Uni-Tübingen

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21.04.2016

„Schreiben ist das neue Schlafen“ – Die fünfte Tübinger Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten

Mittlerweile ist es an der Universität Tübingen zu einem festen Bestandteil des akademischen Jahres geworden, dass an jedem ersten Donnerstag im März die große Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten stattfindet. Und so auch in diesem Jahr: Die Lange Nacht wurde vom 03. auf den 04. März bereits zum fünften Mal in der Tübinger Universitätsbibliothek ausgerichtet, organisiert vom Diversitätsorientierten Schreibzentrum. Erneut war es dabei das erklärte Ziel der zahlreichen Teilnehmenden, gemeinschaftlich der lähmenden „Aufschieberitis“ zu entgehen und den gefürchteten inneren Schweinehund zu überwinden.

Doch was verbirgt sich hinter der Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten – und was soll das Ganze? Bei der Langen Nacht handelt es sich um ein Veranstaltungsformat, das vor einigen Jahren an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) entwickelt wurde und das nicht nur hierzulande, sondern auch international großen Anklang findet. Seitdem findet die Schreibnacht zeitgleich an zahlreichen Universitäten und Fachhochschulen statt, um für das Schreiben als bedeutendes Thema im Hochschulkontext zu sensibilisieren. Die Tübinger Veranstaltung ist im Jahr 2011 aus einer Initiative des Schreibzentrums in Kooperation mit der Universitätsbibliothek entstanden – und inzwischen tragen viele weitere Akteure unserer Hochschule zum Erfolg der Veranstaltung bei. Mit im Schnitt etwa 400 bis 500 teilnehmenden Studierenden pro Jahr ist die Tübinger Lange Nacht sicherlich eine der größten Veranstaltungen dieser Art in Deutschland.

Dieser durchaus beachtliche Erfolg hängt nicht zuletzt mit der einfachen Idee zusammen, die der Schreibnacht zugrunde liegt: Im Kern geht es nämlich darum zu verstehen, dass Schreiben nicht notwendigerweise eine einsame Tätigkeit sein muss. Ganz im Gegenteil: Die Schreibforschung und -didaktik zeigt deutlich, dass es ein wichtiger Bestandteil jedes Schreibprozesses ist, den Austausch mit anderen zu suchen – sei es nun, um sich Rat zu holen, Inhalte zu diskutieren oder einfach darüber zu reden, womit man sich gerade beschäftigt. Denn im Gespräch über das Schreiben lassen sich in der Regel die größten Herausforderungen der Textproduktion meistern – und selbst die größten Probleme lösen sich nicht selten in Wohlgefallen auf. Die Lange Nacht bietet hierfür in ungewöhnlichem Rahmen von abends bis morgens den Raum und die Zeit.

Eröffnet wurde die diesjährige Veranstaltung um 18:00 Uhr von Frau Prof. Dr. Karin Amos, der Prodekanin für Studierende, Studium und Lehre. Während der Langen Nacht unterstützte die Universität ihre Studierenden und Promovierenden anschließend mit einem bunten Rahmenprogramm aus Beratungs- und Entspannungsmöglichkeiten, das sich explizit an alle Fächer und Fakultäten richtete. Dabei spielte es keine Rolle, ob man nun an einer kurzen Seminararbeit, der komplexen Dissertation oder einem formalen Versuchsprotokoll arbeitete: Rund um die Uhr waren unermüdliche Berater/innen und Tutor/innen des Schreibzentrums, aus der Verwaltung und allen Fakultäten vor Ort, um den Schreibenden bei all ihren Texten und Anliegen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und fundierte Tipps zu geben. Zusätzlich wurde aber auch allgemeine Studienberatung, Promotionsberatung und Hilfe in EDV-Fragen angeboten – für den Fall, dass die Fragen über die reine Textarbeit hinausgingen.

Für das leibliche Wohl sorgte wie immer das Studierendenwerk, dessen Cafeteria bis 00:00 Uhr geöffnet blieb. Die zur Verfügung gestellte Kinderbetreuung machte es auch Studierenden mit Kind möglich, an der Veranstaltung teilzunehmen. Zur Entspannung konnte man wieder, wie schon in den Jahren zuvor, auf die sehr beliebten, rasch ausgebuchten Angebote des Hochschulsports zurückgreifen: Die mobile Massage, der Pausenexpress und die Yoga-Kurse sorgten für die richtige Balance zwischen konzentrierter Anspannung und den nötigen Erholungsphasen. Und wenn die Müdigkeit dann doch zu übermächtig werden drohte, konnte man den Ruheraum im Ammerbau nutzen, um den mitgebrachten Schlafsack auszurollen und sich ein Nickerchen zu gönnen.

Eine kleine Neuerung in diesem Jahr war übrigens, dass das Schreibzentrum über seinen neuen Twitter-Kanal (@dsz_tue) von der Veranstaltung berichtete und dabei durch das Hashtag #LNDAH mit zahlreichen weiteren Schreibzentren im In- und Ausland in Kontakt stand. Die (teils sehr amüsanten) Tweets, die sich dabei ergaben, konnte man über eine eigens installierte Twitterwall live mitverfolgen.

Das lohnende Ende aller Mühen war schließlich das gemeinsame Frühstück um 06:00 Uhr früh, das vom Schreibzentrum für all diejenigen kostenlos bereitgestellt wurde, die bis zum Morgengrauen durchgehalten haben. Bei der Gelegenheit, gestärkt durch Koffein und Butter-Brezeln, konnte man sich dann noch in Ruhe der bereitgestellten Feedback-Wand zuwenden, um eine Rückmeldung zur Veranstaltung zu geben. Und um ca. 06:30 Uhr konnte dann der letzte Tweet des Schreibzentrums in die Welt gesetzt werden, der das Ende einer produktiven Schreibnacht markierte: „#LNDAH @uni_tue @dsz_tue Wir sind raus! Alles abgefrühstückt. Gruß an alle! Wir haben die Nacht zum Text gemacht! :)“

Allen Mitwirkenden sei an dieser Stelle nochmals unser herzlicher Dank ausgesprochen! Ohne die tatkräftige Unterstützung, die das Schreibzentrum von so vielen Seiten erfahren hat, wäre der Erfolg der Langen Nacht kaum denkbar. In jedem Fall freuen wir uns bereits jetzt auf die nächste Schreibnacht, die im März 2017 stattfinden soll.

Andreas Bissels, Diversitätsorientiertes Schreibzentrum

Kontakt

Eberhard Karls Universität Tübingen
Dezernat II – Studium und Lehre
Diversitätsorientiertes Schreibzentrum
Nauklerstraße 2 · 72074 Tübingen · Germany
Telefon +49 7071 29-76830
schreibzentrum@uni-tuebingen.de
www.uni-tuebingen.de/schreibzentrum/
twitter.com/dsz_tue

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