Uni-Tübingen

Aktuelles

25.04.2018

Heisenberg-Professur für Neurowissenschaftler vom Bernstein Zentrum Tübingen

Philipp Berens zum Heisenberg-Professor für „Data Science für die Sehforschung“ an der Universität Tübingen ernannt

Heisenberg-Professor Philipp Berens. Foto: Universität Tübingen / Friedhelm Albrecht
Heisenberg-Professor Philipp Berens. Foto: Universität Tübingen / Friedhelm Albrecht

Mitte April wurde Philipp Berens zum Heisenberg-Professor für „Data Science für die Sehforschung“ am Forschungsinstitut für Augenheilkunde der Universität Tübingen ernannt. Seine Professur verstärkt die visuelle Neurowissenschaft in der international renommierten Augenheilkunde am Standort Tübingen und baut auf die dortige enge Verknüpfung von Maschinellem Lernen und Neurowissenschaften.

Mit seiner Heisenberg-Professur will Berens auch eine Brücke zwischen Grundlagenforschung in der Computational Neuroscience und klinischer Forschung bis hin zur Diagnostik bauen. Er wird seine Arbeit an Algorithmen und Computermodellen weiterführen, um die funktionalen und biophysikalischen Eigenschaften unterschiedlicher Zelltypen der Netzhaut besser zu verstehen. Dazu wird Berens mit experimentell arbeitenden Partnern zusammenarbeiten. Seine Arbeitsgruppe nutzt die Computermodelle auch, um zu untersuchen, welche Auswirkungen die Degeneration von Photorezeptoren im Netzhautnetzwerk hat. Dies kann helfen, Netzhauterkrankungen besser zu verstehen oder zur Weiterentwicklung von Neuroprothesen für die Retina beizutragen.


Neben seiner Qualifikation als international vernetzter Forscher setzt Philipp Berens vor allem auf das gut funktionierende strukturelle Umfeld in Tübingen: „Für mich bedeutet die Heisenberg-Professur, dass ich die Data Science nachhaltig im Brückenschlag zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung verorten kann.“


Seine Entscheidung in Tübingen zu bleiben ist durch drei Faktoren maßgeblich geleitet worden:

  1. die Stärke der Neurowissenschaft und Augenheilkunde in Tübingen, die internationales Renommé genießt,
  2. die Forschungsstrukturen in der Computational Neuroscience, die durch das Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience Tübingen lange etabliert sind und
  3. der Schwerpunkt der Universität im Bereich Maschinelles Lernen.

Diese sind für den interdisziplinär arbeitenden Forscher entscheidende Faktoren für den Forschungsstandort Tübingen.


Dr. Claudia Duppé, Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience

Kontakt

Prof. Dr. Philipp Berens
University of Tübingen
Institute for Ophthalmic Research
AG Data Science for Vision Research
phone: +49 7071 29-88833


Die Heisenberg-Professur

Die Heisenberg-Professur ist ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Programm, dass es erlaubt NachwuchsforscherInnen an einer Universität ihrer Wahl eine Professur mit ihrem Forschungsfokus zu etablieren.

Das Bernstein Zentrum Tübingen

Das Bernstein Zentrum (BCCN) Tübingen wurde im Jahr 2010 unter der Leitung von Prof. Matthias Bethge mit Fördermitteln des BMBF gegründet. Es ist eine Kollaboration zwischen der Eberhard-Karls-Universität Tübingen sowie dem Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik und beschäftigt sich mit der Erforschung von Sinneswahrnehmung. Gerade die „perzeptuelle Inferenz", die Fähigkeit des Gehirns, Sinnesinformationen und Vorwissen zu einer schlüssigen Wahrnehmung unserer Umwelt zu kombinieren, ist eine der wichtigsten Leistungen des Gehirns. Die Forscher am BCCN Tübingen gehen dieser mit Methoden des Maschinellen Lernens und der Künstlichen Intelligenz in Kombination mit Ansätzen aus den experimentellen Neurowissenschaften auf den Grund.

Seit 2017 wird die interdisziplinäre Computational Neuroscience in Tübingen durch den Sonderforschungsbereich 1233 „Robustheit des Sehens” der DFG gefördert, der auch auf dem Thema der perzeptuellen Inferenz aufbaut. In dem Forschungsverbund arbeiten mehr als zwanzig Arbeitsgruppen, vor allem von der Universität Tübingen und dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme zusammen, um die Prinzipien und Algorithmen besser zu verstehen, die „robustes Sehen“ in der Biologie und in künstlichen Systemen ermöglichen.

Das Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience

Das Bernstein Netzwerk ist ein Forschungsnetzwerk im Bereich der computergestützten Neurowissenschaft. Dieses Feld verbindet experimentelle Ansätze der Neurobiologie mit theoretischen Modellen und Computersimulation. Das Bernstein Netzwerk geht auf eine Förderinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zurück. Es wurde 2004 mit dem Ziel gegründet, Kapazitäten im Bereich der Computational Neuroscience weiterzuentwickeln und den Transfer von theoretischen Erkenntnissen hin zu klinischen und technischen Anwendungen voranzubringen. In dynamischer Weise verbindet die Computational Neuroscience hierbei experimentelle neurowissenschaftliche Ansätze mit theoretischen Modellen und Computersimulationen. Das Netzwerk ist nach dem deutschen Physiologen und Biophysiker Julius Bernstein (1839-1917) benannt und besteht nach zehnjähriger Förderung durch das BMBF aus mehr als 200 Arbeitsgruppen.

Links

http://www.bccn-tuebingen.de
http://robust.vision/crc1233
http://www.berenslab.org
http://www.eye-tuebingen.de

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