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30.03.2026
Winfried Kretschmann besucht Theologische Fakultäten der Universität Tübingen
Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, hat am Freitag die Katholisch-Theologische und die Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Tübingen besucht. Begrüßt wurde der Ministerpräsident am Theologicum der Universität Tübingen von Dr. Andreas Rothfuß, Kanzler der Universität Tübingen, von Professor Samuel Wagner, Prorektor für Nachhaltige Entwicklung, von Dr. Klaus Krämer, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, von Ernst-Wilhelm Gohl, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, von Professorin Saskia Wendel, Dekanin der Katholisch-Theologischen Fakultät, und von Professorin Birgit Weyel, Dekanin der Evangelisch-Theologischen Fakultät.
In drei Gesprächsrunden von jeweils 30 Minuten diskutierte Ministerpräsident Winfried Kretschmann, moderiert von Professorin Saskia Wendel und Professorin Birgit Weyel, mit beiden Bischöfen und Professorinnen und Professoren beider Fakultäten zum Thema „Beitrag der theologischen Fakultäten zur Zukunft der Kirchen“.
Im Gespräch zur „Zukunft der Kirchen“ ging es unter anderem um schwindende Prägekraft der Kirchen und ihre sich verschiebende Rolle in unserer Gesellschaft, wie Theologie öffentliche Orientierung bietet und wie Kirche in einer pluralen Gesellschaft relevant bleiben kann. Die Teilnehmenden sprachen unter anderem darüber, dass Religion von vielen Menschen heute im Gegensatz zu früher eher als Option betrachtet wird. Die damit verbundenen Folgen sind nicht in Gänze absehbar, doch kann Religion und Freiheit in einer demokratischen Gesellschaft gemeinsam gedacht werden.
Mit der Frage, wie theologischer Nachwuchs gewonnen und der Pfarrberuf zeitgemäß bleiben kann, begann die zweite Gesprächsrunde zum Thema „Beitrag der theologischen Fakultäten“. Die Diskussion, an der auch zwei Studierende ihre Erfahrungen aus der Praxis schilderten, drehte sich im Weiteren darum, ob und, wenn ja, wie sich die Theologie als Wissenschaft verändern muss und welche Erwartungen und Vorstellungen die Studierenden haben. Im Gespräch zeigte sich beispielsweise, dass Theologie nicht als Selbstzweck funktionieren kann. Gerade Volluniversitäten wie die Universität Tübingen stellen sicher, dass Theologie sich nicht zu sehr auf sich selbst zurückzieht. Dafür müssen Wissen und Erkenntnisse an den Universitäten aus Geisteswissenschaften wie eben der Theologie genauso wie aus den Lebenswissenschaften ihren Weg in die Gesellschaft finden.
Die dritte Gesprächsrunde nahm das „Zusammenspiel zwischen Fakultät und Kirche“ mit Fokus auf die Tübinger Fakultäten in den Blick. Darin erörterten die Teilnehmenden die Fragen, wie die Fakultäten Impulse in die Kirche geben und wie sie ihre Aufgabe in Bezug auf die Kirche verstehen, aber auch, welche Erwartungen sie hegen. Ein Aspekt dabei war, dass der Universität Tübingen mit einer Katholischen-Fakultät und einer Evangelischen Fakultät eine herausragende Stellung zukommt, die in dieser Form einmalig ist und auf der sich aufbauen lässt.
Einblicke in die erste in Württemberg gedruckte Bibel in lateinischer Sprache aus dem Jahr 1564 erhielt Ministerpräsident Winfried Kretschmann zum Abschluss seines Besuchs in der Bibliothek des Theologicums. Dorothee Huff, Leiterin der Abteilung Handschriften und alte Drucke der Universitätsbibliothek, präsentierte dort das Buch, das in der Tübinger Buchdruckerei von Magdalena Morhart gedruckt wurde. Das Vorwort dieser Bibel stammt vom schwäbischen Reformator Johannes Brenz.
Hochschulkommunikation/Stefan Bentele