Uni Tübingen

Meldung

15.10.2026

Start der Bund-Länder-Initiative „Digitales Lehren und Lernen“

Vernetzungs- und Transferstelle nimmt Arbeit auf, auch die Universität Tübingen ist beteiligt

Die Bund-Länder-Initiative „Digitales Lehren und Lernen” fördert als Bestandteil des Digitalpakt 2.0 bis Ende 2030 die evidenzbasierte und nachhaltige Transformation der digitalisierungsbezogenen Lehrkräftebildung. Aufbauend auf den Erfahrungen des Kompetenzverbund lernen:digital hat die Vernetzungs- und Transferstelle als erstes ihre Arbeit aufgenommen und vernetzt ab Frühjahr 2027 fünf neue thematische Kompetenzcluster.

Das Schulsystem steht in der Verantwortung, alle Kinder und Jugendlichen durch die Vermittlung fachlicher und überfachlicher Kompetenzen auf eine erfolgreiche Teilhabe an einer digital geprägten Welt vorzubereiten. Entscheidender Hebel dafür bleiben Lehrkräfte und Schulleitungen. Ihre Professionalisierung ist zentral, um alle Schülerinnen und Schüler auf ein digital souveränes Leben vorzubereiten. Die digitale Transformation des Schulsystems braucht deshalb vor allem eine neu aufgestellte, eng verzahnte Lehrkräftebildung sowie wissenschaftlich erprobte Unterrichtskonzepte und Einsatzmöglichkeiten digitaler Technologien.

Um diese Professionalisierung voranzutreiben, fördert die Bund-Länder-Initiative „Digitales Lehren und Lernen” eine evidenzbasierte und nachhaltige Transformation der digitalisierungsbezogenen Lehrkräftebildung. Wissenschaft und Praxis erarbeiten innovative Ansätze, die Lehrkräfte gezielt auf die Anforderungen einer digital geprägten Lern- und Arbeitswelt vorbereiten und entwickeln Konzepte für digital gestützten Unterricht, der den fachlichen Kompetenzerwerb fördert. Die Bund-Länder-Initiative ist Bestandteil des Digitalpakt 2.0 und wird über die gesamte Laufzeit mit insgesamt 250 Millionen Euro gefördert.

Vernetzungs- und Transferstelle hat zum 1. Oktober 2026 ihre Arbeit aufgenommen

Die Vernetzungs- und Transferstelle führt die Arbeit des Kompetenzverbund lernen:digital fort. Dabei bringt sie bereits gewonnene Erfahrungen der letzten dreieinhalb Jahre ein und greift bestehende Strukturen bedarfsgerecht auf. Sie übernimmt erneut eine Schnittstellenfunktion, schafft Synergien und sichert gemeinsam mit einem Gremium von Vertreterinnen und Vertreter aus Bund und Ländern den Transfer in alle Phasen der Lehrkräftebildung.

Katharina Scheiter, Professorin für Digitale Bildung, und Dirk Richter, Professor für Erziehungswissenschaftliche Bildungsforschung (beide Universität Potsdam) übernehmen die wissenschaftliche Leitung der Vernetzungs- und Transferstelle. Weitere universitäre Mitglieder sind die Universität Tübingen, die Technische Universität München sowie die Universität Kassel. Als außeruniversitäre Forschungseinrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft beteiligen sich das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE), das DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, das IPN – Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik mit dem Deutschen Zentrum für Lehrkräftebildung Mathematik und das Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM). Das Forum Bildung Digitalisierung beteiligt sich als zivilgesellschaftlicher Partner an der Vernetzungs- und Transferstelle.

„Die in den letzten Jahren aufgebauten Beziehungen mit den Ländern kommen jetzt von der ersten Stunde an zum Tragen. Das ist ein struktureller Unterschied zur ersten Förderperiode – und er entscheidet darüber, ob die Angebote wirklich dort ankommen, wo sie wirken sollen: in den Schulen”, erklärt Katharina Scheiter. Dirk Richter ergänzt: „Der Handlungsdruck im Bereich der digitalen Bildung ist enorm. Umso wichtiger ist es, dass die Vernetzungs- und Transferstelle an die Erfolge des Kompetenzverbund lernen:digital anknüpft und Kontinuität bei der Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung sicherstellt.”

Fünf Kompetenzcluster zur Gestaltung digital gestützten Fachunterrichts, zu daten- und KI-gestütztem Lehren, digitaler Souveränität, Digital Leadership und beruflicher Bildung entwickeln Angebote für die Stärkung digitaler Kompetenzen von Lehrkräften und Schulleitungen. Der neue Zuschnitt greift aktuelle Entwicklungen auf: Künstliche Intelligenz, datengestützte Schulentwicklung und die berufliche Bildung erhalten eigene Schwerpunkte.

Die Transferstelle vernetzt die fünf thematischen Kompetenzcluster und bündelt deren Ergebnisse. Mit ko-konstruktiv gestalteter Forschung setzt sie Impulse für die digitale Schulentwicklung. In Dialogformaten und Werkstattprozessen entwickelt sie diese gemeinsam mit der Praxis weiter und unterstützt den Transfer in alle drei Phasen der Lehrkräftebildung. Darüber hinaus bereitet sie relevante Themen und Forschungsergebnisse so auf, dass sie Lehrkräfte in der Schulpraxis erreichen. Um Bedarfe frühzeitig zu identifizieren und den Transfer der Ergebnisse von Anfang an zu berücksichtigen, hat die Vernetzungs- und Transferstelle zum 1. Oktober 2026 als erstes ihre Arbeit aufgenommen. Die fünf Kompetenzcluster starten sukzessive ab dem Frühjahr 2027.

Nach einer Pressemitteilung des Kompetenzverbunds lernen:digital

Hintergrund

Die Vernetzungs- und Transferstelle wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Digitales Lehren und Lernen“ gefördert, die Bestandteil des Digitalpakt 2.0 ist, und aus Mitteln des Sondervermögens „Infrastruktur und Klimaneutralität" des Bundes finanziert.

Weitere Informationen zu den Aktivitäten des Kompetenzverbund lernen:digital und der Vernetzungs- und Transferstelle sowie den fünf Kompetenzclustern werden in den nächsten Monaten auf der überarbeiteten Website vorgestellt: https://lernen.digital