04.03.2026
Praxisnah gründen lernen: Die Kurse im Sommersemester 2026
Auch im Sommer 2026 bietet das Startup Center wieder viele Kurse und Projekte an. Federführend für die Koordination, Durchführung und Betreuung dieser Angebote sind unsere Mitarbeiterinnen Sabine Ranft und Johanna Kreßel. Die beiden haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei unterstützt, unternehmerische Kompetenzen zu erwerben. Im Interview erzählen sie, welche Kurse und Projekte das Startup Center im kommenden Semester anbietet und was die Teilnehmenden genau erwartet. Ein besonderes Augenmerk legen die beiden auf unsere praxisnahen Angebote: Das Digitale Innovationsprojekt und den Kurs Student2Startup.
An wen richten sich die Kurs-Angebote des Startup Centers?
Sabine:
Prinzipiell sind unsere Kurse offen für alle Studierende, Forschende, aber auch Alumni, deren Abschluss nicht länger als fünf Jahre zurückliegt, sowie für Mitarbeitende der Universität. Ziel ist es, das unternehmerische Denken und Handeln der Teilnehmenden zu schulen. Das machen wir in ganz unterschiedlichen Formaten. Vorkenntnisse sind dabei in der Regel nicht erforderlich. Als zertifizierte „Young Entrepreneurs in Science“-Trainerinnen haben wir außerdem ein großes Angebot, das sich gezielt an PhD’s und Postdocs richtet.
Was genau bietet ihr im Sommersemester 2026 an?
Johanna:
Wir bieten Grundlagenkurse wie Entrepreneurship Essentials an, in dem Studierende einen kompletten Gründungsprozess von der Ideenfindung bis hin zum Anfertigen eines Geschäftsmodells durchlaufen. Neben den Young Entrepreneurs in Science-Formaten, gibt es Kurse zu sozialem Unternehmertum wie SEA:start. Ergänzt werden diese Angebote durch unsere praxisorientierten Kurse für Studierende. Dazu zählen das Digitale Innovationsprojekt und Student2Startup.
Was erwartet die Teilnehmenden in euren Praxisprojekten?
Sabine:
In unseren Praxisprojekten arbeiten die Teilnehmenden direkt an realen unternehmerischen Herausforderungen von Startups und Unternehmen aus der Region. In interdisziplinären Teams entwickeln sie gemeinsam tragfähige und innovative Lösungsansätze. Das Digitale Innovationsprojekt wurde initiiert von der Hochschule Reutlingen und wir sind Kooperationspartner. Das bedeutet, dass Studierende aus Tübingen und Reutlingen in diesem Projekt eng zusammenarbeiten.
Eine Besonderheit des Formats ist, dass der Kurs vollständig online stattfindet. Zu Beginn gibt es ein digitales Kickoff-Treffen, bei dem die sogenannten Challengegeber ihre Unternehmen und konkreten Fragestellungen vorstellen. Anschließend können sich die Studierenden für eine Challenge entscheiden und arbeiten dann eigenständig in Teams von vier bis fünf Personen an möglichen Lösungen. Jedes Team wird dabei von einem Coach begleitet, der beziehungsweise die den gesamten Prozess unterstützt. Gemeinsam mit dem Coach werden Zwischenergebnisse reflektiert, Fragen geklärt und neue Impulse gesetzt. Auch die Challengegeber selbst stehen für Rückfragen zur Verfügung. Ergänzend dazu gibt es eine Online-Lernplattform mit sieben aufeinander aufbauenden Lernmodulen. Dort erarbeiten sich die Teilnehmenden theoretische Grundlagen, zum Beispiel zu Design Thinking, Teambuilding oder Prototyping, und vertiefen diese durch praktische Übungen. Im Laufe des Semesters präsentieren die Teams ihre Fortschritte in einer Zwischenpräsentation und stellen am Ende ihre finalen Ergebnisse in einem Pitch und einer Abschlusspräsentation vor.
