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20.07.2026
Beate Escher erhält einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats
Die Umwelttoxikologin am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und an der Universität Tübingen will mit der Projektförderung von rund 2,5 Millionen Euro die Auswirkungen von Chemikalienmischungen auf die Krankheitsentstehung beim Menschen erforschen
Professorin Beate Escher vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig und Inhaberin einer Professur für Umwelttoxikologie an der Universität Tübingen erhält einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC). Zur Förderung ausgewählt wurde ihr Projekt „From toxic mixtures to disease“ (ToxSick) – Von giftigen Mischungen zu Krankheiten. Dafür erhält Beate Escher rund 2,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren. Sie ist eine der europaweit 96 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit ihrem Projektantrag unter 975 Einreichungen im Bereich Lebenswissenschaften durchgesetzt haben.
Eine Welt ohne Chemikalien ist längst nicht mehr denkbar – sie sind nützliche Helfer im Alltag, denn sie stecken in Haushaltswaren, Elektrogeräten, Textilien und Nahrungsmitteln – und sind notwendige Basis für Industrie, Landwirtschaft, Transport-, Energie- und Gesundheitswesen. Doch ihre allgegenwärtige Präsenz birgt auch Schattenseiten, denn Chemikalien dringen auf unterschiedlichen Pfaden in alle Sphären des Erdsystems ein und entfalten unvorhergesehene Wirkungen – auch auf die menschliche Gesundheit.
Das Projekt ToxSick basiert auf der Hypothese, dass nicht einzelne Chemikalien, sondern die Mischung vieler Chemikalien, die sich im Laufe des Lebens im Menschen ansammelt, zur Ausbildung von Zivilisationskrankheiten beiträgt. Dabei konzentrieren sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Beate Escher auf komplexe Chemikaliengemische, wie sie im menschlichen Körper vorkommen, und deren Rolle bei der Ausprägung von sechs Krankheitsgruppen – Krebs, Fortpflanzungs- und Stoffwechselstörungen, Immun- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Erkrankungen des Gehirns. Enge Kooperationspartner im Projekt sind das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ), das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, das Umweltbundesamt, die Universität Luxemburg sowie die UFZ-Departments Technische Biogeochemie und Umweltimmunologie.
Beate Escher leitet seit Oktober 2014 das Department Zelltoxikologie am UFZ. Sie hat eine Professur in Umwelttoxikologie an der Universität Tübingen inne, ist Privatdozentin an der ETH in Zürich (Schweiz) sowie Honorar-Professorin an der University of Queensland und an der Griffith University (Australien). Sie ist Editor-in-Chief der Zeitschrift ACS ES&T Toxicology, Mitglied des Board of Reviewing Editors von SCIENCE und war von 2017 bis 2024 Mitglied des Wissenschaftsrates. Im Fokus ihrer Forschung steht die Umweltrisikobewertung organischer Mikroverunreinigungen – insbesondere von Mischungen und Umweltproben unterschiedlicher Umweltkompartimente wie Wasser, Sedimente und Biota.
Der Europäische Forschungsrat fördert im EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont Europa Forscherinnen und Forscher mit exzellenten Ideen in unterschiedlichen Karrierestufen. Mit den Advanced Grants erhalten erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Möglichkeit, interessengeleitet anspruchsvolle Projekte zu verfolgen, die zu wissenschaftlichen Durchbrüchen führen können.
Nach einer Pressemitteilung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ)/Janna Eberhardt, Hochschulkommunikation
Kontakt:
Prof. Dr. Beate Escher
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Universität Tübingen – Umwelttoxikologie
beate.escherspam prevention@ufz.de