17.05.2023
Die genderbezogene digitale Spaltung ist ein bekanntes Thema in Forschung und Politik. Politische Diskurse betonen den Inklusionsaspekt, der sich auf Chancengleichheit und wirtschaftliche Stärkung konzentriert. Kritische Analysen des Inklusionsnarrativs betonen dessen universalistische und normative Perspektive, die implizit ausschließt und festlegt, was geschlechterbezogene technologische Inklusion bedeutet. Dieser Beitrag konzentriert sich auf eine alternative, in Lateinamerika entwickelte Perspektive: die Aneignung von Technologien. Dieser Ansatz stellt die soziokulturellen und wirtschaftlichen Ungleichheiten im Globalen Süden in den Vordergrund. Anhand einer Fallstudie über eine transfeministische IT-Gemeinschaft in Argentinien werden die transformativen Aspekte ihrer Aneignungsvorstellungen und -praktiken analysiert. Es wird argumentiert, dass dieser Ansatz auch für andere Kontexte des Globalen Südens, in denen ähnliche Gemeinschaften existieren, relevant ist und uns ein besseres Verständnis der Möglichkeiten und Grenzen der Inklusion im Bereich der digitalen Technologien vermittelt.