Leibniz Kolleg

Sanierung 2026 - 2027

Von August 2026 bis September 2027 wird das nahezu 100 Jahre alte Gebäude des Leibiz Kolleg saniert, das nächste Kursjahr soll dann im Oktober 2027 starten. Über den Verlauf der Sanierung halten wir euch auf dieser Seite und auf unserem Instagram Kanal auf dem Laufenden.

Fundraising

Die Kosten für die Sanierung betragen ca. 4 Mio Euro. Davon werden 2 Mio Euro durch den Verkauf des oberen Grundstücks beglichen. Die verbleibenden 2 Mio. Euro werden über einen Kredit finanziert, dessen Tilgung durch die Mieteinnahmen aus der Vermietung der Zimmer an Studierende sowie der Lehr- und Verwaltungsräume an die Universität erfolgt.

Der Förderverein des Leibniz Kollegs, die Gesellschaft der Freunde des Leibniz Kollegs e.V., unterstützt die Sanierung des Kollegsgebäudes und die Ausstattung des Kollegs und führt ein Fundraising durch. Gedacht ist an Zimmerpatenschaften, allgemeine Spenden und Nachrangdarlehen. Mehr Details findet ihr auf den entsprechenden Webseiten.

Diese Spenden sind ein wichtiger Beitrag, um das Leibniz Kolleg sinnvoll, wertig und zeitgemäß ausstatten zu können.


Konzept, Teil 1

Was wird eigentlich im Rahmen der Sanierung gemacht, und was haben wir uns dabei gedacht?

Die Sanierung des Leibniz Kollegs ist eine franziskanische Sanierung: kein Luxus, aber das, was für den Erhalt des denkmalgeschützten Hauses notwendig und für ein gutes Zusammenleben erforderlich ist, wird erneuert. 

Ein wesentlicher Punkt, den wir umsetzen, ist die strikte räumliche Trennung von Lehre, Verwaltung und Wohnen. 

Generell geht es bei der Sanierung also um mehr als ein paar neue Lichtschalter und zwei Eimer Farbe. Mit am aufwändigsten ist sicherlich die energetische Sanierung des Daches. Zusammengefasst: alle Dachziegel werden ersetzt, das gesamte Dach wird gedämmt, die Gauben werden erneuert. Zur energetischen Sanierung gehört auch der Umstieg von Öl auf Fernwärme. 

Die gesamte Elektrik und alle Wasserleitungen werden ersetzt, überall gibt es neue Böden: im EG LOFT (fugenlos gegossener Naturkalk von Artidecorative), in den anderen Stockwerken Linoleum. Das gesamte Gebäude wird innen und außen neu gestrichen.

Um den zweiten Rettungsweg zu gewährleisten, werden hinter dem Gebäude zwei Treppentürme errichtet und die hässlichen Baugerüste links und rechts werden endlich entfernt.

Alle Maßnahmen müssen unter Beachtung des Denkmalschutzes durchgeführt werden, da nahezu alles im, am und ums Gebäude herum unter Denkmalschutz steht… daher bleiben die Alkoven in den Zimmern selbstverständlich erhalten. Sie werden aber aufbereitet und gestrichen, die Schranktüren bekommen neue Schlösser.


Konzept, Teil 2

Was verändert sich durch die Sanierung in den Zimmern und den Gemeinschaftsräumen? Was bei der Aufteilung? Wir gehen von oben nach unten durchs Haus.

Der Studiengemeinschaftsraum im Dachgeschoss wird seit Jahren nicht mehr für die Lehre genutzt, wir machen daraus jetzt ein weiteres Studierendenzimmer. Die Duschen und WCs im Dachgeschoss werden neu gemacht und durch einen kleinen Waschbeckenraum ergänzt. Das ist sinnvoll, weil generell in allen Zimmern die Waschbecken entfernt werden.

Im 2. OG werden die Zimmer 216 und 204 zu Fluchtzimmern, hier werden die Fenster zu Türen vergrößert, die dann auf die Fluchttürme führen. Diese Zimmer sind dann nicht mehr als Studierendenzimmer nutzbar. Zimmer 213 wird zu Duschen, 211 zum Waschbeckenraum und 203 zu weiteren Toiletten auf der anderen Seite des Treppenhauses.

