Studium und Lehre

24.09.2026

Sex, Gender und Kultur: Studierende entwickeln Methoden für die Bildungsarbeit

Im Service-Learning-Seminar „Sex, Gender und Kultur“ entwickelten Studierende eigene Bildungs- und Workshopmethoden, die globale und intersektionale Perspektiven auf Gendergerechtigkeit für die Praxis greifbar machen.

Wie entstehen geschlechtliche Ungleichheiten? Welche Rolle spielen dabei Kultur, Macht und gesellschaftliche Strukturen? Und wie lassen sich diese Themen so vermitteln, dass sie zum Nachdenken und zur Diskussion anregen?

Mit diesen Fragen beschäftigten sich Studierende im Service-Learning-Seminar „Sex, Gender und Kultur – globale und intersektionale Perspektiven auf Gendergerechtigkeit“, das im Rahmen des Transdisciplinary Course Program (TCP) im Bereich Civic Engagement angeboten wurde. Ausgehend von Konzepten des Globalen Lernens sowie der Sozial- und Kulturanthropologie analysierten sie Geschlechterverhältnisse, Machtstrukturen, Privilegien und Ungleichheiten in unterschiedlichen globalen Kontexten.

Dabei blieb es nicht bei der Theorie: Die Studierenden entwickelten im Rahmen des Seminars selbst eigene Bildungs- und Workshopmethoden für die Praxis. Ein Ergebnis ihrer Arbeit ist beispielsweise die Reihe „Ist das Gewalt?“, die anhand konkreter Alltagssituationen dazu einlädt, unterschiedliche Formen von sexualisierter, emotionaler, körperlicher und kulturalisierter Gewalt zu hinterfragen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Die von den Studierenden erarbeiteten Materialien verdeutlichen dabei, dass Gewalt viele Formen annehmen kann und oft dort beginnt, wo Autonomie, persönliche Grenzen und Würde missachtet werden.

Die Studierenden entwickelten beispielsweise Szenarien, die zur Diskussion über persönliche Grenzen, Kommunikation und Respekt anregen, sowie Materialien, die schwer erkennbare Formen emotionaler oder kulturalisierter Gewalt thematisieren.
So verbindet das im Rahmen des TCP durchgeführte Seminar Lernen, Forschen und Transfer: Die Studierenden erwerben fachübergreifendes Wissen, arbeiten wissenschaftlich an eigenen Fragestellungen und bereiten ihre Erkenntnisse für die Bildungsarbeit auf. Die entstandenen Methoden werden dem Praxispartner finep zur Verfügung gestellt und können anschließend in Bildungsveranstaltungen eingesetzt werden.

Ein Beispiel dafür, wie Studierende im Rahmen des TCP wissenschaftliche und gesellschaftliche Fragestellungen nicht nur analysieren, sondern ihre Erkenntnisse auch in konkrete Angebote für die Praxis übersetzen.