Uni-Tübingen

Aktuelles

22.10.2015

Verleihung des Württembergischen Krebspreises 2015 an der Universität Tübingen

Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer-Stiftung zeichnet Mediziner der Universität Tübingen und des Universitätsklinikums Ulm aus.

Der Württembergische Krebspreis 2015 ging an: Prof. Dr. Julia Skokowa (Uniklinikum Tübingen), Dr. Jan Krönke (Uniklinikum Ulm), Dr. Juliane Stickel (Uniklinikum Tübingen). Foto: Dres. Bayer Stiftung

Der Vorsitzende der Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer-Stiftung, Prof. Dr. Claus Claussen, hat am 01. Oktober 2015 an der Universität Tübingen den Württembergischen Krebspreis übergeben. In diesem Jahr wurde der Projektpreis geteilt und geht mit einem Preisgeld von je 20.000 Euro an die Tübinger Onkologin Prof. Dr. med. Julia Skokowa für ihre Arbeit auf dem Gebiet zu „Mechanismen der malignen Entartung der Stammzelle“ und an den Ulmer Onkologen Dr. med. Jan Krönke für sein Projekt zur „Identifikation von Lenalidomid Resistenz- Mechanismen in Myelodysplastischen Syndromen“. Dr. med. Juliane Stickel aus der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen wird mit dem Nachwuchspreis in Höhe von 10.000 Euro für ihr Projekt zur „Entwicklung einer peptid-basierten Immuntherapie für Leukämiepatienten“ ausgezeichnet. Der Preis gehört zu den am höchsten dotierten innerhalb der deutschen Krebsforschung.

Julia Skokowa, geboren 1975, absolvierte ein Medizinstudium an den Universitäten Vladikavkas und Moskau. In der Medizinischen Hochschule Hannover arbeitete sie 15 Jahre überwiegend experimentell auf dem Gebiet der Leukämieforschung. Seit 2014 ist Frau Skokowa in Tübingen, hier hat sie eine W3-Professur für „Translationale Onkologie“ inne, welche der Medizinischen Klinik II für Onkologie, Hämatologie, Rheumatologie und Immunologie (Ärztlicher Direktor Prof. Kanz) zugeordnet ist. Frau Skokowa wurde für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Leukämieforschung schon vielfach ausgezeichnet.

Die molekularen Mechanismen der Entstehung einer Leukämie sind nicht vollständig aufgeklärt. In der Arbeitsgruppe um Dr. Skokowa wurden auf diesem Gebiet viele neue Erkenntnisse gewonnen, die in dem hier unterstützten Projekt bestätigt und weiter untersucht werden sollen. Am Ende steht vielleicht eine ganz neue Sichtweise auf die Entwicklung von Leukämie und hilft bei der Etablierung von neuen Therapiemethoden.

Jan Krönke, geboren 1979, studierte zunächst Medizin in Heidelberg, und arbeitet seit 2006 als Assistenzarzt am Universitätsklinikum Ulm in der Abteilung „Innere Medizin III“ (Direktor Prof. Dr. H. Döhner). Nach einem dreijährigen Forschungsaufenthalt am Brigham and Women’s Hospital an der Harvard Medical School in Boston, setzte er seine Forschungen am Universitätsklinikum Ulm fort. Seit Anfang 2015 ist er Leiter einer eigenen Arbeitsgruppe, die im Rahmen des Emmy-Nöther Programms der DFG gefördert wird.

Unter dem Begriff Myelodysplastisches Syndrom (MDS) versteht man eine Erkrankung des Knochenmarks, bei der durch genetische Veränderungen der Stammzellen die Blutbildung gestört wird. Patienten, die an MDS leiden, sind nicht mehr in der Lage, aus diesen Stammzellen vollständig reife und funktionstüchtige Blutzellen zu bilden. Lenalidomid, ein Strukturanaloga von Thalidomid, ist ein Medikament, das bei der Behandlung des Myelodysplastischen Syndroms eingesetzt wird. Herrn Krönke gelang es, den genauen Wirkungsmechanismus von Lenalidomid bei MDS aufzuklären. Hierauf baut das neue Projekt von Herrn Krönke auf. Ziel ist es, durch die Identifikation von Lenalidomid-Resistenzmechanismen Wege zu finden, diese Resistenz zu überwinden sowie prädikative Marker zu finden, um damit die Behandlung von Patienten zu individualisieren.

Juliane Stickel, geboren 1985, absolvierte ihr Medizinstudium an der Universität Tübingen. Seit 2011 ist sie Assistenzärztin an der Medizinischen Klinik II für Onkologie, Hämatologie, Rheumatologie und Immunologie (Ärztlicher Direktor Prof. Kanz).

Trotz zahlreicher Fortschritte bei der Behandlung von Leukämien kommt es beim Großteil der Patienten im Verlauf der Erkrankung zu Rückfällen. Eine entscheidende Herausforderung auf dem Weg der Heilung ist daher die Stabilisierung der Tumorreduktion. Einen vielversprechenden und nebenwirkungsarmen Therapieansatz hierfür stellt die peptidbasierte Immuntherapie dar. Sie zielt darauf ab, mittels therapeutischer Impfung im Patienten eine spezifisch gegen Krebszellen gerichtete Immunantwort zu induzieren. Basis hierfür sind Peptide, die auf den Leukämiezellen der Patienten präsentiert werden. Durch die Förderung von Frau Stickels Arbeit soll nun die klinische Relevanz dieser Entdeckung vorangeführt werden.

Die Stiftung des Württembergischen Krebspreises trägt den Namen des an Krebs verstorbenen Stifters Dr. Carl Manfred Bayer und seines Vaters Dr. Carl Maximilian Bayer. Beide waren nacheinander mehr als sechzig Jahre in der Nähe von Ravensburg als niedergelassene Landärzte tätig. Sie zeichneten sich durch fachliche Kompetenz und hohe Sensibilität für die Probleme ihrer Patienten und deren Angehörigen aus. Dr. Carl Manfred Bayer studierte Medizin an der Universität Tübingen. Die Preise wurden ausgeschrieben für Wissenschaftler unter 40 Jahren, die auf dem Gebiet der Krebsforschung tätig und ihre Forschung in Württemberg durchführen oder gebürtige Württemberger sind.

Dres. Bayerstiftung

Kontakt:

Prof. Dr. Claus D. Claussen
Vorsitzender der Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer – Stiftung
Universitätsklinikum Tübingen
Ottfried – Müller Str. 23
72076 Tübingen
Telefon +49 7071 29-82087
kontakt[at]dres-bayer-stiftung.de
www.dres-bayer-stiftung.de

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