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19.06.2026
Mit Drohnen auf Partikelsuche
Projekt mit Beteiligung der Tübinger Umweltphysik betreibt Feldforschung in Irland
Wo und wie entstehen kleine Aerosolpartikel in der Atmosphäre im Einflussbereich des Meeres? Diese Frage untersuchen Forschende von der Arbeitsgruppe Umweltphysik der Universität Tübingen sowie der TU Braunschweig und des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung in einem gemeinsamen Forschungsvorhaben. In einem mehrwöchigen Feldexperiment führt das Team des Projekts EICA (Experimental Investigation of Costal Aerosols) derzeit Messungen mit verschiedenen automatisch operierenden kleinen Luftfahrzeugen (uncrewed aircraft systems, kurz UAS) an der westlichen irischen Küste durch. Das EICA-Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft über drei Jahre gefördert.
In der Atmosphäre gibt es unterschiedliche Aerosolpartikel, von Pollen zu ultrafeinen Partikeln, die nur wenige Nanometer groß sind. Für Aerosolpartikel gibt es anthropogene Quellen, wie z.B. Autos und andere Verbrennungsprozesse, oder natürliche Quellen, wie die Partikelneubildung, die zum Beispiel in Zusammenhang mit Phytoplankton und UV-Strahlung an der Küste auftreten kann. Diese Aerosolpartikel können zu Kondensationskeimen heranwachsen und zu Wolkentropfen aktiviert werden.
Aerosolpartikel in der Atmosphäre sind typischerweise zu klein, um sie mit bloßem Auge zu sehen, aber haben große Auswirkungen – als Schadstoffe, die Lungenkrankheiten beeinflussen, als kleine Reflektoren für Sonnenstrahlung, die dem Treibhauseffekt entgegenwirken und einen abkühlenden Effekt haben, und als Bestandteile von Wolken, die notwendig für deren Entstehung sind.
Ihre Herkunft und räumliche Verteilung sind daher von großer Relevanz für Wetter und Klima. Aerosolpartikel in Küstennähe haben als eine natürliche Hauptquelle den Ozean, und spezielle natürliche Effekte in Küstennähe führen zu großen Konzentrationen. Ein Team von etwa zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern führt dazu aktuell auf einer Insel an der Westküste Irlands Messungen durch.
Bisher wird die Verteilung von Aerosolpartikeln vor allem durch Messungen am Boden erfasst. In dem Projekt EICA kommen drei verschiedenartige UAS zum Einsatz, um das Bild um die Konzentrationsverteilung in der Höhe zu vervollständigen und dynamische Prozesse zu erfassen:
- Das Flugsystem ALADINA erfasst insbesondere ultrafeine Partikel, die sich neu gebildet haben. Es fliegt dafür bis in eine Entfernung von etwa 3 km aufs offene Meer hinaus.
- Das Flugsystem Hopper hat als Schwerpunkt die Messung von Turbulenz und größeren Aerosolpartikeln.
- Der Quadrocopter AirQDrone fliegt an einem festen Standort wiederholt bis in eine Höhe von etwa 1000 m, um den Tagesgang der Atmosphäre und der Konzentration der Aerosolpartikel zu erfassen.
Das Team ist den ganzen Monat Juni über vor Ort in Inishbofin und hat bereits zahlreiche erfolgreiche Flüge durchgeführt. Die Ergebnisse werden genutzt, um besser zu verstehen, wie Aerosolpartikel entstehen und wie sie von den Bedingungen in der Atmosphäre beeinflusst werden.
Nach einer Pressemitteilung der TU Braunschweig
Ansprechpartner in der Arbeitsgruppe Umweltphysik an der Universität Tübingen:
Prof. Dr. Jens Bange
07071 29-74 714
jens.bangespam prevention@uni-tuebingen.de
PD Dr. Andreas Platis
07071 29–73121
andreas.platisspam prevention@uni-tuebingen.de