Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)

Sustainability Lecture 2019

Die diesjährige Sustainability Lecture am 27.11.2019 halten Shia und Hanno Su, Zero Waster*innen, Blogger*innen und Autor*innen. Sie sprechen zum Thema „Zero Waste – Ein Leben ohne Müll?“.

617 kg Müll produziert jeder Bundesbürger jedes Jahr – und das ist schlicht und ergreifend mehr, als dieser Planet verträgt. Es geht auch anders, sagen Shia und Hanno Su. Die Buchautorin und ihr Mann leben seit 2014 annähernd müllfrei und sind der festen Überzeugung, dass dieser Lebensstil nicht nur nichts mit Verzicht zu tun hat, sondern im Gegenteil sogar das eigene Leben bereichert.

Bei den Sus passt der gesamte Rest- und Plastikmüll eines ganzen Jahres in ein Einmachglas. Wer aber nun denkt, dass man sein ganzes Leben dafür auf den Kopf stellen müsste, der irrt sich. „Es ist keine schwarze Magie,“ versichert Shia Su mit einem Augenzwinkern.

Am 27.11.2019 um 18:00 Uhr können Sie sich in der Alten Aula in Tübingen selbst davon überzeugen, denn Shia und Hanno Su geben in ihrem lebhaften Vortrag einen spannenden Einblick in ihren Alltag ohne Müll. Sie sind herzlich dazu eingeladen, mit zu diskutieren. Dabei ist keine Frage tabu. „Es gibt eine Menge überraschende Alternativen, die viele von uns einfach nicht kennen,“ so Hanno Su „lassen Sie sich überraschen!“

27. November 2019
18:00 Uhr
Alte Aula, Festsaal, Münzgasse 30

 


Bisherige Vorträge

2018

Alfred Theodor Ritter, Vorsitzender des Beirats der Alfred Ritter GmbH und Co. KG, hielt am 15. November die Sustainability Lecture der Universität Tübingen 2018 zum Thema „Nachhaltige Entwicklung als Perspektive für Unternehmen: Das Beispiel (der Firma) Ritter“. Vor gut 130 Zuhörer*innen sprach Herr Ritter kritisch und reflektiert über das aktuelle Wirtschaftssystem, was hinter guter Qualität steckt und was Schokoladenhersteller*innen tun können, um die Welt ein wenig mehr im Sinne Nachhaltiger Entwicklung zu gestalten.

Herr Ritter betonte, dass wir wirtschaften, um Leben zu verbessern – nicht nur unseres, sondern im Idealfall alle Leben von in der Produktionskette beteiligten Menschen. Aus diesem Grund ist ein nur auf Wachstum ausgelegtes Wirtschaftssystem ein sterbendes System, in dem er selbst nicht leben möchte. Faktoren wie das BIP berücksichtigen weder die Versauerung der Böden noch den Eintrag von Mikroplastik in die Weltmeere, die schwierig mit reinen Zahlen zu berechnen sind.

Bei der Grundzutat von Schokolade – Kakao, ein an der Börse gehandeltes Produkt – ist sich Herr Ritter ganz sicher: schlechte Qualität schmeckt man. Dies bezieht sich nicht nur auf qualitativ minderwertigen Kakao an sich, sondern auch auf das menschliche Leid, welches in Kakao und somit auch Schokolade stecken kann: Armut, Kinderarbeit und Menschenhandel. Aus diesem Grund stärkt die Firma Ritter Sport die Beziehungen zu seinen Kakaobauern und -bäuerinnen, die vielfach in Kooperativen organisiert sind, und hat Geld in die eigene Plantage „El Cacao“ in Nicaragua investiert, wo Artenvielfalt und faire Löhne Grundpfeiler für guten Kakao sind. Denn Spitzenschokolade gibt es nur mit Spitzenkakao und wer die Vision verfolgt, die beste Schokolade der Welt zu produzieren, muss deshalb auch in die dahinterstehenden Menschen investieren. Die Erfolge auf dem Weg in eine nachhaltigere Schokoladenproduktion benannte Herr Ritter ebenso wie noch nicht gelösten Fragen, beispielsweise in Teilen der Milchproduktion. Auch in der lebhaften Diskussion mit dem Publikum wurde beides, die Herausforderungen und die positiven Lösungsansätze für eine nachhaltige Wirtschaft, die sich nicht dem einseitigen quantitativen Wachstumszwang unterwirft, weiter mit dem Festredner besprochen.

2017

Satish Kumar (Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen)

Der indische Umweltaktivist und Autor Satish Kumar hielt am 30. November die Sustainability Lecture der Universität Tübingen 2017 zum Thema „Soil, Soul, Society - how to bring environment, spirituality and humanity together“. In seiner passionierten und motivierenden Rede, der gut 120 Zuhörer*innen im Festsaal der Alten Aula beiwohnten, betonte Herr Kumar das Zusammenspiel von Natur und menschlichem Leben. Die Natur ist keine Ressource, welche für wirtschaftlichen Profit und höhere Löhne immer weiter ausgebeutet werden kann, sondern Quelle des Lebens.

