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27.07.2026

Von KI bis Vinylkultur: Sommeruniversität präsentiert Forschung im Dialog

Universität und Universitätsstadt Tübingen laden Bürgerinnen und Bürger ein – Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geben Einblicke in gesellschaftliche und politische Themen

Die Sommeruniversität im Juli bietet mit fünf Vorlesungen allen Interessierten Einblicke in die aktuelle Forschung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Reihe wird gemeinsam von der Universität und der Universitätsstadt Tübingen organisiert. Die Vorlesungen finden von Montag, 27. Juli, bis Freitag, 31. Juli, jeweils um 10:15 Uhr im Hörsaal des Theologicums statt (Adresse: Liebermeisterstraße 16, 72076 Tübingen). Das Publikum kann direkt im Anschluss an die Vorlesungen Fragen stellen und mit den Forschenden diskutieren. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht notwendig.

„In der Sommeruniversität bieten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler interessante Einblicke in ihre Forschungsbereiche an der Universität Tübingen. Die Vorträge decken ein breites Themenspektrum ab, orientieren sich an Alltagsfragen und bieten neue Perspektiven“, sagt Professorin Dr. Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. Das Programm ist im Internet unter www.uni-tuebingen.de/sommeruni zu finden, als Programmheft erhältlich in öffentlichen Stellen und beim Fachbereich Kunst und Kultur der Universitätsstadt Tübingen. Die Sommeruniversität wird seit 2004 gemeinsam von der Universitätsstadt Tübingen und der Universität Tübingen veranstaltet. Folgende Vorträge sind Teil des Programms:

Montag, 27. Juli
Dr. Annika Vosseler und Dr. Anne Kremmer:
Wem gehören Sammlungen? Provenienzforschung am MUT zwischen kolonialem Erbe, Restitution und Verantwortung 
Annika Vosseler und Anne Kremmer geben Einblicke in die Arbeit am Museum der Universität Tübingen (MUT) und zeigen, wie koloniale Sammlungsgeschichten erforscht, aufgearbeitet und neu verhandelt werden. Anhand ausgewählter Beispiele – darunter das Verbundprojekt „Prekäre Provenienz“ (2021–2024), die Restitution von Hinematioros Pou im März 2026 und aktuelle Forschungen zu menschlichen Gebeinen aus kolonialen Kontexten – werden Fragen, Methoden und Herausforderungen zur Arbeit im MUT vorgestellt. Die Provenienzforscherinnen zeigen damit, warum diese Forschung für die Universitäten und ihre Sammlungen wichtig ist.

Dienstag, 28. Juli
Prof. Andreas Lachner:
KI und Bildung: Geht das zusammen? 
Künstliche Intelligenz (KI) erfasst nahezu alle gesellschaftlichen Lebensbereiche und verändert grundlegend, wie Menschen lernen, arbeiten und kommunizieren. Auch der Bil-dungsbereich steht vor tiefgreifenden Transformationsprozessen, die sowohl Potenziale als auch Herausforderungen mit sich bringen. Andreas Lachner arbeitet in seinem Vortrag aktuelle empirische Befunde zu den Auswirkungen von KI auf Schule und Unterricht systematisch auf und diskutiert sie diskutieren. Dabei stehen insbesondere Ergebnisse aus kontrollierten Studien sowie Analysen realer Nutzungsdaten im Fokus.

Mittwoch, 29. Juli
Prof. You Jae Lee:
Ein südkoreanischer Sonderweg? Fallen und Tücken einer Erfolgsgeschichte
Südkorea hat wie kaum ein anderer postkolonialer Staat den Sprung in die Liga der Industrienationen geschafft. Auch die südkoreanische Populärkultur findet heute weltweit große Resonanz. You Jae Lee geht in seinem Vortrag den Gründen dieses Erfolgs nach und stellt zentrale Elemente heraus, darunter Bildungseifer, Familiensolidarität, staatliche Planung und Gemeinsinn. Die komprimierte Modernisierung hat jedoch auch zahlreiche Probleme hervorgebracht, die die heutige koreanische Gesellschaft vor große Herausforderungen stellen. Dazu zählen soziale Ungleichheit, die demografische Entwicklung durch niedrige Geburtenraten und eine hohe Lebenserwartung sowie gesellschaftliche Polarisierungen – etwa zwischen Stadt und Land sowie zwischen den Generationen und Geschlechtern.

Donnerstag, 30. Juli
Prof. Christian Zwiener:
Die Ewigkeitschemikalien PFAS – neue Probleme mit „alten“ Stoffen? 
Poly- und Perfluoralkylsubstanzen (PFAS) umfassen tausende Einzelstoffe und werden aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften vielfältig verwendet in der Produktion, im Brand-schutz, bei Kältemitteln, Kochgeschirr oder Kosmetik. Aufgrund ihrer überaus hohen Stabilität und einer bisher weit unterschätzten Toxizität sind sie jedoch als Problemstoffe einzu-stufen. Einzelne Vertreter wurden bereits verboten, Grenzwerte in die neue Trinkwasserverordnung eingeführt und bei der Europäischen Chemikalienbehörde ein Verfahren zur umfassenden Beschränkung der gesamten Stoffklasse gestartet. Christian Zwiener geht in seinem Vortrag auf die Stoffklasse der PFAS und deren Historie ein und beleuchtet re-levante Fragen aus Forschung, Regulierung und Verbrauchersicht.

Freitag, 31. Juli
Prof. Thomas Schipperges und Dr. Jörg Büchler:
Schallplatten und ihre Beilagen als Sammlungsobjekte an der Universität Tübingen 
Spätestens seit Nick Hornbys Roman High Fidelity (1995) geriet die Vinyl-Szene neu in Bewegung. Die Langspielplatte ist zurück. Zum Kultcharakter der Schallplatte tragen nicht nur die in Vinyl gepressten Klänge bei. Cover und Beigaben bilden ein multimediales Ge-samtkunstwerk aus Bildern, Texten, Noten und technischen Daten. Hier setzt der Vortrag von Thomas Schipperges und Jörg Büchler an mit Blick auf die Sammlungen in der Universitätsbibliothek, im Musikwissenschaftlichen Institut und im Museum der Universität (MUT) mit Schenkungen des SWR und der Kirchenmusikhochschule.


Für Personen mit Hörgerät wird eine mobile drahtlose Signalübertragungsanlage (FM-Anlage) angeboten. Das Hörgerät muss dafür mit einer sogenannten „T-Spule“ ausgestattet und aktiviert sein.

Kontakt:

Kai Schwarzkopf
Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Telefon +49 7071 29-77879
kai.schwarzkopfspam prevention@uni-tuebingen.de 

Rebecca Tiggemann
Universitätsstadt Tübingen
Fachbereich Kunst und Kultur
Telefon +49 7071 204-1738
rebecca.tiggemannspam prevention@tuebingen.de 
 

Pressekontakt:

Eberhard Karls Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Christfried Dornis
Leitung

Stefan Bentele
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon +49 7071 29-76724
stefan.bentelespam prevention@uni-tuebingen.de

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