Uni-Tübingen

Termine, Veranstaltungen & Ausschreibungen

Ausschreibung Essay*

Zählen meine Worte?

Schreiben an der Universität bedeutet oft: Hausarbeit, Protokoll, Leistungsnachweis. 

Aber was passiert danach mit dem Text? Und mit dem, was darüber hinausgeht? Mit Gedanken, die nicht abschließen wollen? Mit Stimmen, die nicht zitiert, sondern gehört werden möchten? Ist die Hausarbeit für die Schublade, nur eine unerfreuliche Hürde, bis zur nächsten Hausarbeit? 

Wir fragen: Zählen Eure Worte? Zählen meine Worte? 

Und laden euch ein, diese Frage in einem Essay zu erkunden. Was zählt im akademischen Raum? Wer bestimmt, was Relevanz hat? Zählen Worte nur, wenn sie benotet oder veröffentlicht werden – oder beginnt Bedeutung schon im Formulieren selbst? 

Gesucht wird: Ein Essay. Ein Versuch. Ein Text, der sich tastend, kritisch oder poetisch mit dieser Frage auseinandersetzt.

Wir laden ein, das Schreiben (auch an der Universität) neu zu denken – persönlich, politisch, theoretisch, literarisch, performativ. 

Einsendeschluss: 1.Oktober,
an: contactspam prevention@lab-lea.de

Was danach mit eurem Text geschieht, entscheidet ihr: Lektorat? Veröffentlichung? Gespräch? 

Diese Ausschreibung ist Teil des Forschungsprojektes: [‘LEA]: Laboratorium für experimentelle Autor*innenschaft Tübingen - Weimar

* Der Essay interessiert uns als Form, aber nicht der leitfadengerichtete, wissenschaftlich strukturierte Essay. Mit Theodor W. Adorno „ […] ähnelt der Essay einer ästhetischen Selbständigkeit, die leicht als der Kunst bloß entlehnt angeklagt wird, von der er gleichwohl durch sein Medium, die Begriffe, sich unterscheidet und durch seinen Anspruch auf Wahrheit […]“

Tomas Venclova – Der magnetische Norden

Lesung und Gespräch


Mittwoch, 16. September 2026, 18 Uhr
Lyrikhandlung am Hölderlinturm, Bursagasse 15
Eintritt für Lesung, Brot und Wein: 20 € (15 € ermäßigt)

Um Anmeldung wird gebeten an infospam prevention@lyrikhandlung.de.

Er hat sie alle noch gekannt: Joseph Brodsky und Czesław Miłosz ebenso wie Wisława Szymborska, Anna Achmatowa, Boris Pasternak und die sowjetischen Dissidenten. Als Kind erlebte Tomas Venclova die Okkupation seiner Heimat – erst durch die Sowjets, dann durch die Nazis. Er ging nach Leningrad, lernte Sprachen, befasste sich mit der modernen Poesie und geriet als Übersetzer und Dichter früh ins Visier des KGB. 1976 gehörte er zu den Mitbegründern der litauischen Helsinki-Gruppe für Menschenrechte. Während eines Aufenthaltes in den USA wurde ihm 1977 die sowjetische Staatsbürgerschaft entzogen. Er lehrte bis 2012 an der Yale University und lebt seit 1990 auf zwei Kontinenten – ein Emigrant, der am unabhängigen Litauen zu viel auszusetzen hatte, um in sein Heimatland zurückzukehren, und sein Exil als “Glücksfall” empfand.

Im Gespräch mit seiner Dichterkollegin und Übersetzerin Ellen Hinsey rekapituliert er sein Leben und lässt das 20. Jahrhundert wiederauferstehen: Ob es um Freundschaften geht oder um Fragen der Poesie, ob er über die Politik der Großmächte oder über die verwickelte Geschichte Mittelosteuropas spricht – Venclovas Klugheit und Selbstironie geben dieser großen europäischen Erzählung von Entwurzelung und Heimatlosigkeit etwas heiter Gelassenes.

Eine Veranstaltung des Slavischen Seminars der Uni Tübingen in Kooperation mit der Lyrikhandlung am Hölderlinturm, dem Kompetenzzentrum für Ost-, Südost- und Mitteleuropa (KOSME) und dem Studio Literatur und Theater.

Lesung und Gespräch 19. September 2026, 11-13 Uhr Stadtmuseum Tübingen Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Ein Leben in Armut in Ghana, die Migration nach Deutschland, Mutter abgeschoben, geliebter Großvater verstorben und plötzlich Pflegekind. Das war nur der Anfang von Glorias aufregendem Leben. Denn ihr weiterer Weg war mit vielen anderen Hürden gepflastert: Rassistische Angriffe, Schwangerschaft in der Schulzeit, fehlende Unterstützung durch Mitmenschen u.v.m. Heute ist Gloria Lehrerin, Moderatorin, Autorin, Coachin, Mutter, eine vielseitig ehrenamtlich Engagierte und unfassbar glücklich!

