Meldung
07.10.2026
Universität Tübingen beteiligt: Drei Länder stärken technologische Souveränität bei KI
Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen entwickeln gemeinsam Architektur für eine länderübergreifende KI-Infrastruktur für Hochschulen – Universität Tübingen beteiligt
Die Länder Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen wollen Hochschulen mit dem Projekt „COSAI – Collaboration on Sovereign and Efficient AI-Infrastructure“ einen souveränen und einfachen Zugang zu Künstlicher Intelligenz (KI) ermöglichen. Gemeinsam entwickeln sie dafür eine Architektur für eine länderübergreifende KI-Infrastruktur. Forschende und Lehrende sollen mit ihrer Hilfe einfach, sicher und souverän auf KI-Modelle und Rechenleistung zugreifen können – auch ohne eigene leistungsfähige KI-Hardware. Aus Baden-Württemberg ist die Universität Tübingen mit dem Zentrum für Datenverarbeitung (ZDV) als zentraler Einrichtung sowie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beteiligt. Die drei beteiligten Wissenschaftsministerien fördern das Projekt über drei Jahre mit insgesamt knapp drei Millionen Euro. Baden-Württemberg stellt rund eine Million Euro bereit.
Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Petra Olschowski sagte: „Die digitale Souveränität ist ein entscheidender Faktor für die Unabhängigkeit und Selbstbestimmung unserer Wissenschaft. Mit COSAI treten wir gemeinsam für eine länderübergreifende KI-Infrastruktur ein, die es unseren Hochschulen ermöglichen soll, selbstbestimmt über ihre digitalen Prozesse und Daten zu entscheiden.“
COSAI schafft die technologische Basis, um KI-Modelle und Rechenleistung künftig über Hochschul- und Ländergrenzen hinweg zu teilen. Dafür entwickelt das Projekt eine gemeinsame Architektur mit einheitlichen Schnittstellen. Davon werden perspektivisch insbesondere auch Hochschulen profitieren, die selbst nicht über leistungsfähige KI-Hardware verfügen. Die Universität Tübingen bringt ihre Expertise in den Themenfeldern lokale Inferenz und föderiertem Betrieb von IT-Infrastruktur ein, außerdem bei der Überwachung der Infrastruktur und der Entwicklung von Software und Protokollen zur Steuerung der Infrastruktur. Die Universität Tübingen ist darüber hinaus für die Projektkoordination verantwortlich.
Zukünftig sollen KI-Anfragen der Hochschulen vollautomatisch an den jeweils optimalen Ort weitergeleitet werden. Dabei muss es in Bruchteilen von Sekunden prüfen, welches Modell die Aufgabe am besten lösen kann, wo Rechenkapazitäten frei sind und wie die Daten klassifiziert sind. Besonders sensible Forschungsdaten werden so nur mit geeigneten Modellen und mit entsprechender Hardware sicher und rechtlich zulässig verarbeitet.
Mit COSAI setzen die drei Länder eine Empfehlung des Wissenschaftsrats um. In seinen im Juli 2026 veröffentlichten „Empfehlungen für die Hochschulbildung in Zeiten generativer KI“ betont der Wissenschaftsrat die Bedeutung leistungsfähiger und souveräner Infrastrukturen über Hochschul- und Ländergrenzen hinweg.
Nach einer Pressemitteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg