Uni-Tübingen

Sonderausstellungen

Dirty Science – Höhlensedimente als Archive der Vergangenheit

Die Höhlen der Schwäbischen Alb waren über Jahrtausende hinweg Lebensräume für Menschen und Tiere. Doch welche Spuren dieser Nutzung haben sich im Boden erhalten?

Die Ausstellung Dirty Science zeigt, wie Höhlensedimente zu wertvollen Archiven der Vergangenheit werden. Forschende des Leibniz-Wissenschafts Campus Geogenomic Archaeology Campus Tübingen (GACT) geben Einblicke in aktuelle naturwissenschaftliche Forschung. Im Fokus stehen mikroskopische Knochenreste, Pollen, chemische Signaturen und insbesondere alte DNA, die Rückschlüsse auf frühere Lebenswelten ermöglichen.

Am Beispiel der UNESCO-Welterbestätte Hohle Fels bei Schelklingen wird deutlich, wie sich seit der Altsteinzeit Spuren von Menschen, Tieren und Umwelt im Sediment ablagern. Auch unscheinbare Überreste – etwa zersetzte Tierknochen – liefern wichtige Informationen über Ernährung, Ökosysteme und klimatische Veränderungen.

Die Ausstellung verbindet Forschung und Vermittlung: Interaktive Stationen sowie eine gestaltete Höhlenumgebung, insbesondere für Kinder, laden dazu ein, selbst Spuren zu entdecken und wissenschaftliche Methoden kennenzulernen.

Öffnungszeiten: Mi–So 10–17 Uhr, Do 10–19 Uhr

Laufzeit: 17. April 2026 – 29. November 2026
Ort: MUT, Schlosslabor, Burgsteige 11, Schloss Hohentübingen
Eintritt: frei

Neue Ausstellung Industry of Beauty. Vom Marmor zum Pixel: Reproduktionen römischer Kaiserinnen.

Vom 6. Februar bis zum 5. Mai 2026 ist im Rittersaal des Museums Alte Kulturen auf Schloss Hohentübingen die Ausstellung Industry of Beauty. Vom Marmor zum Pixel: Reproduktionen römischer Kaiserinnen zu sehen.

Statuen römischer Kaiser und Kaiserinnen waren in den Städten des Imperiums allgegenwärtig. Mit dem Entstehen des Prinzipats unter Kaiser Augustus (27 v. Chr.–14 n. Chr.) entwickelte sich eine serielle Vervielfältigung von Bildnissen männlicher, aber auch weiblicher Mitglieder des Kaiserhauses. Die Statuen römischer Kaiserinnen und Prinzessinnen etablierten fortan ein konventionelles Schönheitsideal, das die Repräsentation römischer Weiblichkeit nachhaltig prägte – vergleichbar mit der Wirkung moderner Barbiepuppen. Die Ausstellung Industry of Beauty beleuchtet am Beispiel der Frauen des julisch-claudischen Kaiserhauses die Techniken serieller Statuenproduktion in Marmor, Gips und mittels 3D-Druck in Kunststoff von der Antike bis in die Gegenwart.  

Die Ausstellung ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit des ERC-Projekts The Roman Emperor Seen from the Provinces der Universität Verona mit dem Institut für Klassische Archäologie der Universität Tübingen. 

Öffnungszeiten: Mi bis So, 10 bis 17 Uhr + Do, 10 bis 19 Uhr

Laufzeit: 06. Februar 2026 bis 05. Mai 2026
Adresse: Museum Alte Kulturen, Burgsteige 11, Schloss Hohentübingen
Verantwortlicher: Institut für klassische Archäologie Universität Tübingen
Kontakt: sekretariatspam prevention@klassarch.uni-tuebingen.de  | 07071 29 78546 

Projekt: Universität Verona, ERC-Projekt The Roman Emperor Seen from the Provinces : resp.dcuci.univr.it/the-project/ 

Führungen
6. 7. & 8. Februar jeweils 16.00 Uhr 
Gruppenführungen auf Anfrage möglich

Die Eröffnung findet am 5. Februar 2026 ab 18 Uhr im Rittersaal des Museums Alte Kulturen auf Schloss Hohentübingen statt.

Publikation

The Statue Industry of Beauty. Creating a Roman Princess Then and Now. Ed. by Lenaghan, Julia/ Kovacs, Martin/ Murer, Cristina. Contributions by Calomino, Dario and Lenaghan, Patrick. 2026. ISBN 978-3-7749-4496-1 (Print).

