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07.07.2026

Botanischer Artenschutz im Dialog

Der Botanische Garten der Universität Tübingen betreibt seit vielen Jahren über Erhaltungs- und Vermehrungskulturen Botanischen Artenschutz und ist durch seine reichhaltige Erfahrung ein wichtiger Akteur im regionalen Artenschutz geworden.

Alexander Benz (von links), Simon Bauer, Eva Kohler, Prof. Christoph Reisch, Christoph Steiner, Lina Begemann, Dr. Andre Baumann, Prof. Dr. Karla Pollmann, Prof. Katja Tielbörger, Dr. Alexandra Kehl, Janne Reinecker und Lore Kupfer beim Rundgang im Botanischen Garten.

Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, hat den Botanischen Garten der Universität Tübingen besucht. Das Team des Gartens stellte dem Staatssekretär im Beisein von Prof. Dr. Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen, die Umsetzung des Botanischen Artenschutzes vor Ort und die weiteren Aufgaben der Einrichtung vor. 

Ein neues Projekt „Wildpflanzen retten: Vielfalt erhalten, Klima schützen“, an dem fünf Botanische Gärten und Saatgutbanken federführend beteiligt sind, soll seit Januar 2026 für den Botanischen Artenschutz an Botanischen Gärten und die Interaktion mit den behördlichen Partnern konkrete, übergreifende und bedarfsorientierte Handlungsempfehlungen entwickeln. Prof. Christoph Reisch von der Saatgutbank der Universität Regensburg stellte das Projekt und die Kooperation mit dem Botanischen Garten Tübingen vor. „Das fachpolitische Ziel des Projektes ist die bundesweite, dauerhafte Umsetzung des Konzepts durch Bund und Länder“, sagte er. 

Kustodin Dr. Alexandra Kehl und der Technische Leiter Alexander Benz informierten über die Arbeit, die der Botanische Garten der Universität Tübingen hierbei bereits leistet und sprachen über die enge Kooperation mit den Behörden und den Artenschutzreferenten und -referentinnen. Obergartenmeister Simon Bauer und sein Team stellten ihre Arbeit mit den geschützten Arten vor, wobei ihr überdurchschnittliches Engagement deutlich wurde. „Aktuell haben wir von über 80 gefährdeten Pflanzenarten aus Baden-Württemberg Erhaltungs- oder Vermehrungskulturen hier im Garten“, sagte Alexandra Kehl. „Und das alles quasi nebenher, also zusätzlich zur eigentlichen Arbeit im Garten“, ergänzte Direktorin Prof. Katja Tielbörger. Bei einem Rundgang im Garten zum Revier Schwäbische Alb und den Erhaltungskulturen ergaben sich interessante und fruchtbare Diskussionen zwischen allen Beteiligten. 

Ein weiteres Thema dieses Termins war die Umweltbildung am Botanischen Garten Tübingen. Kommunikationsmanagerin Janne Reinecker gab in den Gewächshäusern Einblicke in die Bildungsarbeit. Dabei wurde das bestehende Ungleichgewicht deutlich: Rund 230 Führungen und Veranstaltungen jährlich, eine laufende Zertifizierung für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) – und trotzdem keine feste Stelle für Gartenpädagogik. 

Rektorin Karla Pollmann brachte sich als Gastgeberin und als inhaltlich engagierte Gesprächspartnerin ein und bedankte sich am Ende sowohl bei Andre Baumann für den Besuch als auch beim Team des Botanischen Gartens für die wichtige und wertvolle Arbeit. Der Staatssekretär zeigte sich während des knapp zweistündigen Besuchs inhaltlich interessiert und engagiert und würdigte die starke Vernetzung des Gartens mit Behörden und anderen Botanischen Gärten. Zugleich mahnte er zu realistischen Erwartungen, was finanzielle Unterstützung betrifft. Die Diskussionen mit allen beteiligten waren substanziell – ein produktiver Austausch, der die Bedeutung Botanischer Gärten als unverzichtbare Orte der Öffentlichen Bildung und als kompetente Partner im Naturschutz unterstreicht.

Botanischer Garten