Uni-Tübingen

Studium Generale

 Das Studium Generale findet im Sommersemester virtuell statt. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos und ohne Anmeldung möglich, ECTS-Punkte im Rahmen des Studium Professionale können in diesem Semester leider nicht erworben werden. Alle Termine finden Sie im Programmflyer, die Zugangslinks stellen wir rechtzeitig auf dieser Seite zur Verfügung. Das Studium Generale startet am 21.04.2021.

Das Studium Generale ist ein kostenloser Service. Freiwillig, unbezahlt und neben ihren vielfältigen Aufgaben bieten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen hier öffentliche Abendveranstaltungen während des Semesters an. In den Vorlesungsreihen zu aktuellen und meist fachübergreifenden Themen kommen auch häufig auswärtige Gäste zu Wort.

Das Studium Generale richtet sich an alle interessierten Hörerinnen und Hörer und an Studierende aller Fachrichtungen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Kontakt für die Organisatoren von Studium Generale-Reihen

Antje Karbe
 +49 7071 29-76789
antje.karbespam prevention@uni-tuebingen.de

Themenübersicht Sommersemester 2021

„How dare you!“ ‒ Kassandrarufe einst und jetzt

Prof. Dr. Jürgen Wertheimer (Projekt Cassandra am Weltethos-Institut),
jeweils Montag, 20 Uhr c. t.

Vortrag vom 7. Juni 2021 auf YouTube

 

Vortrag vom 10. Mai 2021 auf YouTube

Der Name „Kassandra“ ist Programm, ist Chiffre für unser Verhalten. Genauer, für einen unserer Verhaltensdefekte – unsere Unfähigkeit / Unwilligkeit zutreffende und berechtigte Warnungen ernsthaft und frühzeitig wahrzunehmen. Warum sonst hätte man in der „Ilias“, der Basisgeschichte des werdenden Europas, genau diese etwas tragisch wirkende Figur, an entscheidender Stelle eingeführt: eine Seherin, die eine akute Gefährdung klar erkennt, der aber niemand Glauben schenkt. Obwohl sie seither als Unke, Schwarzseherin, Unheils-Botin gilt, steht sie im Zentrum dieser Vorlesung.  Denn sie hat völlig zu Unrecht diesen Ruf: Ihre Voraussagen waren richtig. Ihr einziger Fehler besteht darin, dass man ihr nicht glauben wollte. 

Wir sind in den vergangenen 2000 Jahren diesbezüglich nicht sonderlich klüger geworden. Wir neigen dazu, uns täuschen zu lassen, glauben Lügnern und misstrauen solchen, die Wahrheit ans Licht bringen ‒ verfolgen „Whistleblower“ und diskreditieren sie als „Nestbeschmutzer“.  Es ist an der Zeit, den Fluch der Kassandra zu brechen und unsere Wahrnehmungsfähigkeit neu zu justieren. Es lohnt sich, den Geschichten um unsere Unsicherheit bei der Beurteilung entscheidender Situationen nachzugehen. Unsere Fähigkeit, fake news und Fakten voneinander zu unterscheiden, ist nicht nur unterentwickelt ‒ oft genug machen wir uns selbst betriebsblind, um nicht reagieren zu müssen. Dazu kommt das komplexe Phänomen der „self fulfilling prophecies". All diese Ursachen für mögliches Fehlverhalten werden in einigen Basisgeschichten der Weltliteratur exakt beleuchtet. 

