geschaffene Stiftungsprofessur bildet eine Brücke zwischen der Inneren Medizin II unter der Leitung von Professorin Dr. Claudia Lengerke und der Transfusionsmedizin unter der Leitung von Professor Dr. Bakchoul.
Der Forschungsschwerpunkt von Professorin Althaus liegt auf der Funktion von Thrombozyten und ihrer Bedeutung für Blutung und Thrombose. Ein besonderes Interesse gilt dabei prokoagulatorischen Thrombozyten und der Frage, welchen Einfluss individuelle Unterschiede in der Thrombozytenfunktion auf den klinischen Phänotyp von Patientinnen und Patienten haben. In ihrer Arbeitsgruppe untersucht sie insbesondere Menschen mit angeborenen Blutungsneigungen. So zeigen Patientinnen und Patienten mit Hämophilie A oder B trotz eines Mangels an Faktor VIII beziehungsweise Faktor IX sehr unterschiedliche Blutungsmuster, die sich durch die jeweilige Faktoraktivität allein nicht vollständig erklären lassen. Aktuelle Untersuchungen der Arbeitsgruppe zeigen, dass die Fähigkeit von Thrombozyten, einen prokoagulatorischen Phänotyp auszubilden, die Blutungsneigung bei Hämophilie A teilweise kompensieren kann. Ziel der Forschungsarbeiten ist es, das Zusammenspiel zwischen Thrombozytenfunktion, Gerinnungsfaktormangel und individuellem Blutungsphänotyp besser zu verstehen. Auf dieser Grundlage sollen langfristig neue diagnostische und therapeutische Ansätze entwickelt und damit die Voraussetzungen für eine zunehmend personalisierte Hämostaseologie geschaffen werden.
Neben ihrer klinischen und wissenschaftlichen Tätigkeit engagiert sich Frau Professorin Althaus aktiv in nationalen und internationalen Fachgesellschaften, insbesondere in der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI), der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH) sowie der International Society on Thrombosis and Haemostasis (ISTH). Seit 2023 ist sie Co-Chair des SSC Platelet Immunology der ISTH. Darüber hinaus setzt sie sich für die Vernetzung und Förderung junger Hämostaseologinnen und Hämostaseologen innerhalb und über die Transfusionsmedizin hinaus ein.
Steven Pohl