Uni-Tübingen

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26.02.2016

Neues Studienprojekt am Ludwig-Uhland-Institut abgeschlossen

Aufbau im Ausstellungsraum. Foto: Frieder Findeisen
Aufbau im Ausstellungsraum. Foto: Frieder Findeisen

Seit den 1970er-Jahren fest im Lehrplan verankert, bildet ein Format Studienprojekt den curricularen Kern des heutigen Masterstudiengangs Empirische Kulturwissenschaft am Ludwig-Uhland-Institut. Das Studienprojekt ist auf drei Semester angelegt und vermittelt den Studierenden eine Vielzahl praxisbezogener Kompetenzen. Innerhalb eines gemeinsam mit den Lehrenden entwickelten Forschungs- und Präsentationsvorhabens führen die Studierenden theoriegeleitete Recherchen selbständig durch und präsentieren diese abschließend öffentlichkeitswirksam. Dazu übersetzen sie Fragen der Alltagswelt in ein Forschungsprojekt und vermitteln dessen Ergebnisse kulturwissenschaftlichen Wissens an eine nichtakademische Öffentlichkeit.

Im Rahmen des Master-Studienprojekts „Sammlungen im Dialog“ arbeiteten Studierende des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft drei Semester lang an einem innovativen, interdisziplinären Ausstellungskonzept. Zusammen mit der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd und dem Archiv der ehemaligen Hochschule für Gestaltung (HfG) in Ulm erprobten dabei drei baden-württembergische Lehr- und Bildungseinrichtungen eine neue Form der wissenschaftlich-didaktischen Kooperation.

Inhaltlicher Kern des praxisorientierten Projekts war die Arbeit mit zwei sehr unterschiedlichen Sammlungen aus den Beständen des HfG-Archivs in Ulm sowie mit Dingen aus dem Archiv für Alltagskultur des Ludwig-Uhland-Instituts. Studierende aus zwei Hochschulen entwickelten unter dem Aspekt des „forschenden Lernens“ eigenständig ein neues Thema und bereiteten dieses für die Öffentlichkeit auf – nicht nur theoretisch, sondern in eine konkrete Ausstellung mündend. Sie ist noch bis zum 8. Mai 2016 im HfG-Archiv in Ulm zu sehen. Begleitend zur Ausstellung entstanden eine Homepage sowie verschiedene Printmedien.

Unter dem Titel „Geschmackssachen – Formen, Normen, Kaffeekanne“ werden in der Ausstellung Objekte aus den drei Sammlungen zusammengeführt. In sieben Ensembles aus rund 30 Objekten entstehen ungewohnte Ding-Konstellationen, die alternative Lesarten für die ehemalige Hochschule für Gestaltung Ulm und ihre Objekte anbieten. Die ausgestellten Objekte treten in den Ensembles miteinander in Dialog und eröffnen neue Perspektiven auf die Design- und Alltagsgeschichte. Wie entstehen Geschmacksnormen? Wie treffen wir alltäglich Geschmacksentscheidungen? Woher kommt unser „guter“ Geschmack? Die kantigen Kompositionen werfen Fragen auf, die am Bodensatz des Alltäglichen rühren.

Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Partnern über die Grenzen des eigenen Fachs hinaus ist ein Praxistest, der ein Verständnis für unterschiedliche Fach- und Arbeitskulturen ermöglicht, von denen die zukünftigen KuratorInnen und GestalterInnen (KommunikationsdesignerInnen der HfG Schwäbisch Gmünd) beruflich profitieren werden.

Homepage zur Ausstellung „Geschmackssachen – Formen, Normen, Kaffeekanne“

Sarah Halter, Isabella Kölz

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