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01.12.2016

Ein Zeichen für Toleranz und Verständigung

Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Tübingen verleiht Ehrendoktorwürde an die Theologen Gregory Baum und Francis X. D’Sa


Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Tübingen hat am Donnerstag die Ehrendoktorwürde an den indischen Theologen Professor Francis X. D’Sa und den deutsch-kanadischen Theologen Professor Gregory Baum verliehen. Sie würdigte damit zwei Persönlichkeiten, die sich mit Beharrlichkeit für den interreligiösen und interkulturellen Dialog ein-setzen. „Angesichts der Gewalttaten, die in den letzten Monaten von terroristischen Organisationen angeblich im Namen der Religion verübt wurden, möchten wir damit ein Zeichen für Toleranz und Verständigung setzen“, sagt Professorin Johanna Rahner, Dekanin der Katholisch-Theologischen Fakultät.


D’Sa hat sich vor allem um die Annäherung zwischen Hindus und Christen verdient gemacht und gilt als Experte im Bereich der Hinduismusforschung, der indischen Philosophie und interkulturellen Theologie. Er engagiert sich darüber hinaus für die Rechte von Frauen und Randgruppen in den ländlichen Gebieten Indiens. Baum hat mit seinem Werk „Die Juden und das Evangelium. Eine Überprüfung des Neuen Testaments“ die theologische Neuorientierung der katholischen Kirche in Bezug auf das Judentum und andere Religionen mitgeprägt. Dies führte unter anderem dazu, dass die katholische Kirche beim Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) die Bedeutung des Judentums als Wurzel des Christentums betonte, die Religionsfreiheit als Menschenrecht anerkannte und sich gleichzeitig die Suche nach Gemeinsamkeiten mit anderen Religionen zur Aufgabe machte.


Prof. Dr. Dr. h. c. Francis X. D’Sa (geb. 1936) stammt aus dem südindischen Gokak Falls. Im Jugendalter trat er dem Jesuitenorden bei. Nach seinem Studium der Philosophie an der indischen Universität in Pune und der katholischen Theologie an der Universität Innsbruck promovierte er an der Universität Wien. Anschließend hatte er unter anderem eine Professur für interkulturelle Theologie an der Universität Salzburg inne und hielt Gastvorlesungen an deutschen, europäischen und indischen Universitäten. D’Sa ist Begründer des „Institute for the Study of Religion" in Pune, das hinduistische Traditionen erforscht und zur Förderung des interreligiösen und interkulturellen Dialogs beitragen will. Er ist zudem Mitbegründer des interreligiösen Projekts MAHER, das sich um misshandelte indische Frauen und ihre Kinder kümmert.


Prof. Dr. Gregory Baum (geb. 1923) wuchs in einer deutsch-jüdischen Familie auf, die während des Zweiten Weltkriegs nach Kanada emigrierte. Nach dem Krieg trat er in die katholische Kirche ein und studierte Theologie, Mathematik und Physik an der kanadischen McMaster University in Hamilton und der Ohio State University, USA. Nach seiner Promotion an der Universität im schwei-zerischen Freiburg lehrte er an der University of Toronto, am Saint Michael's College in Colches-ter, USA, sowie an der McGill University in Montreal. Beim Zweiten Vatikanischen Konzil war er Mitglied der „Unterkommission für den jüdischen Problemkreis".


Kontakt:

Prof. Dr. Johanna Rahner
Universität Tübingen
Dekanin der Katholisch-Theologischen Fakultät
Telefon +49 7071 29- 78058
johanna.rahner[at]uni-tuebingen.de

Eberhard Karls Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Dr. Karl Guido Rijkhoek
Leitung
Antje Karbe
Pressereferentin
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Telefax +49 7071 29-5566
antje.karbe[at]uni-tuebingen.de

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