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27.02.2025
Professor Peter G. Kremsner erhält DZIF-Preis für translationale Infektionsforschung
Auszeichnung für wegweisende Malariaforschung
Der renommierte Tropenmediziner und Infektionsforscher Professor Dr. Peter G. Kremsner ist mit dem DZIF-Preis für translationale Infektionsforschung 2024 ausgezeichnet worden.
Die Ehrung würdigt seine wegweisenden Beiträge zur Malariaforschung sowie seine innovativen Ansätze in der Entwicklung neuer Impfstoffe, Therapien und Präventionsstrategien. Die Preisverleihung fand Mitte Februar im Rahmen der gemeinsamen Jahrestagung des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) und der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) statt.
Prof. Kremsner forscht am Universitätsklinikum Tübingen und am Centre de Recherches Médicales de Lambaréné (CERMEL) in Gabun. Mit seinen Arbeiten hat er in den letzten drei Jahrzehnten entscheidend zur Entwicklung neuer Behandlungsansätze gegen Malaria – eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die durch Parasiten der Gattung Plasmodium verursacht wird – beigetragen.
Neue Therapien gegen Malaria: Wegbereiter für innovative Wirkstoffe
Als einer der ersten Wissenschaftler erforschte Prof. Kremsner die Kombination verschiedener Wirkstoffe zur Verringerung der Resistenzbildung – ein Ansatz, der die Malariatherapie nachhaltig verbessert hat. Die von ihm geplanten und durchgeführten klinischen Studien mit Wirkstoffkombinationen wie Atovaquon-Proguanil, Amodiaquin-Artesunat und Pyronaridin-Artesunat ebneten den Weg für deren erfolgreiche Zulassung und Anwendung.
Peter Kremsner war maßgeblich an der Entwicklung des ersten zugelassenen Malaria-Impfstoffes RTS,S (Mosquirix) beteiligt. Darüber hinaus optimierte er – ebenfalls im Rahmen des DZIF – verschiedene Impfstrategien.
Auch für die Etablierung eines verlässlichen Standards für die klinische Prüfung von Malariaimpfstoffen zeichnete Peter Kremsner verantwortlich. Mit der kontrollierten Infektion des Menschen mit Malariaparasiten schuf er in Deutschland eine weltweit anerkannte Grundlage für die klinische Entwicklung neuer Wirkstoffe.
Forschung mit globaler Wirkung: Vom Labor in Gabun zur internationalen Spitzenforschung
1992 begann Prof. Kremsner seine Forschung in Afrika in einem kleinen Labor des Albert-Schweitzer-Spitals in Gabun. 2011 gründete er das Centre de Recherches Médicales de Lambaréné (CERMEL), heute eines der führenden Forschungszentren für Tropenkrankheiten in Zentralafrika entwickelte. Dort arbeiten über 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Mit jährlich rund 100 wissenschaftlichen Publikationen setzt CERMEL international Maßstäbe.
Über 100 von Peter Kremsner betreute Doktorandinnen und Doktoranden prägen heute als führende Expertinnen und Experten die Tropenmedizin. Mit seinem Team entwickelte er zudem den Lambaréné Organ Dysfunction Score, einen prädiktiven Marker zur schnellen Abschätzung des Malariaschweregrades bei Kindern in Afrika.
Neben seiner Arbeit an Malaria-Impfstoffen war Prof. Kremsner auch an der Entwicklung des ersten zugelassenen Ebola-Impfstoffs (VSV-ZEBOV) sowie an klinischen Studien zur COVID-19-Pandemie beteiligt.
Der DZIF-Preis für translationale Infektionsforschung
Mit dem DZIF-Preis für translationale Infektionsforschung zeichnet die DZIF Academy jedes Jahr wissenschaftlich herausragende Leistungen auf dem Gebiet der translationalen Infektionsforschung aus. Er ist mit 5.000 Euro dotiert.
Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung DZIF