Im 1. OG wird das ehemalige Krankenzimmer/Zivizimmer zum Fluchtzimmer analog zum 2. OG. Das Arbeitszimmer neben den Toiletten wird zu einem Duschraum. Die Teeküche wird das sog. „Schmitthennerzimmer“, dieses soll möglichst originalgetreu eingerichtet sein. Es kann dann z.B. als Gästezimmer oder Krankenzimmer genutzt werden. 

Der alte Clubraum war/ist tagsüber nicht als solcher nutzbar, weil nahezu alles die Kurse im Refektorium stört, deshalb wird er zu einem Arbeitsraum. Aus den Zimmern 37, 38, 39 und dem Computerraum wird deshalb ein neuer Clubraum/Partyraum, weit weg vom Lehrbetrieb. Hierfür müssen Wände abgerissen werden. Um die Statik zu gewährleisten, werden Unterzüge aus Stahl eingesetzt. 

Aus den bisherigen Büros im 1. OG werden Studierendenzimmer, hier werden die aus den Zimmern 37-39 entfernten Alkoven eingebaut und so erhalten. 

Die Büros wiederum ziehen ins Erdgeschoss in die ehemalige Hausmeisterwohnung.

Die Duschen im Erdgeschoss entfallen, dort entsteht stattdessen ein großer Essbereich. 

Die Küche bleibt im Wesentlichen wie sie war, ergänzt um einen weiteren Herd und einen weiteren Raum, das bisherige „Bügelzimmer“ gegenüber dem Waschmaschinenraum.

Aus dem Musikzimmer wird eine Garderobe (keine Schuhe und Jacken mehr verstreut im Eingangsbereich!), aus dem bisherigen Raum mit dem Öltank wird das neue Musikzimmer.

In Zukunft wird es nur noch Platz für 50 Studierende geben, da durch das Andocken der Fluchttürme und die Neugestaltung der Sanitärbereiche netto Studierendenzimmer verloren gehen.


Das Architektenteam

Es ist an der Zeit unser Architektenteam von oxa architects vorstellen, das uns seit Sommer 2025, als der Startschuss für das Projekt „Sanierung Brunnenstraße 34“ fiel, betreut.

Kai Bierich war 1977 Zivi am Leibniz Kolleg, weshalb es ihm eine Herzensangelegenheit ist, den altehrwürdigen Schmitthenner-Bau für das Leibniz Kolleg architektonisch zu erhalten. Nach seiner Zeit bei Behnisch und Partner war er Partner im Architekturbüro wulf architekten in Stuttgart und maßgeblich u.a. am Bau der Messe Stuttgart beteiligt. Heute ist er Teil des Teams von oxa architects und betreut das Stuttgarter Büro sowie eigene Projekte.

Frank Schurack ist der Gründer von oxa architects mit Sitz in Darmstadt. Frank und Kai haben sich bei Projekten in China kennengelernt. Franks Arbeiten umfassen u.a. auch zahlreiche Schul- und Verwaltungsgebäude. Er hat den Überblick und viele tolle Ideen für unser Sanierungsprojekt.

Jannik Bergmann ist der jüngste im Team und unser Projektleiter. Er kümmert sich um die detaillierten Bauzeichnungen, koordiniert die Gewerke und übernimmt vor Ort die Bauüberwachung.

Holger Henning ist als freier Architekt bei den Architekturbüros bb22 in Frankfurt und oxa tätig. Er unterstützt Jannik bei der Bauüberwachung.


Vorarbeiten

Am 19. Juli sind die letzten Studierenden des Kursjahres ausgezogen. Bereits am Tag danach begann das Ausräumen und Entrümpeln. Hierfür haben wir die Profis von Alan 2. Hand engagiert, die wie gewohnt tolle Arbeit ablieferten. Die einst bunten, lebendigen Zimmer sind jetzt eher trist.

Vieles, was sich in den letzten Jahrzehnten angesammt hatte, wurde direkt entsorgt. Den Großteil der Seminarstühle hat uns ein Tübinger Wohnprojekt dankend abgenommen. Auch das wuchtige dreiteilige Sofa im Clubraum ist in gute Hände gelangt: die Fachschaft Informatik stattet damit ihren Sozialraum aus. Manch anderes landet im Secondhandladen. Eingelagert wurden zahlreiche der Tübinger Stühle und alten Eichentische. In welcher Form wir diese nach der Sanierung nutzen, berichten wir ein anderes mal.