Die Publikation ist an der Kasse des Museum Alte Kulturen oder im Onlineshop des Museums erhältlich.

Entgrenzte Anatomie. Eine Tübinger Wissenschaft und der Nationalsozialismus

Die Eröffnung der Ausstellung fand am 17. April 2023, um 18 Uhr, in der Alten Anatomie am Österberg statt. Die Verlängerung läuft noch bis zum 31. Dezember 2027.

Im Nationalsozialismus überschritt die Anatomie die traditionellen Grenzen wissenschaftlicher Arbeit. Anatomen zogen nun bedenkenlos die Körper von hingerichteten NS-Opfern und anderen aus der „Volksgemeinschaft“ Ausgegrenzten für ihre Forschung und Lehre heran. Auch die Tübinger Medizin profitierte von einer sich radikalisierenden NS-Justiz und Verfolgungspolitik, die zunehmend Menschen aus Osteuropa traf. Während Wissenschaftler zuvor verstorbene Obdachlose, Hingerichtete und Totgeborene nur in geringer Zahl sezieren konnten, gehörte mit Kriegsbeginn schließlich das Problem der Leichenbeschaffung der Vergangenheit an. Die Ausstellung „Entgrenzte Anatomie. Eine Tübinger Wissenschaft und der Nationalsozialismus“ erkundet anhand von Objekten, Dokumenten und Interviews die Geschichte einer medizinischen Disziplin vor, während und nach der NS-Gewaltherrschaft: Wie arbeitete die Anatomie vor 1933? Wer waren im Unrechtsstaat die Menschen, deren tote Körper in die Tübinger Anatomie gelangten? Wann begann die kritische Auseinandersetzung mit den Verfehlungen der eigenen Disziplin? Welche Kontinuitäten und Brüche zeigen sich im 20. Jahrhundert? Die Ausstellung präsentiert ihre Antworten am historischen Ort der damaligen Geschehnisse – im Gebäude der Alten Anatomie.

Studierende der Geschichtswissenschaft und der Medizin haben die Ausstellung in drei Lehrforschungsprojekten unter der Leitung von PD Dr. Henning Tümmers und Leonie Braam, M.A. (Institut zur Ethik und Geschichte der Medizin) sowie Prof. Dr. Benigna Schönhagen und Stefan Wannenwetsch, M.A. (Gräberfeld X-Projekt am Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften) erarbeitet. Das interdisziplinäre Ausstellungsprojekt entsteht in Kooperation mit Prof. Dr. Bernhard Hirt (Institut für Klinische Anatomie und Zellanalytik) und Prof. Dr. Ernst Seidl (Museum der Universität Tübingen MUT).
 
Laufzeit: 17. April 2023 bis 31. Dezember 2027 (verlängert)
Ort: Alte Anatomie | Österbergstraße 3 | 72074 Tübingen
Öffnungszeiten: Mo bis Fr, 10 bis 17 Uhr, Eintritt frei
Weitere Informationen: https://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/de/ausstellungen/sonderausstellungen/entgrenzte-anatomie

Dauerausstellungen

Alte Kulturen – Sammlungen im Schloss Hohentübingen

„Ältestes Riesenfass“ im Tübinger Schlosskeller – Weinfass im Schloss

Bedrohte Ordnungen – Virtuelle Ausstellung des SFB 923 Bedrohte Ordnungen

Bohnenberger-Observatorium – Historische Sternwarte auf Schloss Hohentübingen

Botanischer Garten mit Sammlungen

Ethnologische Sammlung

Graphische Sammlung

Mathematische Modellsammlung

Mineralogische Sammlung

Paläontologische Sammlung

Psychologische Sammlung

Schlosslabor Tübingen – Wiege der Biochemie

Zahnmedizinische Sammlung und Museum

Zoologische Sammlung

KLANGKÖRPER. – Stiftung und Sammlung Dr. h. c. Karl Ventzke. Musikinstrumentensammlung der Universität Tübingen 

Online-Ausstellungen

Personifikationen. Begriffe, Ideen und ihre mittelalterlichen Verkörperungen

Digitale Ausstellung "Personifikationen. Begriffe, Ideen und ihre mittelalterlichen Verkörperungen".

SFB Andere Ästhetik 

Webseite Ausstellung

Social Life of the Naryn-Syr Darya Rivers

Digitale Ausstellung "Social Life of the Naryn-Syr Darya Rivers"

Federführung: Dr. Jeanne Féaux de la Croix, Institut für Ethnologie

Webseite Ausstellung