Vortrag vom 10. Mai 2021 auf YouTube

Jüdisches Schwaben. Neue Perspektiven auf das Zusammenleben von Christen und Juden

Organisation: Prof. Dr. Sigrid Hirbodian, Prof. Dr. Benigna Schönhagen, Prof. Dr. Wilfried Setzler, Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften
jeweils Mittwoch, 18 Uhr c. t., über Zoom: 
https://zoom.us/j/91359219707

Erst Jahrzehnte nach dem Holocaust setzte eine intensivere Beschäftigung mit jüdischer Geschichte in Deutschland ein. Dabei standen auch in Württemberg bzw. Schwaben lange Zeit die Shoah und der mit ihr verbundene Zivilisationsbruch im Vordergrund. Doch Jüdinnen und Juden haben davor Jahrhunderte lang im deutschen Sprachraum gelebt und dessen Kultur und Wirtschaft mitgeprägt. Auch im deutschen Südwesten ist jüdische Geschichte mehr als nur eine Vorgeschichte der Katastrophe. 

Die Ringvorlesung zeigt neue Perspektiven auf das Zusammenleben von Juden und Christen auf. Forschungen der letzten Jahre – von der Stadtarchäologie über die Sachkulturforschung bis zur Mikrogeschichte – verweisen auf bislang wenig beachtete Phasen funktionierender Koexistenz von Juden und Christen, im Mittelalter und in der Neuzeit. Im Fokus der Beiträge stehen Transferprozesse, kultureller Austausch und die Vielfalt an Kontakten, die neben Repression und verweigerter Zugehörigkeit das Leben von Juden in der Region auch prägten. 

Die Schlussdiskussion mit Angehörigen der jüdischen Gemeinschaft und dem Beauftragten der Landesregierung gegen Antisemitismus thematisiert die aktuelle Situation von Juden in Baden-Württemberg.

Teilnahme über Zoom: https://zoom.us/j/91359219707

Doing Transitions – wie sich Übergänge im Lebenslauf herstellen

Organisation: Prof. Barbara Stauber, Prof. Petra Bauer; DFG-Graduiertenkolleg „Doing Transitions“ der Universität Tübingen und der Goethe-Universität Frankfurt am Main
jeweils Donnerstag, 18 c. t., über Zoom: 
https://zoom.us/j/99494558378?pwd=TUJaZDdOWnltQ1hwclZsMU1BTG9tdz09 

 Für diese Vorlesungsreihe wird Studierenden der Erziehungswissenschaft die Möglichkeit eingeräumt, einen Leistungsnachweis zu erwerben. Informationen dazu in der ersten Sitzung oder bei Petra Bauer, petra.bauerspam prevention@uni-tuebingen.de, und Barbara Stauber, barbara.stauberspam prevention@uni-tuebingen.de.

Wir alle befinden uns in Übergängen, fortlaufend, unser Leben lang, in verschiedenster Hinsicht. Dies erscheint uns so selbstverständlich, dass es einer veritablen Distanzierungsleistung bedarf, um Übergänge nicht als schlicht gegeben wahrzunehmen. Um genau diese Distanzierung geht es der Reihe: Seit Januar 2017 forschen Promovierende an den Universitäten Frankfurt am Main und Tübingen zu der Frage, wie sich Übergänge im Lebenslauf herstellen und gestalten. Die untersuchten Phänomene reichen von „klassischen“ Übergängen wie dem Übergang in die Elternschaft oder in die Nacherwerbsphase über weniger stark institutionalisierte Übergänge wie dem in die Partner(innen)losigkeit bis hin zu Übergängen, die bis dato noch gar nicht so bezeichnet wurden, wie etwa Übergänge in kindliche Mobilität oder Übergänge ins Sprechen über Erfahrungen sexualisierter Gewalt in der Kindheit.

Das Graduiertenkolleg „doing transitions“, das die Klammer für diese Promotionsprojekte bildet, ist in der Untersuchung dieser einzelnen spannenden Phänomene aber auch daran interessiert, grundlagentheoretische wie methodologische Beiträge zu einer Übergangsforschung zu leisten. Die Vorträge der interdisziplinär angelegten Reihe behandeln mit und neben den jeweiligen konkreten Übergangsthemen immer auch generelle Fragen nach dem „doing“ von Übergängen.

