Uni-Tübingen

Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 1/2026: Forschung


Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie

Auszeichnung für Erforschung des steinzeitlichen Lebens in der Vogelherdhöhle

Der Ur- und Frühgeschichtswissenschaftler Dr. Benjamin Schürch von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg erhält in diesem Jahr den Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie. Die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung des Instituts für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen wird dem Wissenschaftler für seine Dissertation zuerkannt. Darin untersuchte er bereits früher erforschte bis zu 120.000 Jahre alte Funde aus der Zeit der Neandertaler sowie erster moderner Menschen aus der Vogelherdhöhle im Lonetal auf der Schwäbischen Alb erneut mithilfe zahlreicher innovativer Methoden. So konnte er spannende neue Einblicke zu Einzelheiten des menschlichen Lebens aus der Kulturstufe des Aurignaciens rekonstruieren. Dieses bezeichnet den Zeitraum vor rund 42.000 bis 35.000 Jahren, als sich nach dem Verschwinden der späten Neandertaler die anatomisch modernen Menschen in Zentraleuropa ausbreiteten und lebten – und erstmals gegenständliche Kunst und Musikinstrumente schufen.

Benjamin Schürch ist Alumnus der Universität Tübingen. Er studierte hier von 2012 bis 2018 Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie und wurde hier auch 2024 in dem Fach promoviert. „Wegen seines persönlichen Engagements erbrachte er bedeutende Leistungen in der Abteilung für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie“, sagt Laudator Professor Harald Floss. Forschungsaufenthalte führten Benjamin Schürch an die University of Connecticut, USA, sowie an die belgische Universität Liège. Als Kustos und Wissenschaftlicher Mitarbeiter war Schürch im Archäopark Vogelherd in Niederstotzingen und in der Sammlung der Älteren Urgeschichte an der Universität Tübingen für verschiedene Sammlungen und Ausstellungen zuständig. Seit Oktober 2025 ist er Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Zur Pressemitteilung


50 Jahre Index Theologicus

Der IxTheo prägt seit 1975 die theologische Forschung. Heute ist er eine unverzichtbare internationale Open-Access-Datenbank und wird von der Universitätsbibliothek der Universität Tübingen verantwortet. Ein Festakt im Februar feiert die Leistung.

Als im Jahr 1975 die ersten Hefte des „Zeitschrifteninhaltsdiensts Theologie“ erschienen, recherchierte und las die Welt noch rein analog. Monat für Monat druckte die Universitätsbibliothek Tübingen Inhaltsverzeichnisse und Register der wichtigsten theologischen Zeitschriften. „Der Auftrag hieß Sammeln“, sagt Martin Faßnacht, Leiter der Abteilung Fachinformationsdienste (FID) und seit 2011 an der Universitätsbibliothek Tübingen beschäftigt. Bücher und Zeitschriften kaufen, erschließen, verfügbar machen – das war die Aufgabe der Sondersammelgebiete.

Fünf Jahrzehnte später haben viele Menschen gemeinsam aus dem Zettelkatalog eine digitale Plattform entwickelt: den Index Theologicus (IxTheo). Er stellt heute die weltweit größte Open-Access-Bibliografie mit etwa 4,9 Millionen Einträgen für Theologie und Religionswissenschaft dar. Enthalten sind wissenschaftliche Literatur zum Christentum und zum interreligiösen Dialog – konfessions-, sprachen- und medienübergreifend. 

Seit dem Jahr 2007 steht der IxTheo online und kostenlos zur Verfügung. Die Datenbank wertet mehr als 1.200 internationale Fachzeitschriften aus, viele davon vollständig und bis zurück zum Erscheinungsbeginn. Ferner sind auch historische Titel ab dem 15. Jahrhundert nachgewiesen.

Mit dem Wechsel zum Förderformat der Fachinformationsdienste (FID) begann im Jahr 2015 eine neue Ära. Durch technische Innovationen wie die Volltextsuche, die automatisierte Erschließung sowie die Integration internationaler Bibliografien entwickelte sich der IxTheo im Verlauf dieser Jahre zu einem modernen Instrumentarium für Forschende der Theologie und angrenzender Disziplinen.