Wenn ihre Bestandteile Feuer, Wasser, Erde und Luft sich im Gleichgewicht befinden, kann auch der Mensch gut leben, da er aus denselben Teilen besteht: Feuer für Leidenschaft und Liebe, Wasser, da der menschliche Körper zu 70 Prozent daraus besteht, Erde, weil alles, was der Mensch isst, aus der Erde kommt, und Luft, die wir zum Atmen brauchen. Verschmutzen wir zum Beispiel die Luft, müssen wir sie trotzdem atmen, vergiften wir das Wasser, benötigen wir es trotzdem zum Leben. Dieses ausgeklügelte Gleichgewicht wurde von uns als Menschen gestört und durcheinander- gebracht und kann deshalb auch nur von uns wieder ins Lot gebracht werden. Auch wenn dies noch so schwierig scheint, ist kein Problem unlösbar und kann durch Betrachtung des Wesentlichen an den Wurzeln gepackt werden. Denn das Genie vereinfacht und handelt! Eine wichtige Rolle für diesen Wandel muss von den Universitäten kommen, da sie viele der heutigen Entscheider*innen ausgebildet haben, die für die momentane Situation auf der Erde verantwortlich sind. An den Universitäten muss eine holistische Perspektive gelehrt werden, die nicht nur ökonomische Faktoren miteinbezieht, sondern die Studierenden lehrt, wie wichtig das natürliche Gleichgewicht ist. Denn Satish Kumar ist sich sicher: Wenn jede*r einen Teil zu diesem Wandel beiträgt, können wir gemeinsam auch eines der größten Probleme lösen und es schaffen für uns und kommende Generationen die Welt wieder zu einem lebenswerten Ort zu machen.

2016

Ursula Sladek (Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen)

Ursula Sladek hielt am 24. November die Sustainability Lecture 2016 der Universität Tübingen zum Thema Herausforderungen der Energiewende in Deutschland. Frau Sladek ist Mitgründerin der atom- und fossilstromfreien Elektrizitätswerke Schönau und vielfach ausgezeichnete Ökostrompionierin, unter anderem Preisträgerin des Deutschen Umweltpreises 2013. In ihrer ebenso sachbezogenen wie passionierten Rede verwies sie auf die drängenden Handlungsnotwendigkeiten aufgrund des Klimawandels. Als ausgewiesene Expertin und Unternehmerin gab Frau Sladek fundierte Einschätzungen zu essentiellen Themen wie EEG-Umlage und -Umlagebefreiung. Damit und mit weiteren Analysen der Energiepolitik schärfte sie das Verständnis für die Energiewende. Zugleich verwies sie auf nachhaltiges Verhalten und politische Einmischung, die Bürgerinnen und Bürger im täglichen Leben praktizieren können, um den Herausforderungen der Energiewende und des Klimawandels zu begegnen. Ursula Sladek betonte die Gleichzeitigkeit des „auf jede und jeden kommt es an“ und die notwendige gesellschaftspolitische Umsteuerung.

2015

Thomas Jorberg (Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen)

Thomas Jorberg, Vorstandssprecher der GLS Bank, hielt am 27. November die „Sustainability Lecture 2015“. Unter dem Titel „Das Ende von Banken, wie wir sie kannten. Nachhaltigkeit im Finanzsektor?“, diskutierte Jorberg die gegenwärtigen Entwicklungen im Finanzsektor. Die schwindende gesellschaftliche Akzeptanz von Banken sowie veränderte rechtliche und ökonomische Bedingungen im Finanzsektor erforderten, so Jorberg, neue Geschäftsmodelle. Notwendig sei ein Wandel hin zu neuen Bankmodellen. Auch „alternative“ Banken mit nachhaltigkeitsorientierten Förder- und Anlagestrategien müssten sich entsprechend ständig weiterentwickeln. Sehr anregend war Jorbergs These, dass die derzeitigen Finanzsysteme mit Zuständen des (teilweisen) Überflusses von Kapital nicht nachhaltig umgehen könnten. Im Anschluss an die Lecture nutzten die Gäste die Gelegenheit, ihre Fragen an Herrn Jorberg zu stellen.

Videoaufzeichnung Sustainability Lecture 2015

2014

Prof. Dr. Angelika Zahrnt (Bild: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen)

Die Sustainability Lecture 2014 wurde von Prof. Dr. Angelika Zahrnt, Ökonomin und Ehrenvorsitzende des BUND, gehalten. Der Titel Ihrer Lecture lautete "Was kommt nach dem Wirtschaftswachstum?". Die Sustainability Lecture sowie die Verleihung der Nachhaltigkeitspreise fanden am Freitag, den 28. November um 16:30 Uhr im Hörsaal 22 des Kupferbaus statt.

2013

Ministerin Theresia Bauer (MdL) (Bild: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen)

Am 29. November 2013 hielt Frau Ministerin Theresia Bauer (MdL) die Sustainability Lecture. Der Titel ihrer Lecture lautete "Wissen schafft Nachhaltigkeit - die Rolle der Wissenschaft auf dem Weg in die nachhaltige Gesellschaft."

2012

Ernst Ulrich von Weizsäcker (Bild: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen)

2012 hielt der international renommierte Umweltexperte Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst Ulrich von Weizsäcker die Tübinger Sustainability-Lecture. Der weltweit wissenschaftlich ebenso wie gesellschaftspolitisch engagierte Ernst Ulrich von Weizsäcker wurde in diesem Jahr zum Co-Präsidenten des Club of Rome gewählt. Neben zahlreichen weiteren Tätigkeiten wirkte er im Laufe seiner Karriere als Direktor des Instituts für Europäische Umweltpolitik in Bonn, als Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie und als Mitglied des deutschen Bundestages. Er ist ein Pionier des Nachhaltigkeitsgedankens und griff in seiner Rede das Thema der Generationengerechtigkeit auf. Der Titel der Sustainability Lecture lautete „Was schulden die Alten den Jungen?“.

 

2011

Von links: Prof. Thomas Potthast, Prof. Klaus Töpfer und Prof. Bernd Engler (Bild: Leweke/IZEW)

Für die erste Sustainability Lecture im Jahr 2011 konnte Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Töpfer (Gründungsdirektor des Institute for Advanced Sustainability Studies Potsdam; ehemaliger Bundesumweltminister sowie Exekutivdirektor des UNEP) gewonnen werden.