Die Reihe wird bestritten von Kollegiatinnen und Kollegiaten der 1. und 2. Kohorte und Professorinnen und Professoren der Universitäten Frankfurt und Tübingen. 

Teilnahme über Zoomhttps://zoom.us/j/99494558378?pwd=TUJaZDdOWnltQ1hwclZsMU1BTG9tdz09 

Aesthetic turn ‒ Perspektiven einer „Anderen Ästhetik“ der Vormoderne

Organisation: Prof. Dr. Jörg Robert, Deutsches Seminar; SFB „Andere Ästhetik“
jeweils Donnerstag, 18 Uhr c. t., über Moodle: 
https://moodle.zdv.uni-tuebingen.de/course/view.php?id=1683

Die einzelnen Vorträge sind nach der Ausstrahlung auf Moodle abrufbar. Falls Sie kein Mitglied der Universität Tübingen sind, können Sie einen Gastzugang unter oeffentlichkeitsarbeitspam prevention@sfb1391.uni-tuebingen.de beantragen. Siehe auch https://uni-tuebingen.de/de/168432.

 Für den Besuch der Reihe und das Absolvieren eines unbenoteten Online-Tests können 3 ECTS-Punkte erworben werden. Weitere Informationen zur Klausur im Ilias-Ordner des SFB oder unter oeffentlichkeitsarbeitspam prevention@sfb1391.uni-tuebingen.de

Die Corona-Krise ist auch eine Krise der Kunst und ihrer Institutionen. Die Schließungen von Theatern, Museen, Kinos und Kultureinrichtungen haben auf die ‚systemrelevante‘ Rolle der Kunst für ein gutes Leben aufmerksam gemacht. Kunst ist anthropologische Konstante und Medium des Sozialen – in der Geschichte wie heute. Auch in der Forschung haben Fragen der Kunst seit längerem wieder Konjunktur. Schon vor Corona war selbst in eigentlich kunstfernen Disziplinen wie Biologie oder Politik die Rede von einem aesthetic turn. Daneben haben die kontroversen Debatten um Cancel culture und Autonomie der Kunst gezeigt, welches Konflikt- und Irritationspotential ästhetische Phänomene immer noch oder wieder bergen.  

Anlass genug für den neu eingerichteten Sonderforschungsbereich 1391 „Andere Ästhetik", Fragen der Kunst und der Ästhetik neu auf die Tagesordnung zu setzen. Der interdisziplinäre Verbund beschäftigt sich mit ästhetischen Phänomenen – Objekten, Texten, Artefakten usw. – von der griechischen Antike bis an die Schwelle zur Moderne. Denn „Ästhetik" beginnt nicht erst mit Gottlieb A. Baumgartens Aesthetica (1750-1758) bzw. mit der idealistischen Kunstphilosophie (Kant, Schiller, Hegel). Schon seit über 2000 Jahren regen ästhetische Phänomene zu Fragen an, die noch heute aktuell sind: Was ist und wo beginnt Kunst? Wozu ist sie gut und was darf sie – oder was nicht? Welche Kontinuitäten zeichnen sich in der historischen und kulturellen Vielfalt des Ästhetischen ab?

Ziel der Ringvorlesung ist es, diese vormoderne Ästhetik einem breiteren Publikum bekannt zu machen, um auf diese Weise einen neuen Blick für Debatten der Gegenwart zu eröffnen, die – oft unbewusst – auf die Vielfalt der vormodernen Kunst und Ästhetik zurückzugreifen.

Teilnahme über Moodle: https://moodle.zdv.uni-tuebingen.de/course/view.php?id=1683

Die einzelnen Vorträge sind nach der Ausstrahlung auf Moodle abrufbar. Falls Sie kein Mitglied der Universität Tübingen sind, können Sie einen Gastzugang unter oeffentlichkeitsarbeitspam prevention@sfb1391.uni-tuebingen.de beantragen. Siehe auch https://uni-tuebingen.de/de/168432

Aktuelles Programm