Uni-Tübingen

Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 2/2026: Studium und Lehre

Auslandssemester – eine lebensverändernde Erfahrung

Der Internationale Tag der Universität Tübingen soll Lust auf Auslandserfahrung im Studium wecken

„Ein Auslandssemester, das ist eine lebensverändernde Erfahrung.“ Mit diesen Worten eröffnete Dr. Christine Rubas, Leiterin des International Offices der Universität Tübingen, den Internationalen Tag der Universität Tübingen. Rund 600 Studierende besuchten am 12. Mai die Informationsveranstaltung in den Oberen Sälen der Tübinger Museumsgesellschaft um im direkten Austausch Ideen, Erfahrungen, Tipps und vor allem Lust auf eine Auslandserfahrung zu bekommen.

225 Mitwirkende beantworteten Fragen zu den Orten, an denen sie ihr Auslandssemester verbracht haben oder die sie ihre Heimat nennen – so viele wie noch nie seit dem Start des Angebots im Jahr 2018. An 28 Tischen präsentierten sie 43 Länder. Mitarbeitende des International Offices berieten an den Infotischen und beteiligten sich mit Vorträgen. Partner wie die Universitätsallianz CIVIS, das Erasmus+-Programm oder die Baden-Württemberg Stiftung und ihr Stipendienangebot waren ebenfalls vor Ort. 

Alexandra Wiork stimmt der Aussage von Christine Rubas zu: Ihr Auslandssemester in Uganda habe ihr Leben verändert. Im Rahmen ihres Masterstudiums Cultures of the Global South studierte sie an der Makarere University in Kampala. Am Internationalen Tag berichtete sie von ihrer Zeit in Ostafrika, den Erfolgen und den Herausforderungen. Angst habe sie vor ihrem Auslandssemester nicht gehabt – die kam erst in der Anfangszeit in Kampala. Was dagegen half:  mutig sein, die eigenen Grenzen kennen, und sich auf neue Erfahrungen einzulassen – sei es im Umgang mit den täglichen Transportmitteln im Straßenverkehr oder an Orten, an denen sie den Anschluss an ugandische Studierende fand.

Mut braucht es, um den Schritt raus aus der Komfortzone und ins Auslandssemester zu wagen – Mut, aber auch andere Ressourcen. Nicole Sauer und Franziska Waschek sind im International Office der Universität Tübingen für den Übersee-Austausch zuständig und haben den Internationalen Tag gemeinsam organisiert. Sie nehmen eine wachsende Unsicherheit unter den Studierenden in Bezug auf Auslandssemester wahr. Das gelte besonders für außereuropäische Ziele.  „Finanzen spielen häufig eine Rolle, aber auch die allgemeine als instabil wahrgenommene Weltlage – etwa mit Blick auf die USA“, sagt Nicole Sauer. „Der Internationale Tag will deshalb Lust auf ein Auslandssemester machen und Bedenken abbauen. Die organisatorischen Fragen stehen hier erst mal nicht im Vordergrund.“  

Dennoch sind es meist diese organisatorischen Fragen, mit denen die Studierenden an den Infoständen konfrontiert werden, wie Lorenz Cedrone erzählt. Er hat sein Auslandssemester in Spanien verbracht. „Wie geht das mit den Finanzen oder Stipendien, wie mit der Bewerbung, wie läuft die Wohnungssuche vor Ort oder die Anrechnung von Studienleistungen – das sind zunächst die häufigsten Fragen.“ Wichtige Fragen, kein Zweifel, aber: „Im Ausland wird dann schnell anderes wichtig: Was kann man abseits der Uni unternehmen, wohin Ausflüge machen, wie Freunde kennenlernen“, so Lorenz Cedrone weiter. Es sind die Antworten auf diese Fragen, die das Auslandssemester dann endgültig zu einer lebensverändernden Erfahrung machen. 

Michael Pfeiffer