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13.12.2016

Stipendien der Baden-Württemberg Stiftung für Forscherinnen der Universität Tübingen

Bundesweit innovative Ideen für bessere Hochschullehre ausgezeichnet

Dr. Anne Hermann-Werner. Foto: "Studio The Factory"
Dr. Anne Hermann-Werner. Foto: "Studio The Factory"

Für ihr Projekt „Kommunikation mit vorinformierten Patienten“ erhält Dr. med. Anne Herrmann-Werner von der Universität Tübingen eines von bundesweit zwölf Fellowships. Ausgezeichnet wurde von der Universität Tübingen außerdem Professorin Dr. Doreen Bryant. Auf die gemeinsame Ausschreibung „Fellowships für Innovationen in der Hochschullehre“ der Baden-Württemberg Stiftung, des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft und der KSB Stiftung gingen rund 120 Anträge ein. Eine Jury aus Fachvertretern, Hochschuldidaktikern und Studierenden wählte jetzt die Empfänger der Fellowships aus.

Zwei Fellowships gehen nach Tübingen

Das Projekt von Dr. med. Anne Herrmann-Werner greift eine gegenwärtige Herausforderung in der Arzt-Patienten-Beziehung auf. Der problemlose Zugriff auf das Internet macht es Patienten möglich, sich über Krankheitsbilder im World Wide Web zu informieren. Dieser ungefilterte Zugang zu medizinischen Informationen und Fehldiagnosen hat erheblichen Einfluss auf die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten. Um dieser Problematik vorzubeugen, hat die junge Assistenzärztin Hermann-Werner neue Unterrichtseinheiten für Medizinstudierende entwickelt. In Online-Schulungsvideos und praktischen Übungen werden die angehenden Ärzte auf ihre spätere Tätigkeit vorbereitet. Beispielsweise lernen sie in simulierten Gesprächen, wie man mit vorinformierten Patienten umgehen kann. Die neuartige Lehr-Lernmethode verbessert nicht nur die Kompetenzen auf der Handlungsebene, sondern führt auch dazu, dass die Studierenden ihre Einstellung und Haltung reflektieren. Für dieses Projekt erhält Dr. med. Anne Herrmann-Werner ein mit 15.000 Euro dotiertes Junior-Fellowship der Baden-Württemberg Stiftung, welches an Doktoranden, Post-Doktoranden und wissenschaftliche Mitarbeiter vergeben wird.

Professorin Dr. Doreen Bryant (links) und Dr. Christiane Bertram. Foto: privat


Ebenfalls an der Universität Tübingen wurde Professorin Dr. Doreen Bryant ausgezeichnet. Zusammen mit Dr. Christiane Bertram von der Universität Konstanz hat sie sich in ihrem Projekt „Von der Wissenschaft über die Lehre in die Praxis und zurück: Ein kombiniertes Aus- und Fortbildungskonzept für den Umgang mit sprachlicher Heterogenität im Fachunterricht“ mit dem Thema Sprachbildung in Schulen auseinandergesetzt. Heute stehen diese aufgrund von Migration und der Flüchtlingssituation vor dem Problem, dass in den Klassenzimmern immer mehr unterschiedliche Sprachen gesprochen werden. Vor diesem Hintergrund haben Dr. Bertram und Prof. Dr. Bryant ein Aus- und Fortbildungskonzept entwickelt, welches sich an Lehramtsstudierende aller Fächer richtet. Gemeinsam erstellen die Studierenden sprachsensible Unterrichtseinheiten, führen sie im Unterricht durch und reflektieren diese im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums. Für ihr Projekt werden Bertram und Bryant mit einem Tandem-Fellowship der Baden-Württemberg Stiftung ausgezeichnet, welches mit 30.000 Euro dotiert ist und an Lehrende verliehen wird, die mit Hochschuldidaktikern oder anderen Lehrenden bei einem Projekt kooperieren.

Neue Lehr- und Prüfungsformate oder Konzepte für verbesserte Studieneingangsphasen und Praxissemester: Mit den „Fellowships für Innovationen in der Hochschullehre“ prämieren die Baden-Württemberg Stiftung, der Stifterverband und die KSB Stiftung Ideen zur innovativen Gestaltung und Optimierung der Hochschullehre. Die zwölf besten Ideen hat eine Jury ausgewählt und die Fellowships bundesweit in den drei Kategorien „Junior“, „Senior“ und „Tandem“ verliehen. Ausschlaggebend für eine Förderung ist vor allem, ob das Konzept die Lehre weiterentwickelt und in den Lehrplan eingebunden werden kann. Insgesamt werden für das Programm dieses Jahr 300.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Baden-Württemberg Stiftung unterstützt fünf Fellowships an Hochschulen im Land.

Über die „Fellowships für Innovationen in der Hochschullehre“:

Die Lehre und die Ausbildung von Studierenden ist neben der Forschung die Kernaufgabe von Universitäten und Hochschulen. Damit sich diese stetig verbessert, sind innovative Konzepte zur Wissensvermittlung nötig. Mit dem Programm „Fellowships für Innovationen in der Hochschullehre“ werden seit 2011 neuartige Lehr- und Prüfungsformate prämiert. Es werden damit Anreize für Hochschullehrende geschaffen, Ideen zur Verbesserung der Lehre zu entwickeln und umzusetzen. Seit 2014 werden die Fellowships in den Kategorien Junior-, Senior- und Tandem-Fellowship vergeben.

Alle geförderten Projekte:

  • Kurzbeschreibungen der von der Baden-Württemberg Stiftung geförderten Projekte und weitere Informationen zum Fellowship-Programm finden Sie unter http://bit.ly/1CGLRyu.
  • Alle bundesweit unterstützten Projekte finden Sie hier http://bit.ly/2gGeDrV.

Informationen zur Baden-Württemberg Stiftung:

Die Baden-Württemberg Stiftung setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Württemberg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger. www.bwstiftung.de

Nicolas Krischker, Baden-Württemberg Stiftung gGmbH

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