Uni-Tübingen

Ausschreibung im Bereich Physik

21.05.2026

BMFTR: Verbundvorhaben zum Thema „KI-gestützte Robotik für Anwendungen in der realen Welt“ zwischen Europa und Japan

Frist: 22. Juli 2026 (Zweistufiges Verfahren, Projektskizzen)

Mit dieser Förderrichtlinie wird dazu aufgefordert, neuartige Ansätze, Technologien und Methoden zu erforschen, die auf den Stärken der japanischen und europäischen Forschungsgemeinschaften aufbauen, um den Bereich „KI-gestützte Robotik für Anwendungen in der realen Welt“ voranzubringen.

Die vorliegende Fördermaßnahme erfolgt im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland sowie des Aktionsplans „Robotikforschung“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Die Vorhaben sind der „Strategischen Projektförderung“ zuzuordnen. Mit dem diesjährigen thematischen Schwerpunkt „KI-gestützte Robotik für Anwendungen in der realen Welt“ werden zwei Handlungsfelder des Aktionsplans Robotikforschung adressiert: „Robotik-Spitzenforschung bündeln und vernetzen“ sowie „Intelligente Robotik von der Forschung in die Anwendung bringen“.

Die rasante Entwicklung der KI-gestützten Robotik verändert die Industrie, den Dienstleistungssektor und die Gesellschaft insgesamt, indem sie neue Möglichkeiten in verschiedenen komplexen realen Umgebungen eröffnet.

Ziel der vorliegenden Förderrichtlinie ist die Entwicklung KI-gestützter Robotersysteme für praktische Anwendungen. Diese sollen in der Lage sein, in dynamischen, unstrukturierten und menschenzentrierten Umgebungen der realen Welt zu operieren und konkrete Lösungen für drängende gesellschaftliche Herausforderungen bieten. Beispielsweise können durch Verbesserung der Wahrnehmung, Lernfähigkeit und Interaktion von Robotern effizientere und flexiblere industrielle Prozesse, mehr Sicherheit in gefährlichen Umgebungen sowie effektivere Dienstleistungen in Bereichen wie Logistik, Landwirtschaft, Umweltüberwachung, Gesundheitswesen und Katastrophenhilfe ermöglicht werden und so zu mehr Resilienz, Nachhaltigkeit und Lebensqualität beitragen.

Die Weiterentwicklung der KI-gestützten Robotik erfordert interdisziplinäre Forschung und innovative Ansätze, die technologische Fortschritte in den Bereichen Wahrnehmung, Manipulation und Mensch-Roboter-Interaktion mit neuen Anwendungen verbinden, die sicher, sozial verantwortlich und auf die Bedürfnisse der realen Welt ausgerichtet sind. Um zu dieser Entwicklung beizutragen, zielt diese Förderrichtlinie darauf ab, gemeinsame Forschungsprojekte mit japanischen und europäischen Partnern zu fördern, die sich mit zentralen wissenschaftlichen und technologischen Herausforderungen bei der Entwicklung von KI-gestützter adaptiver, autonomer und intelligenter Robotik befassen.

Gefördert werden im Rahmen dieser Fördermaßnahme Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowohl als Einzel- wie auch als Verbundvorhaben, die sich entsprechend des oben beschriebenen Zuwendungszwecks in internationaler Zusammenarbeit mit Partnern aus Japan und aus den beteiligten europäischen Ländern (siehe Nummer 1.2) auf die Erforschung KI-gestützter Robotik für Anwendungen in der realen Welt fokussieren. Die Forschung ist nicht auf bestimmte Technologien, Ansätze oder Methoden beschränkt und kann sich mit Software- und Hardware-Aspekten der Robotik befassen, die mit Sensoren, Computer Vision, Big-Data-Erfassung, maschinellem Lernen und Deep Learning, natürlicher Sprachverarbeitung, Simultaneous Localization and Mapping und anderen KI-bezogenen Bereichen zusammenhängen.

Durch den Einsatz solcher Technologien können Projekte verschiedene Fähigkeiten abdecken, darunter unter anderem fortgeschrittene Wahrnehmungsfähigkeiten, Manipulation und Co-Manipulation, Lernen und Entscheidungsfindung sowie die Interaktion mit Menschen im Zusammenhang mit KI-gestützter Robotik.
Durch die oben genannten Technologien und Fähigkeiten soll die im Rahmen dieser Förderrichtlinie geförderte Forschung konkretes Potential für greifbare gesellschaftliche Vorteile aufzeigen. Beispielsweise soll gezeigt werden, wie verbesserte Wahrnehmung, Lernfähigkeit und Interaktion von Robotern effizientere und flexiblere industrielle Prozesse, mehr Sicherheit in gefährlichen Umgebungen sowie effektivere Dienstleistungen in Bereichen wie Logistik, Landwirtschaft, Umweltüberwachung, Gesundheitswesen und Katastrophenhilfe ermöglichen und so zu mehr Resilienz, Nachhaltigkeit und Lebensqualität beitragen.

Es werden interdisziplinäre Forschungsansätze gefördert, insbesondere als Teil ganzheitlicher Ansätze, die das gesamte Spektrum von Technologien über Fähigkeiten bis hin zu Anwendungen mit gesellschaftlichem Nutzen abdecken. Eine aktive Zusammenarbeit mit Interessengruppen wie der Industrie, politischen Entscheidungsträgern, Endnutzern und gesellschaftlichen Organisationen wird nachdrücklich empfohlen, um Relevanz und Wirkung sicherzustellen.

Alle Vorschläge müssen eine klare Relevanz für die Ziele der Ausschreibung aufzeigen sowie darlegen, wie die vorgeschlagene Forschung potentiellen gesellschaftlichen Nutzen sowohl für Japan als auch für den europäischen Raum erbringen kann.

Beispiele für Forschungsthemen sind unter anderem:

  • Mensch-Roboter-Kooperation bei der Flugzeugmontage unter Verwendung von Imitationslernen von erfahrenen Technikern
  • Aufgabenprogrammierung in natürlicher Sprache für autonome Baustellenroboter
  • kontinuierliches Lernverfahren für automatisierte Recycling- und Abfallsortieranlagen
  • adaptive Rollstühle mit geteilter Autonomie für Nutzer mit motorischen Beeinträchtigungen
  • Human-in-the-Loop-Lernen für Drohnen zur Ernteüberwachung
  • menschenbewusste Katastropheneinsatzroboter, die verstärktes Lernen für die Navigation durch Trümmer nutzen

Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt.
In der ersten Verfahrensstufe sind bis spätestens 22. Juli 2026 zunächst Projektskizzen vorzulegen.

Weitere Informationen:
https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Bekanntmachungen/DE/2026/05/2026-05-15-bekanntmachung-japan.html