Projekt B3 untersucht im Sfb ‚Common Ground‘ die Rolle spanischer Mitigatoren bei non-default Common-Ground-Updates. Der Fokus des Projekts liegt auf der Ausarbeitung einer differenzierten Taxonomie von non-default CG-Updates, die mit dem Gebrauch von Mitigationsverfahren einhergehen, sowie die systematische Charakterisierung ihrer Eigenschaften in unterschiedlichen kommunikativen und diskursiven Kontexten des argentinischen und europäischen Spanisch.
Mitigation kann inferentiell über Implikaturen realisiert werden, ebenso ebenso wie durc stark konventionalisierte Markern wie tipo, como (que) und digamos. Mitigatoren dienen dazu, das Sprecher commitment abzuschwächen bzw. zu reduzieren, und treten häufig in Kontexten epistemischer Asymmetrien, sozialer Hierarchien, kontroverser Themen oder potenziell gesichtsbedrohender Inhalte auf. Das Projekt analysiert, inwiefern solche Mittel die Aktualisierung des propositionalen Gehalts im CG modulieren und ob sie selbst Bestandteil des repräsentierten CG-Inhalts werden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Unterschieden zwischen stärker und schwächer konventionalisierten Mitigatoren im Hinblick auf ihren at-issueness-Status, ihre syntaktische Position sowie ihre morphosyntaktischen, prosodischen und phonologischen Profile. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei prosodischen und akustischen Parametern und deren Zusammenhang mit not-at-issue-Status und Update-Typ.
Methodisch kombiniert das Projekt qualitative und quantitative Korpusanalysen mit korpusbasierten prosodischen Untersuchungen sowie Akzeptabilitätsurteilen und Textevaluationsexperimenten.
Ziel ist es, systematisch zu bestimmen, in welcher Weise Mitigation non-default CG-Updates unterstützt und welche Implikationen sich daraus für theoretische Modelle des Common-Ground-Managements ergeben.