Für Fachkreise eine unverzichtbare Infrastruktur

Der FID Theologie, angesiedelt an der Universitätsbibliothek Tübingen und gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, ergänzt die Plattform durch neue Dienstleistungen: Open-Access-Publikationen, Digitalisierung on Demand und Beratung zum Forschungsdatenmanagement.

Nach zwölf Jahren Förderung im FID-Format kann der FID Theologie in das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) langfristig ausgelegte Förderformat FIDplus wechseln. Das FIDplus-Format beruht auf bewährten Prinzipien, die bereits in der Sondersammelgebiets- und FID-Förderung etabliert wurden. Dienstleistungen werden jeweils an dem Standort erbracht, der hierfür fachlich, technisch und organisatorisch am besten geeignet ist. Aufgaben werden nicht doppelt vorgehalten, sondern dort angesiedelt, wo die größte Expertise vorhanden ist.

Meldung zum IxTheo

Index Theologicus


Rankings: Spitzenplatzierungen für Psychologie

Sowohl beim CHE-Masterranking 2025/26 wie auch beim „Times Higher Education (THE) World University Ranking by subject 2026“ belegt die Tübinger Psychologie Spitzenplätze.

Der Fachbereich Psychologie der Universität Tübingen hat im aktuellen Masterranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in mehreren Kategorien Spitzenbewertungen erzielt. In die Auswertung fließen unter anderem Beurteilungen von Studierenden ein. Insbesondere die Forschungsorientierung und der reibungslose Übergang vom vorherigen Studium in den Master wurden von den Befragten positiv hervorgehoben. Eine herausragende Bewertung erhielten auch die Lehrenden im Fachbereich für die gute Betreuung im Master. Zudem schnitt die Psychologie im Hinblick auf die Aspekte „Studienorganisation“ und „Unterstützung im Studium“ sehr gut ab.

Neben den Studierendenbefragungen berücksichtigt das CHE-Masterranking auch verschiedene Daten und Fakten aus Studium und Forschung. Vor dem Hintergrund der exzellenten Studienbedingungen schließen über 80 Prozent der Tübinger Studentinnen und Studenten ihren Master in angemessener Zeit ab – auch das ein hervorragender Wert. Nicht zuletzt kam der Fachbereich Psychologie bei den Veröffentlichungen wie auch den Promotionen pro Wissenschaftler bzw. Wissenschaftlerin jeweils in die Spitzengruppe.

Bereits im Frühjahr 2025 hatte die Tübinger Psychologie hervorragende Bewertungen im CHE-Ranking für das Bachelorstudium erhalten. Die aktuelle Auswertung für den Master bestätigt diesen Erfolg und damit die exzellente Ausbildung an der Universität Tübingen auch im weiterführenden Studium.

THE Ranking by subject

Beim weltweiten „Times Higher Education (THE) World University Ranking by subject 2026“ hat sich die Psychologie an der Universität Tübingen erneut verbessert: Das Fach belegt jetzt weltweit Platz 48 und rückte gleichzeitig deutschlandweit auf Platz 2 vor. 

Das Fach Informatik konnte sich in den weltweiten Top 100 etablieren und belegt in diesem Jahr Platz 89. Auch in Deutschland ist die Informatik mit Platz 7 erneut in den Top 10 vertreten.

Die Tübinger Geisteswissenschaften behaupten ihre Spitzenposition: Sie belegen in Deutschland erneut Rang 4 bzw. Platz 36 weltweit.

Auch die Tübinger Lebenswissenschaften und das Fach Medizin konnten beide beim THE-Ranking 2026 ihren 5. Platz in Deutschland erfolgreich verteidigen. International erreichen sie Platz 68 (Lebenswissenschaften) bzw. 99 (Medizin).

Die Tübinger Erziehungswissenschaft verteidigt ihren 3. Platz in Deutschland und ist auch weltweit mit Platz 68 sehr weit vorne platziert.

THE Ranking by Subject 2026