Pressemitteilung
05.10.2026
Start des Studium Generale im Wintersemester
Fünf öffentliche Vorlesungsreihen der Universität Tübingen von Oktober 2026 bis Februar 2027 – Kostenlos und ohne Anmeldung
Das Studium Generale der Universität Tübingen umfasst im Wintersemester 2026/27 fünf Vorlesungsreihen. Darin thematisieren die Rednerinnen und Redner den Umgang mit fremdem kulturellem Erbe, den Wert von Wissen im Hinblick auf eine Nachhaltige Entwicklung, die Beziehungen zwischen Rechtsextremismus und Religionen, Stadtbilder im östlichen Europa sowie den Umgang mit ökologischen Krisen vor Ort in Tübingen. Start der Vorlesungen ist am Montag, 19. Oktober 2026.
Die Vorlesungen sind kostenlos und können ohne Anmeldung besucht werden. Sofern nicht anders angegeben, finden die Veranstaltungen in deutscher Sprache im Kupferbau (Hölderlinstraße 5, 72074 Tübingen) statt. Detaillierte und aktuelle Informationen, etwa zu kurzfristigen Änderungen, sind unter www.uni-tuebingen.de/studium-generale einsehbar.
„Die Reihen im Studium Generale spiegeln gesellschaftliche Debatten, bieten neue Perspektiven und bringen Wissenschaftsbereiche untereinander und mit der breiteren Öffentlichkeit zusammen. Wir legen Wert darauf, diese längst schon traditionelle Form des Austauschs weiter zu pflegen und lebendig zu halten“, sagt die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Dr. Karla Pollmann.
Kurzvorstellung der Vorlesungsreihen
Kulturelles Erbe im Wandel: Provenienz, Restitution und gesellschaftliche Verantwortung (Montag, 18:15 Uhr, Kupferbau Hörsaal 25)
Viele Museen, Universitäten und andere Institutionen haben Objekte in ihren Sammlungen, die unter ungeklärten oder fragwürdigen Bedingungen in ihren Besitz gekommen sind. In der interdisziplinären Vorlesungsreihe beleuchten die Dozentinnen und Dozenten aktuelle rechtliche, politische, archäologische und postkoloniale Perspektiven. Ausgehend von Fragen nach Eigentum, Unrecht und institutioneller Verantwortung richten sie den Blick auf die Praxis der Provenienzforschung und auf die Zusammenarbeit mit Herkunftsgesellschaften. Sie diskutieren, wie diese Prozesse bis hin zur eventuellen Rückgabe von Kulturgütern heute verantwortungsvoll gestaltet werden können.
Wertvolles Wissen?! Zur Vielfalt des Wissens für Nachhaltige Entwicklung (Dienstag, 18:15 Uhr, Kupferbau Hörsaal 21)
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erzeugen Wissen durch systematische Methoden, diskutieren die Ergebnisse, kritisieren, überprüfen und korrigieren sie. Sie halten ihre Erkenntnisse für wertvoll, ihr Wissen für besonders gut. In der Vorlesungsreihe wird beleuchtet, wann die Ansicht, über besseres oder gar überlegenes Wissen zu verfügen, problematisch wird und unter welchen Bedingungen bestimmte Wissensformen einer Nachhaltigen Entwicklung entgegenstehen. Die Rednerinnen und Redner werfen Fragen zur epistemischen Gerechtigkeit auf und thematisieren, inwieweit die Wissenschaft sich bei Analysen und Lösungen sozial-ökologischer Probleme gegenüber anderen Bereichen öffnen sollte.
Rechtsextremismus und Religionen (Dienstag, 18:15 Uhr, Kupferbau Hörsaal 25 – sowie als Aufzeichnung)
Zwischen religiösen Praktiken beziehungsweise Identitäten einerseits und extrem rechten oder nationalistischen Ideologien andererseits bestehen vielschichtige Wechselwirkungen. Das Center for Religion, Culture and Society (CRCS) und das Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex) beleuchten sie aus interdisziplinärer und internationaler Perspektive. Thematisiert werden international unter anderem der autoritäre Populismus der radikalen evangelikalen Rechten in den USA und die Rolle der Religion im türkischen Rechtsextremismus am Beispiel der Grauen Wölfe. Außerdem geht es um Herausforderungen von Rechtsextremismus und Antisemitismus im schulischen Bildungskontext sowie um die Überschneidung von esoterischen Milieus und Verschwörungsideologien.
Eastern Cityscapes. Von der Ostsee bis zum Mittelmeer (Mittwoch, 18:15 Uhr, Kupferbau Hörsaal 25)
Straßen, Gebäude und öffentliche Räume spiegeln die Geschichte einer Stadt wider, welchen politischen Ordnungen, sozialen Veränderungen und kulturellen Erfahrungen ihre Bewohnerinnen und Bewohner ausgesetzt waren. Besonders deutlich zeigt sich das in Stadtbildern im östlichen Europa von der Ostsee bis zum Mittelmeer. In Beiträgen aus der Geschichts-, Literatur- und Kulturwissenschaft sowie aus den Medienwissenschaften und der Politikwissenschaft werden in dieser Vorlesungsreihe in Fallstudien und in vergleichender Perspektive Bilder von Grenzstädten, Metropolen, regionalen Zentren und geteilten Städten vorgestellt.
Kann Tübingen Klima? Vom Wissen und Handeln „for Future“ (Donnerstag, 18:15 Uhr, Kupferbau Hörsaal 25)
In ökologischen Krisen wie dem aktuellen Klimawandel stehen menschen- und lebensfreundliche Verhältnisse auf dem Spiel. Zur Krisenbewältigung wird entsprechendes Wissen benötigt – und ein Handeln, das diesem Wissen folgt. Idee und Initiative zu dieser Vorlesungsreihe gingen von den „For-Future-Gruppen Tübingen“ aus den Bereichen Wissenschaft, Gesundheit und Lehrkräfte aus. Expertinnen und Experten aus der Universität, aber auch aus anderen Bereichen aus Ethik, Geo- und Umweltwissenschaften, Medizin, Pädagogik und Psychologie, Siedlungsplanung und Sozialwissenschaften wollen ihr Wissen zur Lösung zusammenbringen. Es soll in der Tübinger Stadtgesellschaft, in der Stadtverwaltung und an der Universität praktischen Nutzen bringen bei der Erhaltung und Schaffung des künftigen Lebensraums.
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