Glorias Geschichte ist eine, die zeigt: Vielfalt ist ein großer Gewinn für unsere Gesellschaft, für uns alle! Die Lesung mit Musik und west-afrikanischer Verpflegung macht den Schatz erlebbar, der in unsererer Vielfalt steckt. Gemeinsam finden wir im Gespräch heraus, was unsere vielfältige Gesellschaft braucht und was jede*r von uns beitragen kann.

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Stadtmuseum Tübingen statt. Sie wird gefördert im Rahmen von TAKT – Tübingen aktiv gegen Diskrimminierung.

Dorothea Grünzweig – Erfasst von dieser Nachtverwandlung

Lesung mit Musik

Samstag, 17. Oktober 2026, 17.00 Uhr
Lyrikhandlung, Bursagasse 15
Eintritt für Lesung, Brot und Wein: 20 € (15 € ermäßigt)

Ein großer Gesang über die Natur, ihre Schönheit und ihre Gefährdung, den Empfindungskosmos von Tier und Mensch – oszillierend zwischen den Sprachen, schwebend zwischen Tag und Nacht.
Den aus der Fülle des Lebens in Finnland schöpfenden Gedichten – seiner reichen, immer gefährdeteren, bewahrungswürdigen Natur, ihrer Licht- und Dunkelheitsdramatik und ihrer Mythenwelt – wohnt eine imaginäre, bisweilen utopisch-visionäre Leuchtkraft inne. Bilderreiche Poesie geht über in die suggestiven Improvisationen und Kompositionen der Geigerin Laura Kokko, die durch elektronische Looptechnik Stimmen übereinanderlegt und z.B. Laute der Vogelwelt zum Tönen bringt, eine Bach-Arie oder die Kalevala-Melodie aufruft.

Kokkos und Grünzweigs Zusammenarbeit geht auf das Jahr 2014 zurück. Sie trafen bei der Frankfurter Buchmesse, innerhalb des Gastprogramms von ,,Finnland Cool", erstmalig aufeinander. Daraus ist eine langjährige, fruchtbare Zusammenarbeit entstanden.

Dorothea Grünzweig, geb. 1952, studierte Germanistik und Anglistik in Tübingen. Nach einer Tätigkeit an der schottischen Universität Dundee arbeitete sie als Lehrerin in Deutschland und Helsinki, wohin sie 1989 zog. Seit 1998 lebt sie als freie Schriftstellerin und Lyrik-Übersetzerin in einem Dorf in Südfinnland.

Zuletzt erscheinen: Kaamos Kosmos (Wallstein 2014), Plötzlich alles da (Wallstein 2020).
Preise und Auszeichnungen: Lyrikpreis der Stiftung Niedersachsen (1997); Christian-Wagner-Preis (2004); Anke-Bennholdt-Thomsen-Lyrikpreis (2010); Kurt Sigel Lyrikpreis des deutschen PEN (2018).

Sperrfrist ab SoSe 26

Liebe Student*innen,

aufgrund der Erfahrungswerte der letzten Jahre, sehen wir uns leider dazu genötigt, folgende Neuerung einzuführen: Um eine faire Teilnahme für alle Student*innen zu gewährleisten und auch jenen auf der Warteliste eine Chance zur Teilnahme zu geben, müssen Sie bei Verhinderung, bzw. Nicht-Teilnahme Ihre Kurs-Anmeldung schriftlich per E-Mail an elisabeth.bohley@uni-tuebingen.de eine Woche vor Semesterbeginn stornieren. 

Jede unentschuldigte Abwesenheit führt zu einer einsemestrigen Sperrfrist, bedeutet, Sie werden im Folge-Semester nicht für einen SLT-Kurs zugelassen.

Neu gegründet: FORUM FÜR LITERATUR, KÜNSTE UND MEDIEN DER GEGENWART

— eine Initiative von Karin Amos (Prorektorin Studium und Lehre), Nancy Hünger (Studio Literatur und Theater), Susanne Marschall (Lehrstuhl für Audiovisuelle Medien, Film und Fernsehen, Zentrum für Medienkompetenz) und Evi Zemanek (Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur mit Schwerpunkt Gegenwart, Deutsches Seminar)

Ziel des Forums ist es, die vielfältigen Aktivitäten an der Uni Tübingen in den Bereichen Gegenwartsliteratur, Musik, bildende und performative Kunst sowie Medienkunst sichtbarer zu machen, enger miteinander zu verzahnen und durch transdisziplinäre Kooperationen neue Impulse für Forschung, Lehre und künstlerische Praxis zu setzen. Das Forum versteht sich als offener Raum für den Austausch zwischen Wissenschaft und Kunst – innerhalb der Universität und darüber hinaus. Es bietet Akteur*innen aus den verschiedenen Disziplinen die Möglichkeit, gemeinsam Projekte zu entwickeln, Veranstaltungen zu realisieren und neue Formen der Zusammenarbeit zu erproben. Alle sind eingeladen, mitzumachen! In absehbarer Zeit wird es eine Homepage und einen Verteiler geben.