20.02.2026
Let’s Talk About Careers: From Academia to Entrepreneurship
Am Donnerstag, den 19. Februar 2026, fand im Amazon Research & Development Center in Tübingen die Sonderausgabe von „Let’s Talk About Careers: From Academia to Entrepreneurship“ statt, organisiert vom Startup Center in Kooperation mit der Graduate Academy. Die Veranstaltung richtete sich an Promovierende und Postdocs, die sich mit beruflichen Perspektiven außerhalb der akademischen Welt auseinandersetzen. Ziel war es, Unternehmertum als realistische und inspirierende Karriereoption sichtbar zu machen.
Zu Gast waren Dr. Christian Ebert, Mitgründer und CEO von Cabuu, sowie Dr. Maike Kaufman, Gründungsmitglied von Polybot. Beide berichteten von ihrem Weg aus der Forschung ins Unternehmertum.
Christian Ebert kommt aus der Computerlinguistik und entwickelte aus seiner wissenschaftlichen Arbeit heraus die Lern-App Cabuu. Die App verbindet Vokabellernen mit gestenbasierten, multisensorischen Methoden und überträgt Erkenntnisse aus der Lernforschung in ein digitales Produkt. Der Übergang von der Forschung ins Unternehmertum bedeutete für ihn, sich neben der Produktidee auch mit Teamaufbau, Marketing und Finanzierung auseinanderzusetzen. Besonders prägend waren Phasen finanzieller Unsicherheit und Erfahrungen mit externen Dienstleistern, die nicht immer zum gewünschten Ergebnis führten.
Als Co-Foundern bei Polybot bringt Maike Kaufman einen Hintergrund in Physik und Ingenieurwissenschaften sowie Erfahrungen in der Industrie mit. Polybot entwickelt lernfähige KI-Roboter für die Landwirtschaft, die Aufgaben direkt von menschlichen Vorbildern erlernen und flexibel eingesetzt werden können. Das Ziel des Startups: eine Rückkehr von der Mono- zur Polykultur und damit zu einer nachhaltigeren Agrarwirtschaft. Eine erfolgreiche Finanzierungsrunde markierte für das Team einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg vom Forschungsprojekt zum Unternehmen.
In der Diskussion wurde deutlich, wie zentral frühes Testen und schnelles Lernen sind. Statt lange am perfekten Konzept zu arbeiten, wie in der Wissenschaft üblich, empfahlen beide, früh Prototypen zu entwickeln, Feedback einzuholen und Produkte sukzessive zu verbessern. Fehler seien dabei Teil des Prozesses. Ebenso entscheidend sei ein Team mit komplementären Kompetenzen, das unterschiedliche Perspektiven und Fähigkeiten vereint.
Auch das Thema Finanzierung wurde angesprochen: Förderprogramme, sowie Investorinnen und Investoren können entscheidend sein, gleichzeitig erfordern knappe Ressourcen realistische Planung und klare Absprachen. Beide betonten, wie wichtig Durchhaltevermögen und Lernbereitschaft sind.
Deutlich wurde zudem, dass viele Kompetenzen aus der Wissenschaft, wie analytisches Denken, Ausdauer und strukturiertes Arbeiten, im Unternehmertum von großem Wert sind. Eine Gründung, so der Tenor des Abends, ist kein radikaler Bruch mit der Wissenschaft, sondern kann eine konsequente Weiterführung wissenschaftlicher Neugier in einem neuen Kontext sein.