Uni-Tübingen

Termindetails

19.01.2026 | VS Tübingen Verfasste Studierendenschaft

Antisemitismus und postkoloniale Theorie

Aktionswoche zum Holocaust-Gedenktag

Datum :

19.01.2026 19:15 Uhr

Veranstaltungsort :

Hörsaal 21, Kupferbau, Hölderlinstraße 5

Referent/in :

Ingo Elbe, Universität Oldenburg

Weiterführende Informationen : https://www.vs-tuebingen.de/holocaust-gedenkwoche/

Der „progressive“ Angriff auf Israel, Judentum und Holocaust Erinnerung

Die im akademischen und kulturellen Bereich inzwischen einflussreichen Postcolonial Studies untersuchen, wie sich koloniale Spuren im Wissenssystem und in den sozialen Strukturen von Gesellschaften auch nach dem Ende der formalen Kolonialherrschaft zeigen.

Der Vortrag beschäftigt sich damit, wie das Prinzip der Kolonialität genutzt wird, um einen Schlüssel zu Judentum, Zionismus und Shoah zu beanspruchen und klärt über die theoretischen Verzerrungen auf, die dadurch entstehen: die begriffliche Auflösung des Antisemitismus in Rassismus, die Relativierung des Holocaust zum Kolonialverbrechen, die Dämonisierung Israels und die Ausblendung des islamischen und arabischen Antisemitismus.

Thematisiert werden auch die politischen Konsequenzen antisemitischer Diskurse in den postkolonialen Studien, die sich in Deutschland vor allem in der sogenannten Mbembe-Debatte, dem „Historikerstreit 2.0.“ sowie der documenta fifteen gezeigt haben.

Seit dem Massaker der Hamas vom 7. Oktober 2023 ist weltweit eine beispiellose Welle des ‚progressiven‘ Hasses auf Israel zu beobachten. Diese spiegelt sich auch an westlichen Universitäten wider, wo sowohl angesehene Intellektuelle, die das Massaker der Hamas als Befreiungsakt feiern, als auch Studierende, die offen zum Mord an Zionist*innen aufrufen, zu finden sind.
Der Vortrag geht der Frage nach, wie das möglich wurde.

Dr. Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent am Institut für Philosophie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. 

Der Vortrag findet in Kooperation mit dem Tübinger Bündnis für Israel – gegen Antisemitismus, sowie der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Stuttgart e.V. statt.