Uni-Tübingen

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14.11.2019

Neues Graduiertenkolleg zur Krebs-Chirurgie

Bessere Sensoriken für kürzere Operationszeiten und bessere Patientensicherheit

Bei der jüngsten Vergabe von Graduiertenkollegs (GRK) hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG ein Graduiertenkolleg bewilligt, an dem die Universität Tübingen und die Universität Stuttgart beteiligt sind. Das im Bereich der Medizintechnik angesiedelte GRK „Intraoperative multisensorische Gewebedifferenzierung in der Onkologie“ arbeitet an der Entwicklung neuer Sensoriken. Sie sollen es Chirurginnen und Chirurgen in der Krebs-Behandlung ermöglichen, während der Operation mit hoher Auflösung zum Beispiel bösartiges von gesundem Gewebe zu unterscheiden, und so helfen zu entscheiden, ob das Gewebe entfernt oder erhalten werden soll. Langfristig will das GRK zu einer besseren Patientensicherheit und Lebensqualität beitragen und mittels der Echtzeitdaten lange Operationszeiten verkürzen. 

Antragssteller sind Professor Arnulf Stenzl von der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Tübingen und Professor Oliver Sawodny vom Institut für Systemdynamik der Universität Stuttgart. Sawodny ist zudem der Sprecher des GRK.

Präzise Tumorentfernung: Bösartiges von gesundem Gewebe einfacher und schneller unterscheiden können

Das übergeordnete Ziel neuer interventioneller Verfahren in der Chirurgie ist es, minimale Invasivität und hohe Effektivität mit kurzer Behandlungsdauer und geringen Komplikationsraten zu vereinbaren. Ein zentraler Aspekt in der Onkologie ist die Unterscheidung der malignen Zielstrukturen, also von bösartigen Tumoren, und des umgebenden Gewebes während des operativen Eingriffs. Aktuell ist die histopathologische Schnellschnittuntersuchung der Goldstandard der intraoperativen Gewebedifferenzierung. Da diese außerhalb des Operationssaals von Pathologinnen und Pathologen ausgewertet wird, kommt es zu einer verlängerten Operationszeit und potenziellem Informationsverlust. Außerdem ermöglicht der Schnellschnitt keine umfassende Erfassung der Heterogenität und Komplexität des Tumors. 

Um Operateure bei der Entscheidung zwischen Resektion, also Entfernung, und Erhalt des Gewebes zu unterstützen, stellt das neue Graduiertenkolleg Methoden hin zu einer intraoperativen Echtzeitsensorik bereit. Ziel ist eine präzise Tumorentfernung unter größtmöglichem Erhalt von benachbarten Organfunktionen wichtig für Lebensqualität. 

Graduiertenkollegs 

Graduiertenkollegs haben das Ziel, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu stärken. Sie bieten Doktorandinnen und Doktoranden die Möglichkeit, in einem strukturierten Forschungs- und Qualifizierungsprogramm auf hohem fachlichem Niveau zu promovieren. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG hat 16 GRKs neu bewilligt. Diese werden ab 2020 zunächst viereinhalb Jahre lang mit insgesamt rund 72 Millionen Euro gefördert. 

Das Graduiertenkolleg Tübingen – Stuttgart ist das einzige GRK zum Thema Medizintechnik in Deutschland und das einzige dieses Jahr bewilligte GRK das vollständig in Baden-Württemberg angesiedelt ist.

Kontakt:

Prof. Dr. med. Arnulf Stenzl
Universitätsklinikum Tübingen
Klinik für Urologie
E-Mail: urologiespam prevention@med.uni-tuebingen.de

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