Für ältere Formen des Menschenvorläufers Australopithecus, die bislang als die frühesten, vermutlich werkzeugherstellenden Vormenschen galten, stellte die Studie eine eher niedrige Daumeneffizienz fest, vergleichbar mit der heutiger Menschenaffen. Dies war auch bei der etwas jüngeren Form Australopithecus sediba der Fall, obwohl diese über menschenähnliche Daumenproportionen verfügt.
Im Gegensatz dazu zeigten jüngere Menschenformen wie der Neandertaler, der Homo naledi und der frühe Homo sapiens alle ein ähnlich hohes Niveau der Daumeneffizienz. „Die Daumen-Oppositions-Effizienz war in der Gattung Homo also durchgehend beträchtlich“, fasst Katerina Harvati zusammen. „Dies unterstreicht, wie wichtig dieser evolutionäre Vorteil für die biokulturelle Weiterentwicklung des Menschen war.“
Publikation:
Fotios Alexandros Karakostis, Daniel Haeufle, Ioanna Anastopoulou, Konstantinos Moraitis, Gerhard Hotz, Vangelis Tourloukis, Katerina Harvati: „Biomechanics of the human thumb and the evolution of dexterity“. Current Biology, DOI: 10.1016/j.cub.2020.12.041