Aus meiner Erfahrung als Coach kann ich sagen, dass die Lernkurve in diesem Kurs sehr steil ist und die Teilnehmenden enorm viel mitnehmen. Gerade die Herausforderung, in einem Team zusammenzuarbeiten, in dem sich anfangs niemand kennt, sich selbst zu organisieren und all das rein digital umzusetzen, ist anspruchsvoll. Wenn das gelingt, ist die Begeisterung aber meist groß – und als Vorbereitung auf das spätere Berufsleben ist diese Erfahrung wirklich unschätzbar.
Johanna:
Bei Student2Startup erwartet die Teilnehmenden ein etwas anderes Setting. Der Kurs wird auf Englisch durchgeführt und richtet sich nur an Studierende. Die Challengegeber ausschließlich sind Startups, sodass die Teams sehr nah mit jungen Gründerinnen und Gründern zusammenarbeiten. Die Studierenden übernehmen dabei bewusst die Rolle von Unternehmensberatenden und entwickeln konkrete Lösungsstrategien für reale Problemstellungen.
Im Semester gibt es drei Präsenztermine. Dazwischen organisieren sich die Dreier- oder Viererteams eigenständig, planen ihre Arbeitsschritte selbst und erarbeiten ihre Ergebnisse in eigener Verantwortung. Begleitet werden sie von erfahrenen Mentorinnen und Mentoren aus der Wirtschaft, die ihre Praxiserfahrung einbringen, Feedback geben und bei Herausforderungen unterstützen. In vergangenen Semestern waren unter anderem Mentorinnen und Mentoren von BOSCH sowie der Landeskreditbank Baden-Württemberg beteiligt.
Der Kurs ist daher besonders praxisnah, stark eigenverantwortlich angelegt und bietet intensive Einblicke in die Arbeitsweise und Herausforderungen junger Startups.
Sabine:
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass beide Kurse sich vor allem durch ihren starken Praxisbezug und die Arbeit an realen unternehmerischen Fragestellungen auszeichnen. In beiden Formaten arbeiten Studierende interdisziplinär im Team, übernehmen eine beratende Rolle gegenüber externen Partnerinnen und Partnern und entwickeln eigenständig Lösungsansätze. Beide Kurse fördern unternehmerisches Denken, Problemlösungskompetenz und die Fähigkeit, Ergebnisse überzeugend zu präsentieren.
Die Unterschiede liegen klar im Format und im didaktischen Schwerpunkt: Das Digitale Innovationsprojekt ist deutschsprachig, vollständig online und stärker strukturiert mit klarer methodischer Anleitung und intensiver Coach-Begleitung. Student2Startup hingegen ist englischsprachig, arbeitet ausschließlich mit Startups, findet mit wenigen festen Präsenzterminen statt und setzt stärker auf Selbstorganisation und freie Gestaltung, sowie die Begleitung durch erfahrenen Mentorinnen und Mentoren aus der Praxis.
Erhält man für die Teilnahme Credit Points oder Zertifikate?
Sabine:
Ja, das Engagement wird honoriert!
Für das Digitale Innovationsprojekt gibt es sechs Credit Points, außerdem ist der Kurs anrechenbar für unser Zertifikat Entrepreneurship & Business.
Johanna:
Für Student2Startup vergeben wir drei Credit Points, die sich ebenfalls auf das Zertifikat Entrepreneurship & Business anrechnen lassen. Ein zusätzliches Teilnahmezertifikat wird von der Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland e.V. ausgestellt.
Außerdem passiert es immer wieder, dass besonders engagierte Teams oder einzelne Studierende von den Unternehmen, für die sie Lösungsstrategien entwickelt haben, Einladungen für Praktika oder Werkstudentenstellen erhalten.
Die Belohnungen für eine Teilnahme an unseren Kursen sind also nicht nur theoretisch-akademisch, sondern oft auch ganz real!
Eine detaillierte Übersicht zu unseren Kursangeboten findet ihr hier. Die Anmeldungen sind ab sofort möglich!
Wenn ihr Fragen habt, meldet euch gerne unter gruendenspam prevention@uni-tuebingen.de