Uni-Tübingen

Aktuelles

26.08.2015

Johanna Wanka besucht das Forschungs- und Erlebniszentrum paläon

Dr. Jordi Serangeli zeigt Bildungsministerin Prof. Johanna Wanka die Bruchstücke von 300.000 Jahren alten Eierschalen. Foto: Jens Lehmann (NLD Hannover)

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Johanna Wanka hat das Forschungs- und Erlebniszentrum paläon im niedersächsischen Schöningen besucht. Am Dienstag, den 25. August 2015, informierte sie sich über den Fortgang der Arbeiten auf der archäologischen Ausgrabung. In den Schichten der ca. 300.000 Jahren alten Fundstelle Schöningen waren in den 1990er Jahren die ältesten vollständigen Fernwaffen der Welt entdeckt worden: Neun Wurfspeere und ein Wurfholz sowie eine Stoßlanze und weitere Holzartefakte.

Die einmalige Beschaffenheit der Feuchtsedimente, sowie die besondere Topographie des Fundortes, haben eine hervorragende Erhaltung von organischen Resten ermöglicht. Neben Hölzern und Knochen von Großsäugern haben sich auch Samen, Reste von Vögeln, Amphibien, Reptilien und Kleinsäugern, sowie Wirbel und Schuppen von Fischen erhalten. Des Weiteren gibt es vollständig erhaltene Muscheln, Schnecken und Chitin-Deckflügel von Käferpanzern. Auch Bruchstücke von Eierschalen sowie Ostracoden und Diatomeen konnten dank der sorgfältigen Grabungs- und Dokumentationstechnik entdeckt und dokumentiert werden. Bei den Großsäugern sei hier besonders auf die Reste von zahlreichen Pferden, eines Wasserbüffels sowie auf Knochen und Zähne der europäischen Säbelzahnkatze Homotherium latidens hingewiesen. In seiner Gesamtheit spiegelt der Fundort ein umfassendes Bild der damaligen Tierwelt wider.

Seit Juni 2008 gräbt in Schöningen das Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege. Derzeit findet unter der Leitung von Prof. Nicholas J. Conard und Dr. Jordi Serangeli eine jährliche Grabung mit mehreren Tübinger Studierenden und Mitarbeitern statt.

Dr. Jordi Serangeli

Zurück