Parallel dazu wurde das komplette Gebäude von Hirt Stukkateurbetrieb GmbH & Co. KG eingerüstet, damit die Dachdecker und Maler geschützt arbeiten können.

Im Zuge der Sanierung steigen wir von einer Ölheizung auf Fernwärme um. Die alten Brenner wurden ausgebaut, für den gesamten Heizungs- und Sanitärbereich der Sanierung haben wir die Fritz Schreiner GmbH an Bord. 

Der 30.000 Liter fassende Öltank musste zerlegt und entsorgt werden. Ein Knochenjob mit unglaublich viel Lärm. Es wurden keine Schneidbrenner eingesetzt sondern sogenannte Nibbler, die Stahlbleche mechanisch zerlegen. Einen tollen Job leistete hier das Team der Tankservice Ziegler GmbH.

Die Dachdecker benötigen einen Kran, auch dieser steht inzwischen, ein Liebherr F 50 K mit 40m Ausleger. Das Aufstellen war nicht ganz einfach weil es etwas eng zugeht, aber die Profis von der Alb von Schmauder Kranservice haben das bestens hinbekommen. Natürlich ist der Kranplatz ordentlich verdichtet ;)


Der Flügel

Der Flügel, der für soviele PianistInnen und ihre Zuhörerschaft in jedem Studienjahr eine grosse Bereicherung und Freude war, ist wie unser Haus in die Jahre gekommen. 

Bechstein hat ihn am 19. Juli abgeholt und wird ihn bis zum nächsten Sommer generalsanieren. Dass das möglich ist, haben zu unserer großen Freude zwei Kollegiatinnen des Jahrgangs 62/63 ermöglicht, die wunderbarer Weise eine unglaublich großzügige Patenschaft für den Flügel und seine  Restaurierung im fünfstelligen Bereich übernommen haben. Dafür werden noch Generationen von Leibnizianern dankbar sein.


Rückbau Dachgeschoss

Damit das Dach saniert werden kann, muss zuerst das gesamte Dachgeschoss rückgebaut werden. Das übernimmt unsere Trockenbaufirma Farbe & Co, die auch die gesamten Malerarbeiten im Laufe der Sanierung ausführen wird. 

Das Dachgeschoss wurde nahezu in einen Rohbauzustand versetzt. Beim Entfernen der Holvertäfelung der Gauben kamen einige sehr alte, aber auch große Wespennester ans Licht. Diese waren allerdings schon viele Jahre unbewohnt. Und unter den Fliesen in den WCs kamen nahezu prähistorische Wandmalereien zutage…

Das wird sich verändern im Zuge der Sanierung: Die beiden Duschen und WCs werden komplett neu gemacht und um einen Waschbeckenraum ergänzt. Aus dem Studiengemeinschaftsraum wird ein weiteres Studierendenzimmer. Die beiden Dachböden werden weiterhin als Lagerraum genutzt, einer davon wird zukünftig das Archiv des Leibniz Kolleg beherbergen.


Rückbau allgemein

Wie schauts im Haus zur Zeit, Ende September, aus? Es sind inzwischen drei Gewerke am arbeiten, die Dachdecker von Peetz Bedachungen auf dem Dach, die Trockenbauer von Farbe & Co. machen den allgemeinen Rückbau, und die Sanitärleute von Fritz Schreiner haben angefangen alle Wasserleitungen etc zu entfernen. 

Überall sind inzwischen die Fußböden, also Linoleum und Teppich, weg, auch auf den Treppen. Die Duschen sind nicht wiederzuerkennen, das Einzel-WC im EG sieht abenteuerlich aus.

Die Verbindungstüren zwischen den Sekretariatsräumen sind zugemauert, hier entstehen neue Studierendenzimmer. Der Einbauschrank im Sekretariat wurde entfernt, hier kommt ein Alkoven hin aus einem anderen Zimmer.

Das Dach ist komplett abgedeckt und die Außendämmung angebracht. Die Gauben wurde abgerissen, sie werden komplett neu erstellt. Nächste Woche beginnt das neu eindecken. Zuerst muss aber noch die Traglattung montiert werden.