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23.03.2026
Wissenschaftsrat veröffentlicht Stellungnahme des Committee of Experts zur Evaluation der Exzellenzuniversität
Der Wissenschaftsrat hat die Stellungnahme des Committee of Experts zur Evaluation der Exzellenzuniversität Tübingen veröffentlicht. In dem Bericht heißt es unter anderem, dass die Universität Tübingen im laufenden Förderzeitraum „erneut herausragende wissenschaftliche Leistungen auf hohem nationalen und internationalen Niveau erbracht“ habe. Für die kommende Förderperiode sei die Universität „hervorragend aufgestellt, um ihre wissenschaftlichen Spitzenleistungen auszubauen und ihre internationale Position weiter zu festigen“.
Eine Kommission aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Vertreterinnen und Vertretern von Bund und Ländern hatte am 11. März bekanntgegeben, dass die Universität Tübingen wie im aktuellen auch im künftigen Förderzeitraum von 2027 bis 2033 als Exzellenzuniversität im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert wird. Auf welchen Betrag sich die jährliche finanzielle Förderung beläuft, wird im Herbst bekannt.
Strategischer Ausblick bis 2033
Das Committee of Experts bezeichnet in seiner Stellungnahme die Pläne der Universität Tübingen für die kommende Förderperiode als eine konsequente Weiterführung der seit 2019 verfolgten Gesamtstrategie. Begründet wird das mit dem etablierten Schwerpunkt „Research – Relevance – Responsibility“, der bestehen bleibt und mit dem neuen Slogan „Contributing to Solutions for Global Challenges and to Societal Advancement“ ergänzt wird. „Durch den Fokus auf Dialog, Innovation und Kooperation zeigt die Neuausrichtung ein zeitgemäßes Verständnis gesellschaftlicher Dynamiken und überzeugt in ihrer konzeptionellen Klarheit“, heißt es in der Stellungnahme.
Eine zentrale strategische Bedeutung räumt das Komitee den vier interdisziplinären Forschungsplattformen – Personalisierte Medizin, Umweltsystem, Medizintechnik und Global Encounters – ein. Indem deren Neukonzeption ermöglicht wird, werden globale Unsicherheiten berücksichtigt und zugleich interdisziplinäre Kooperation quer durch die Fakultäten hinweg gefördert. Als zukunftsweisende Initiative wird das „Forum für transformative Hochschulbildung“ hervorgehoben, das sich zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen wie psychischer Gesundheit und Digitalisierung widmen soll.
Hervorragende Forschung und starke Profilbildung
Im Rückblick auf den auslaufenden Förderzeitraum kommt das Komitee zum Schluss, dass die Universität Tübingen in den meisten ihrer zehn Forschungsschwerpunkten herausragende Wissenschaftsleistungen erzielt hat. Die vier interdisziplinären Forschungsplattformen tragen maßgeblich zu international sichtbaren Ergebnissen bei und stärken die kollaborative Forschungskultur. Besonders deutlich zeigt sich die Forschungsstärke im Bereich der Künstlichen Intelligenz, in dem die Universität Tübingen zu den international führenden Einrichtungen zählt.
Mit sechs Exzellenzclustern, davon drei Neuanträgen, zählt die Universität zu den erfolgreichsten Standorten der aktuellen Wettbewerbsrunde in der Förderlinie Exzellenzcluster. Die Cluster sind eng in die Forschungsplattformen eingebettet und verankern zentrale wissenschaftliche Schwerpunkte langfristig.
Erfolge in Lehre, Transfer und Internationalisierung
Auch in der Lehre sieht das Komitee deutliche Fortschritte an der Universität. Das Programm „Teach@Tübingen“, das internationale Postdocs in die Lehre einbindet, wird als beispielgebend hervorgehoben. Das ebenfalls ausgezeichnete Lehrangebot zur „Global Awareness Education“ vermittle Studierenden globale Zukunftskompetenzen.
Im Technologietransfer weist die Universität innerhalb der Stellungnahme eine hohe Gründungsdynamik und starke Industriekooperationen auf. Die Gutachtenden loben zudem innovative Formate der Wissenschaftskommunikation, insbesondere die Kreativität und Reichweite ihrer Outreach- und Public-Engagement-Aktivtäten wie den KI Makerspace und den BürgerInnenrat „KI und Freiheit“. Regionale, nationale und internationale Partnerschaften – unter anderem mit dem Max Planck Institut für Intelligente Systeme, der University of North Carolina at Chapel Hill und dem ELLIS Netzwerk – stärken Tübingens globale Sichtbarkeit.
Vorbildliche Fortschritte bei Chancengleichheit und Nachwuchsförderung
Die Universität Tübingen verzeichnet gemäß Bericht Erfolge in den Bereichen Chancengleichheit und Diversität. Der Frauenanteil in Führungspositionen stieg zwischen 2019 und 2024 von 16,7 auf 57,1 Prozent. Besonders im Rahmen der Exzellenzuniversitäten geförderter Professuren übertraf Tübingen sein 40-Prozent-Ziel deutlich und erreichte einen Anteil von 65 Prozent. Für Forschende in frühen Karrierephasen bietet die Universität Tübingen transparente Karrierewege, Mentoring und ein international attraktives Forschungsumfeld – unterstützt durch exzellente Infrastruktur und sechs Exzellenzcluster.
Hochschulkommunikation/Stefan Bentele