Alltag in Grönland
In der Stadt Nuuk lebt mit rund 20.000 Einwohnern etwa ein Drittel der grönländischen Bevölkerung. Mit zahlreichen Veranstaltungen, kulturellen Einrichtungen und Geschäften und einem großen Busnetz wirke die Stadt größer als sie tatsächlich ist und habe ein gutes Freizeitangebot, meint Thomas. Nur das relativ hohe Preisniveau „tut manchmal ein bisschen weh.“ Auch den Alltag außerhalb der Uni kann der Student gut auf Englisch bewältigen, auch wenn er Dänisch-Grundkenntnisse mitgebracht hat.
An die Temperaturen vor Ort – beim Gespräch im April „nicht superkalt, so minus 10 Grad“ – hat Thomas sich schnell gewöhnt. Problematischer sei ohnehin der Wind: Minus 24 Grad bei Windstille seien weitaus angenehmer als minus 15 Grad bei starkem Wind. „Ab und zu gibt es Stürme, sodass man nicht raus kann“, berichtet er. Auch sonst gelte es zu überlegen: „Wie lange gehe ich raus? Fahre ich mit dem Bus, muss ich nicht meine Merinounterwäsche tragen, andernfalls besser die die ‚volle Montur‘ anziehen.“
Wie die Natur das Leben mitbestimmt, bietet auch der Alltag immer wieder Naturerfahrungen, etwa mit den Nordlichtern, die bei guter Sicht abends am Himmel erscheinen. „Manchmal stehe ich plötzlich am Meer und realisiere, dass ich am anderen Ende der Welt bin und die Möglichkeit habe, diese tollen Sachen zu sehen“, sagt Thomas. „Einfach staunen – das ist das, was ich hier mache.“ Derzeit sei die karge, baumlose Landschaft größtenteils von hohem Schnee bedeckt, doch Thomas freut sich auf Wanderungen im Frühjahr und die Möglichkeit, zahlreiche Vogelarten und Wale zu beobachten.