W3-Professur für Pflegewissenschaft (Medizinische Fakultät)
Sabine Valenta hat zum 1. Januar 2026 die W3-Professur für Pflegewissenschaft mit dem Schwerpunkt Versorgungsforschung an der Medizinischen Fakultät und am Universitätsklinikum Tübingen angetreten.
Professorin Valenta studierte Pflegewissenschaft an der Universität Basel (CH), wo sie 2012 den Bachelor of Science in Nursing und 2015 den Master of Science in Nursing (MScN) erwarb. Im Jahr 2020 schloss sie ihre Promotion in Pflegewissenschaft (Dr. sc. med.) mit Auszeichnung ab. In ihrer Dissertation untersuchte sie die Unterstützung von Krebspatientinnen und -patienten sowie deren Angehörigen bei der Schmerzselbstmanagement-Schulung und evaluierte dabei Lernprozesse und Symptombelastungen. Nach ihrer Promotion setzte sie ihre wissenschaftliche Laufbahn als Postdoctoral Research Fellow am Institut für Pflegewissenschaft (INS) der Universität Basel fort und war parallel als Advanced Practice Nurse (APN) in der Hämatologie des Universitätsspitals Basel tätig. Seit 2023 ist sie dort zudem als klinische Pflegewissenschaftlerin in der Abteilung Praxisentwicklung und Forschung der Medizinischen Direktion tätig. Ergänzend absolviert sie den Certificate of Advanced Studies (CAS) „Leadership in Healthcare“ an der Universität Basel und der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW).
In ihrer Forschung konzentriert sich Sabine Valenta auf die Implementierungswissenschaft, die Entwicklung und Evaluation von Advanced Practice Nursing (APN)-Rollen sowie auf innovative Versorgungsmodelle, insbesondere im Bereich der Hämatologie und Onkologie. Sie ist Co-Principal Investigator mehrerer geförderter Forschungsprojekte, darunter das international anerkannte SMILe-Projekt, in dessen Rahmen sie als Teil eines interdisziplinären und international vernetzten Forschungs- und Klinikteams ein eHealth-gestütztes, integriertes Versorgungsmodell für Patientinnen und Patienten nach allogener Stammzelltransplantation an das Schweizer Versorgungssystem adaptiert, implementiert und evaluiert hat.
Ihre wissenschaftlichen Arbeiten wurden durch verschiedene nationale Förderinstitutionen – darunter die Werner und Hedy Berger-Janser Stiftung sowie die Stiftung Pflegewissenschaft Schweiz – unterstützt und vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit Ehrungen der Schweizerischen Gesellschaft für Onkologische Pflege sowie dem Preis für das beste eingereichte pflegerische Abstract der Nurses Group an der Jahrestagung der European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) im Jahr 2019. Darüber hinaus engagiert sich Sabine Valenta aktiv in der wissenschaftlichen Gemeinschaft: Sie ist Mitglied des Forschungskomitees der Nurses Group der European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) sowie weiterer nationaler und internationaler Fachgesellschaften. Zudem wirkt sie als Gutachterin für zahlreiche wissenschaftliche Fachzeitschriften und ist regelmäßig als Dozentin und Expertin in den Bereichen Implementierungsforschung, digitale Gesundheit und Pflegeinnovation tätig.
Im Zentrum ihrer künftigen Tätigkeit in Tübingen steht der Ausbau der Versorgungsforschung und Implementierungswissenschaft in der Pflege, mit einem besonderen Fokus auf interprofessionelle, evidenzbasierte und technologiegestützte Modelle der Gesundheitsversorgung. Ziel ihrer Arbeit ist es, wissenschaftlich fundierte Strategien zu entwickeln, die zu einer nachhaltigen Verbesserung der Patientinnen- und Patientenversorgung, insbesondere bei komplexen chronischen Erkrankungen, beitragen.
Steven Pohl