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07.12.2018

Kein Verdrängungswettbewerb durch Cyber Valley

Gegner der gemeinsamen KI-Initiative von Politik, Industrie und Wissenschaft verbreiten falsche Zahlen über Zuzug von Fachkräften

Die Universität ist Behauptungen entgegengetreten, durch das Cyber Valley Projekt stehe der Stadt Tübingen in den kommenden Jahren ein Zuzug von mehreren Tausend Menschen und ein Verdrängungswettbewerb auf dem Wohnungsmarkt bevor. „Zahlen von mehr als 3.000 Arbeitsplätzen, die in naher Zukunft allein aufgrund von Cyber Valley in Tübingen geschaffen werden sollen, sind fernab jeder Realität“, sagte der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler. Der reale Zuwachs werde sich auf wenige Hundert Personen belaufen. 

„Nach Berechnungen der französischen Software-Firma Element AI gibt es in ganz Deutschland weniger als 700 promovierte KI-Wissenschaftler“, sagte Engler. Ein Zuzug von mehreren Tausend Fachleuten nach Tübingen sei schon aus diesem Grund völlig ausgeschlossen. „Kern des Cyber Valley Projekts am Standort Tübingen ist der Aufbau von sieben Forschungsgruppen, davon fünf am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme und zwei an der Universität“, sagte Engler. „Darüber hinaus wurden und werden fünf Professuren an der Universität neu eingerichtet.“ 

Selbst wenn sich der Standort in den nächsten Jahren sehr gut entwickle, sei mit nicht mehr als 500 Arbeitsplätzen im KI-Bereich zu rechnen. „Viele dieser Arbeitsplätze werden von Menschen eingenommen werden, die bereits vor Ort sind“, sagte Engler: „Es sind unsere eigenen Studierenden und Doktoranden, die wir gemeinsam mit dem MPI auf Forschungsfeldern wie Künstlicher Intelligenz und Maschinelles Lernen ausbilden.“ 

Die immer wieder genannte Zahl von bis zu 3.500 Arbeitsplätzen beziehe sich auf sämtliche Ansiedlungen im Technologiepark, betonte der Rektor: „Nur ein Bruchteil davon steht in Zusammenhang mit dem Cyber Valley.“ Dies gehe aus einer Vorlage der städtischen Fachabteilung Projektentwicklung für den Planungsausschuss der Stadt klar hervor. In der Zahl von bis zu 3.500 Beschäftigten seien im Übrigen bis zu 1.100 Personen einberechnet, die derzeit bereits im Technologiepark arbeiten. Darüber hinaus werde in der Diskussion oft ausgeblendet, dass Arbeitsplätze teilweise innerhalb von Tübingen verlagert werden. So werde die Universität große Teile der Informatik vom Standort „Sand“ in den Technologiepark verlagern. Den Standort „Sand“ wolle die Universität perspektivisch komplett aufgeben.  

„Niemand kann leugnen, dass der Wohnungsmarkt in Tübingen angespannt ist und die Mieten steigen“, sagte Engler: „Diese Entwicklung läuft seit Jahren und sie steht in keinem Zusammenhang mit der Cyber Valley Initiative.“ 

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